Die Spur der Steine

Anfang Juni lud Braas zum Geburtsstätte des Unternehmens - nach Heusenstamm.

Braas Heusenstamm
In der Forschung- und Entwicklungsabteilung finden sich viele selbstentwickelte Apparaturen, mit denen die Qualität der Produkte geprüft wird. Hier erklärt der Leiter des Monier Technical Centre Dr. Christian Pohl, wie mittels eines „Lüftungslabyrinths“ in der Firstrolle Figarol Plus die Hinterlüftung der Dachfläche gewährleistet wird, ohne das Wasser eindringen kann. Foto: DDH

Der Braas Geschäftsführungsvorsitzende Ulrich Siepe und Dr. Christian Pohl, Direktor Monier Technical Centre GmbH, empfingen die Pressevertreter und führten durch die Wiege der Braas GmbH. Ulrich Siepe, seit diesem Februar Vorsitzender der Braas Geschäftsführung, begrüßte persönlich die Anwesenden. Er berichtete über die aktuelle Unternehmensentwicklung und stellte den Veranstaltungsort, die Braas Akademie, vor. Einen Blick hinter die Kulissen gewährte Dr. Christian Pohl bei seiner Führung durch ausgewählte Stationen des Produktionsstandorts.

Bei Braas tragen alle Produkte die gleiche Handschrift: Stolze 98 Prozent seines Sortiments fertigt der Dachsystemhersteller selbst. Und nicht nur das: Das Unternehmen besitzt sogar eine eigene Aluminiumgießerei. Hier produziert Braas die Formen für seine Dachsteine. So können von Beginn an die genaue Passform und die besonders hohe Qualität der Produkte garantiert werden. Außerdem entstehen in der Gießerei sämtliche Braas Dachzubehörteile aus Aluminium – wie Sicherheitstritte oder Schneesicherungen – im Aluminiumdruckgussverfahren. Dabei wird mit einem Druck von ungefähr 250 bar flüssiges Aluminium in eine vorgewärmte Form gepresst.

Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern

Im Forschungszentrum machten sich die Gäste ein umfassendes Bild von den zahlreichen Tests, die die Braas Produkte und Innovationen passieren müssen, bevor sie zum Verkauf freigegeben werden. Das Herzstück des Forschungszentrums ist der Windkanal. Hier werden die unternehmenseigenen Dachsteine, Ziegel, Abdichtungen, Solarsysteme und das Zubehör aufwendigen Analysen unterzogen. Der Windkanal simuliert vier repräsentative Szenarien, mit denen Wind- und Regenverhältnisse aus den verschiedensten Klimazonen nachgeahmt werden. Die Testzyklen beruhen auf seit Jahrzehnten vom Unternehmen gesammelten Wetterdaten. Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern und eine Niederschlagsrate von bis zu 560 mm pro Stunde wirken im Windkanal auf die Produkte ein. Gleichzeitig berücksichtigen die Testzyklen zahlreiche weitere Parameter wie Dachneigung und -größe. Erfahrene Bedachungsspezialisten beobachten und analysieren das Verhalten der Dachbaustoffe. In der sogenannten Durability-Halle durchläuft jedes Produkt eine Schnellbewitterung. Die verschiedenen Tests in der Durability-Halle imitieren echte Wetterverhältnisse und zeigen die Materialveränderungen unter unterschiedlichen Einflüssen wie UV-Strahlung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Säure.

Wind-Uplift-Test in der Validierungshalle

Dem essenziellen Thema Sturmsicherung widmet sich der Wind-Uplift-Test in der Validierungshalle. Immer wieder entstehen durch Stürme und eine unzureichende Befestigung der Dachpfannen mitunter gravierende Schäden an der Deckfläche. Im Wind-Uplift-Test werden deshalb Winddruck und -sog simuliert und dabei die Klammerstärke und Sturmfestigkeit des gesamten Dachsystems überprüft. Erst wenn die Produkte den Windkanal, die Performance-Tests und Langzeit-Alterungsversuche bestanden haben, gibt Braas sie für den Verkauf frei und vergibt eine jahrzehntelange Materialgarantie

Letzte Aktualisierung: 06.06.2016