Bundesentscheid Dachdecker 2018: Julia hat die Nase vorn

9 Dachdecker und eine Dachdeckerin kämpften als Landessieger am BBZ Mayen um den Bundessieg 2018: Julia Peetz aus Tübingen entschied das Rennen für sich und ist Bundessiegerin 2018.

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Die Landessieger mit der neuen Bundessiegerin im BBZ Mayen.Foto: DDH

Zehn Dachdecker/-innen aus 10 Bundesländern kämpften vom 5. bis 6. November um den Titel Bundessieger und demonstrierten ihr Können an beiden Tagen. 4 Landessieger konnten aus persönlichen Gründen nicht teilnehmen. Punkt 9 Uhr ging es am ersten Wettbewerbstag mit der Hauptarbeitsprobe los. Andreas Schmitz (Vorsitzender), Kai Schmid, Titus Recker, Florian Häßner, Thomas Eissing und neutraler Beobachter Michael Braunwarth nahmen als Mitglieder der Bewertungskommission die Proben der jungen Dachdecker kritisch unter die Lupe.

Die einzige Frau kam aus Baden-Württemberg: Julia Peetz vom Ausbildungsbetrieb Fink Bedachungen.

Eine Frau gegen 9 Männer

Auf die Hauptarbeitsprobe konnten sich die jungen Dachdecker vorbereiten, hier wussten sie, was auf sie zukommt. Die Prüfungskriterien der Hauptarbeitsprobe: Schwierigkeitsgrad der Wettbewerbsleistung, Ausführung, Maßhaltigkeit, Genauigkeit unter Beachtung der Fachregeln, Beachtung der Werkstoffausnutzung, die Ordnung am Arbeitsplatz und der Zeitaufwand.

Julia Peetz
Julia Peetz aus Tübingen ist Bundessiegerin und beste Dachdeckerin 2018.

Überraschenderweise zeigten sich bereits hier zum Teil deutliche Leistungsunterschiede. „Man konnte deutlich erkennen wer sich gut vorbereitet hatte und wer nicht“, sagte Prüfungsmitglied Florian Häßner. Somit gab es nach dem ersten Prüfungstag bereits einige Favoriten unter den Landessiegern.

Der Haken mit dem Haken

Anspruchsvoll ging es am nächsten Morgen weiter: Nach der Kür folgte die Pflicht mit dem Anfertigen der Gegenarbeitsprobe für alle Teilnehmer: Deckung einer Walmdachfläche in Schuppendeckung mit eingebundenem Fuß und eingebundenem Anfang- und Endort am Grat. In die Schieferdeckung war ein Sicherheitshaken auf Metallunterlage einzubauen. Es zeigte sich, dass gerade der Einbau des Dachkakens allen Teilnehmern schwer von der Hand ging, keine Arbeit war perfekt. Die Arbeitsprobe „Dachziegeldeckung“ bewältigten dagegen die Teilnehmer zufriedenstellend bis sehr gut. Gegeben war eine Dachfläche mit Grat und Hauptkehle, die mit Biberschwanzziegeln gedeckt werden mussten, die Hauptkehle als untergelegte Kehle mit Kehlblechen.

Nach kurzer Pause ging es im letzten Teil mit Flachdach für alle Teilnehmer weiter. Am Modell mussten die jungen Dachdecker eine Abdichtung mit Kunststoffdachbahnen erstellen und zwar konkret: Eine Innenecke- und Außenecke mit PVC an einem Eckmodell mit Wandanschluss. Das Zeitkontingent betrug rund 2 Stunden, Prüfungsvorsitzender Andreas Schmitz: „Interessant war, dass die Leistungen der Teilnehmer im Bereich Flachdach durchweg gut waren. Das entspricht ja auch den aktuellen Marktanteilen der Betriebe und zeigt uns, dass das Flachdach einen größeren Stellenwert hat als noch vor Jahren“. Nach Beendigung der Arbeitszeit machten die Prüfer ihre Schlussbewertung und die Spannung löste sich – das Ergebnis: Es siegte aus Julia Peetz mit 172, 8 Punkten aus Baden-Württemberg gefolgt von Sebastian Quinten (170,6 Punkte) aus dem Saarland. Auf den 3. Platz kam Jonas Schäffner aus Bayern mit 162 Punkten. Die Durchführungsrichtlinien sehen vor, dass die Teilnehmer maximal 200 Punkte erreichen können, ab 162 Punkten ist man Sieger, darunter Platzierter.

„Der erste Tag war prima, danach dachte ich das wird nichts mehr. Somit bin ich total überrascht und freue mich riesig“, so Julia Peetz. In einer Feierstunde ehrten Andreas Schmitz und ZVDH-Vizepräsident Michael Zimmermann anschließend die 3 Sieger: „Wir haben gesehen, was die jungen Leute drauf haben, die Leistungen sind ehrenwert“, so Zimmermann. Mayens Oberbürgermeister Wolfgang Dreis ermunterte die Teilnehmer in seinem Grußwort sich ständig weiterzubilden.

Alle Teilnehmer am Bundesentscheid erhielten eine Urkunde und ein Geschenk. Bundessiegerin Peetz und der Zweitplatzierte Sebastian Quinten reisen zur 28. IFD-Weltmeisterschaft junger Dachdecker 2020 in Peking.

Johannes Messer

Übersicht Landessieger 2018:

Baden-Württemberg: Julia Peetz, Ausbildungsbetrieb: Fink GmbH Bedachungen aus 75428 Illingen

Bayern: Jonas Schäfner, Ausbildungsbetrieb: Stefan Schäfner, 97510 Heidenfeld

Brandenburg: Henry Nowack, Ausbildungsbetrieb: Marko Lüdtke, 14550 Groß Kreutz

Hessen: Sasa Grbatinic, Ausbildungsbetrieb: Jens Fuhrländer, 35745 Herborn

Mecklenburg-Vorpommern: Sebastian Bork, Ausbildungsbetrieb: Arnd Fischer, 17209 Leizen

Niedersachsen Jonas Attermeier, Ausbildungsbetrieb: Robert Dälken, 49196 Bad Laer

Nordrhein-Westfalen: Marvin Vogt, Ausbildungsbetrieb: Eckmeier & Knorr, 32051 Herford

Saarland: Sebastian Quinten, Ausbildungsbetrieb: Dirk Grabowski, 66620 Nonnweiler

Schleswig-Holstein: Michel Christofferson, Ausbildungsbetrieb: Maik Kraushaar, 24536 Neumünster

Thüringen: Karl Teubner, Ausbildungsbetrieb: Teubner Dachbau, 99427 Weimar

Letzte Aktualisierung: 06.11.2018