Die Liebe zum Schiefer

Mit Schiefer lassen sich kleine Motive, aber auch ganze Szenarien an Dach und Fassade gestalten. Dabei gibt es verschiedene Techniken das ­Ornament umzusetzen. Wir sprechen mit einem Experten über die Möglichkeiten der Kunst mit Schiefer. In unserem Gewinnspiel haben Sie die Möglichkeit uns Ihr Schiefer-­Kunstwerk zu zeigen.

Das Erstellen eines traditionellen Schieferornamentes ist im Dachdeckerhandwerk nicht alltäglich – im Umkehrschluss heißt dies: Es ist etwas Besonderes. Möchte ein Bauherr sein Haus individuell gestalten, bieten sich mit der Ornamentdeckung etliche Möglichkeiten, dem Dach oder der Fassade ein ganz persönliches Erscheinungsbild zu verschaffen.

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Verewigt in Schiefer: Meister Obenauf auf dem Betriebsgelände von DDM Recker. Foto: Recker

2 Grenzen können nicht überschritten werden: Zum einen die Fantasie, zum anderen die Regelkonformität. Findet man einen Dachdecker, dessen (Ornament-) Fantasie und seine Fachkenntnis in der Ornamentdeckung fast grenzenlos erscheint, so lassen sich mit dem natürlichen Baustoff Schiefer ganze Szenarien, Landschaften oder fließende Übergänge vom Dach in die Fassade gestalten. Fast grenzenlos erscheint auch eines der größten deutschen Ornamente an einer Hausfassade in der Eifel. Auf 45 m2 verwirklichten Uwe Bierbaum mit 6 Kollegen ein Schieferbild der Superlative. Es entstand ein mittelalterliches Handwerksszenario mit verschiedensten Motiven .

Ideen entwickeln, Kosten kalkulieren

Eine Grenze sollte anfangs noch genannt werden – das Budget. Klar ist jedem, dass die Gestaltung eines Ornamentes nicht mit einem Quadratmeter-Preis pauschal berechnet werden kann. Hierbei verhält es sich wie mit der Restaurierung eines Old- timers: Die Arbeit verläuft behutsam und kostet Zeit. Äußert der Kunde also den Wunsch, sein Eigenheim mit einem Ornament zu „verzieren“, so heißt es für den Dachdecker: Ideen entwickeln, Kosten kalkulieren und zur Tat schreiten. Egal ob groß oder klein,

jedes Schieferornament ist individuell und kann auch in der Einzelbetrachtung nur als solches gesehen werden. Genauso ist auch der Kenntnisstand des jeweiligen Dach- oder Schieferdeckers individuell zu berücksichtigen. Hilfreich hierbei ist ein Faible für Zeichnen, Bilder, Darstellungen und Kunst, um Ideen zu entwickeln und diese zu einem Ornament umzusetzen. Höchstes Ziel sollte sein, dass ein Ornament ausdrucksstark ist, die Wasserführung funktioniert und das fertige Ornament den Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks entspricht. Praktische Erfahrung hilft, Probleme zu erkennen und zu lösen.

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Dachdeckermeister Titus Recker ist Geschäftsführer der Averdiek und Recker GmbH in Georgsmarienhütte.

Hilfsmittel nutzen

Grundsätzlich gibt es 3 grobe Varianten, ein Ornament zu decken:

1. Decken eines Ornamentes an der Fassade mit untergelegter Skizze.

2. Decken eines Ornamentes an der Fassade mit doppelter Folie (Klapptechnik). Eine Folie auf der Fassade und eine zweite, die Zug um Zug mit dem bereits erstellten Deckfortschritt zurückgeschnitten wird.

3. Das Arbeiten mit im Vorfeld erstellten und nummerierten Einzelteilschablonen.

Alle Vorgehensweisen haben Vor- und Nachteile. Je nach Qualifikation des Ornamentdeckers wird die eine oder andere Variante bevorzugt. Bei der Variante 1 „mit unterlegter Skizze“ ist ein erhöhter Anspruch an den Ornamentdecker gefordert. Variante 2 „Klapptechnik mit doppelter Folie“ ist vergleichbar mit der Variante 1, doch hilft die zweite Folie, sich im Ornament besser zurechtzufinden. Bei der Variante 3 „nummerierte Einzelschablonen“ gilt der Leitsatz „Malen nach Zahlen“, wobei hier natürlich die nummerierten Mustervorlagen funktionieren sollten. Bei der dritten Variante ist weiterhin zu beachten, dass das Erstellen der Mustervorlagen sehr zeitaufwendig ist.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 13/2013.

Das Gewinnspiel:

1. Preis: Ein 2,5-tägiger Schieferornamentlehrgang (Anfänger- oder Fortgeschrittenenseminar) im Ausbildungszentrum Sankt Andreasberg, Niedersachsen.

2. Preis: Ein Schieferwerkzeugset aus dem Hause Sanpro, Wermelskirchen. Das Set beinhaltet einen Schieferhammer (rheinische Form), eine Haubrücke gebogen, eine Haubrücke gerade, ein Nagel- und Flickeisen, eine Schieferschere 55 mm sowie ein Schlagschnurset, bestehend aus Kreide und Schnurschlaggerät.

3.–5. Preis: Je 2 Fachbücher zum Thema Schiefer. Buch 1: Altdeutsche Schieferdeckung, Schnürschema und Ausführung (Alwin Punstein)

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Der 2. Preis bei unserem Gewinnspiel: Ein Schieferwerkzeugset aus dem Hause Sanpro, Wermelskirchen.

„Her mit mit den Ornamenten!“

Wir wollen sehen, was das Dachdeckerhandwerk zu bieten hat. Haben Sie, Ihre Mitarbeiter oder vielleicht sogar schon Ihr Azubi ein Ornament erstellt? Falls ja, machen Sie doch bei unserem Gewinnspiel "Schieferornamente" mit.

Letzte Aktualisierung: 09.07.2013