DDM Schomberg: Virtuelle Dachdecker

Für viele Betriebe sind Ausbildungsmessen wichtig, um passenden Nachwuchs zu finden. Die Firma Schomberg & Co. hat sich etwas Besonderes ausgedacht: Jugendliche können mithilfe einer VR-Brille erleben, wie es sich anfühlt auf dem Dach zu stehen – und wissen danach schnell, ob sie schwindelfrei sind oder nicht.

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Matthias Schomberg mit einer der zwei VR-Brillen des Unternehmen. Bild: DDH

Viele Unternehmen nutzen daher Ausbildungsmessen und -veranstaltungen, um den Kontakt zu Schülern oder interessierten Jugendlichen zu suchen. Doch auch auf diesen Messen ist die Konkurrenz groß, denn Nachwuchs wird in nahezu jeder Branche gesucht.

Schwindelfreiheit testen mit Bild und Ton

Um trotzdem die jungen Besucher an den Messestand zu locken, hat die Firma Schomberg & Co. sich etwas Besonderes ausgedacht: Die Besucher können mithilfe einer VR-Brille erleben, wie es sich anfühlt, auf dem Dach zu stehen. Direkt zu Beginn des 360°-Films erleben sie, in welchen Höhen die Dachdecker Tag für Tag arbeiten.

Die virtuelle Erfahrung bietet den Besuchern die Möglichkeit, sich auf dem Dach umzusehen, die Dachdecker bei der Arbeit zu sehen und zu hören sowie ihre Schwindelfreiheit einmal zu testen. Auch das ist ein großer Vorteil der VR-Erfahrung, so Matthias Schomberg, denn diejenigen, die nicht schwindelfrei sind, wissen es definitiv nach dem Ausprobieren der Brille und sind höchstwahrscheinlich ungeeignet für die Ausbildung zum Dachdecker.

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Von links nach rechts: der Inhaber Matthias Schomberg, Ausbilder Dominik Gröning und die Auszubildenden Janis Jeglorz und Kamil Sypula mit dem Ausbildungspreis der Dortmunder Wirtschaft Bild: Schomberg & Co

Für den Virtual-Reality-Film wurden unterschiedliche Baustellen des Unternehmens mit einer 360°-Kamera gefilmt, um den jungen Leuten die verschiedenen Facetten des Berufs zu veranschaulichen. Die Tonaufnahmen, welche parallel zum Film laufen, verleihen dem Benutzer das Gefühl, dass er tatsächlich mitten auf der Baustelle steht.

Doch allein mit einer guten Idee und einem begehrten Messestand ist die Aufgabe der Nachwuchssuche und einer erfolgreichen Ausbildung nicht getan. Statistiken beweisen, dass vor allem in handwerklichen Ausbildungen die Abbrecherquote relativ hoch ist.

Eine Vielzahl von Faktoren bewirkt die Entscheidung, die Ausbildung abzubrechen, und oftmals kann das Unternehmen nicht mal etwas dafür, aber es ist dennoch wichtig, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Daher ist ein zweiwöchiges Praktikum bei Schomberg & Co. eine Voraussetzung, bevor man in die Ausbildung starten kann. Diese Kennenlernphase soll den potenziellen Auszubildenden zeigen, was von ihnen in den nächsten drei Jahren verlangt wird und ihnen ein Bild davon geben, was es bedeutet, ein Dachdecker zu sein.

Doch auch während der Ausbildung müssen die Auszubildenden sich wohlfühlen und einen festen Ansprechpartner haben, der ihnen bei Problemen zur Seite steht. Bei Schomberg & Co. ist das Dachdecker- und Klempnermeister Dominik Gröning. Seine Aufgabe ist es, darauf zu achten, dass die Auszubildenden während der drei Jahre alles lernen und gegebenenfalls Schwachstellen durch erneute Erläuterungen, mehr Zeit auf der Baustelle oder viel Übung überbrückt werden können. Für das Abschlussprojekt erhalten die Auszubildenden Unterstützung im Unternehmen und einen eigenen Arbeitsplatz, der es ihnen ermöglichen soll, sich in Ruhe vorzubereiten.

Für seine Bemühungen rund um eine qualitativ hochwertige Ausbildung gewannen Matthias Schomberg und sein Team letztes Jahr den ersten Platz des Ausbildungspreises der Dortmunder Wirtschaft . Zusätzlich zu den Bemühungen um den jungen Nachwuchs wurde auch die Integration von Flüchtlingen und Menschen mit Lernschwäche ausgezeichnet.

Lena Roppes

Letzte Aktualisierung: 06.02.2020