Klimaschutz, Wahlen und Auszeichnungen

Delegiertenversammlung: ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk begrüßte rund 300 Vertreter aus Dachdecker-Innungen und Landesverbänden auf der diesjährigen Delegiertenversammlung anlässlich der DACH+HOLZ International in Stuttgart.

ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk
ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk freut sich über den Steuerbonus. Foto: DDH

In seiner Rede ging er unter anderem auf die immer noch aktuelle Entsorgungsproblematik ein, die erfreuliche Entwicklung der Ausbildungszahlen sowie die Auswirkungen des Klimaschutzprogramms für das Dachdeckerhandwerk ein.

Bollwerk wies daraufhin, dass trotz aller Lobbyarbeit immer noch Entsorgungsprobleme bestünden. „Eine ganze Reihe von Dachdeckern bleibt immer noch auf Polystyrol sitzen oder muss ordentlich in die Tasche greifen“, so Bollwerk. Gründe dafür seien oft Engpässe bei den hiesigen Verwertungsbetrieben.

Dämmstoffabfälle recyceln

Der ZVDH unterstütze daher zum Beispiel die PolyStyreneLoop-Initiative. Das sei ein Projekt, um HBCD-haltige Dämmstoffabfälle zu recyceln. „Bei rund 42.000 Tonnen alter Dämmstoffe, die im Schnitt pro Jahr entsorgt werden müssen, macht es Sinn, sich zu überlegen, wie man mit dem Thema Polystyrol-Entsorgung umgeht. In dem Pilotprojekt wird HBCD vom Polystyrol getrennt und somit das ursprüngliche Styrol-Acrylat in hoher Qualität zurückgewonnen. Es kann zum Beispiel zur Produktion von neuen Dämmplatten verwendet werden“, erläuterte der ZVDH-Präsident. Die nächste Krise erwischte die Dachdecker in Form von Asbest in Bitumenbahnen.

Auch hier habe der Verband schnell reagiert, um betroffene Betriebe zu unterstützen: Zum einen wurden alle Beteiligten zu Gesprächen geladen, um eine praxisnahe Lösung herbeizuführen. „Auch wurde für unsere Innungsmitglieder ein Rahmenvertag über Laborleistungen mit der Gesellschaft für Bioanalytik abgeschlossen. Langfristig ist es der Bitumen-Industrie wichtig, gemeinsam mit dem Dachdeckerhandwerk tragbare Entsorgungswege für asbesthaltige Abfälle zu finden und sie aus dem Stoffkreislauf sicher auszuschleusen“, stellte Bollwerk fest. Das sei man auch den Dachdeckern schuldig, die Tag für Tag damit umgehen müssten: „Laut dem nationalen Asbest-Profil der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sterben jährlich etwa 1.500 Menschen an den Folgen einer Asbest-Exposition. In der Vergangenheit sind bis zu 2,5 Millionen Beschäftigte in Deutschland asbestgefährdet, weil sie asbesthaltigen Stäuben ausgesetzt sind“, machte Bollwerk deutlich.

Endlich ein Steuerbonus

Als Grund zur Freude nannte Dirk Bollwerk die Genehmigung des Steuerbonus für energetische Sanierungen. Hier sei endlich eine langjährige Forderung des Handwerks umgesetzt worden. Auch die KfW-Fördermittel wurden zeitgleich angehoben. Beides komme natürlich den Dachdeckerbetrieben zugute, so Bollwerk und meinte: „Ich finde es großartig, dass wir als Dachdecker nun aktiv am Gelingen des Klimaschutzprogramms mitwirken können, indem wir Dächer, Fassaden und Geschossdecken dämmen oder Fenster austauschen. Der ein oder andere wird zudem als Energieberater seinen Einsatz finden.“

Steigerung bei den Azubizahlen

Positiv sei auch die durchweg gute Stimmung in den Betrieben, zeigten doch die ZVDH-Umfragen derzeit Bestnoten, was Auftragsbestände und Geschäftslage angehe. Und die Steigerung bei den Azubizahlen sei eine weitere gute Neuigkeit. Ein Plus von fast 7 % könne sich sehen lassen; mit derzeit 7.228 Dachdecker-Azubis über alle drei Lehrjahre stünde das Dachdeckerhandwerk sehr gut da, vor allem auch, weil sich mehr junge Frauen für den Dachdeckerberuf entschieden haben.

Rund um den Klimaschutz

Das Thema Klimaschutz war eindeutig ein Schwerpunkt der Tagung. Dachdeckermeister Karl-Heinz Krawczyk, Landesinnungsmeister aus Baden-Württemberg, zeigte die bereits jetzt schon...

Autor: Claudia Büttner

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 05.2020.

Letzte Aktualisierung: 15.03.2020

Ratgeber Schäden digital


Schäden und ihre Lösungen beschreiben Sachverständige, Dachdeckermeister und Industrievertreter in diesem Ratgeber.