Dreifachschutz flexibel umgesetzt

Bei dem Neubau zweier Hallen auf dem Münchener Messegelände sollte der Dachaufbau den deutlich erhöhten Anforderungen an den Schall-, Wärme- und Brandschutz gerecht werden. In der Fläche kein Problem – für die rund 1.740 m Dehnungsfugen musste die Schütte-Wicklein GmbH allerdings eine „flexible“ Lösung finden.

Titelthema Rockwool 15-16
Rutschfeste Geh- und Wartungswege auf der Dachfläche, Abdichtung aus FPO, darunter nicht brennbare Steinwolledämmung und Stahltrapez: Auf den beiden neuen Messehallen standen brandlastarme Materialien im Mittelpunkt. Foto: Rockwool

Jedes Jahr besuchen rund zwei Millionen Menschen Messen und Kongresse in München-Riem. Durch den Bau von zwei neuen Hallen und einem Kongressbereich hat die Messegesellschaft nun dafür gesorgt, dass einem Wachstum bei Besucherzahlen und Veranstaltungen auch weiterhin keine Grenzen gesetzt sind. Seit diesem Sommer verfügt die Messe München über 18 Hallen mit zusammen 200.000 m² Ausstellungsfläche und rund 400.000 m² Freigelände. Für die Dämmung der Dachkonstruktionen über den beiden neuen Hallen kam ein nicht brennbares System aus hoch belastbaren und lastverteilenden Dämmstoffplatten aus Steinwolle zum Einsatz. Vor allem die Dämmung der Bewegungsfugen wurde dabei zur Herausforderung für die Dachdecker der Schütte-Wicklein GmbH aus Herbolzheim.

Anforderung: nicht brennbar

Jede der beiden neuen Hallen C5 und C6 im nordöstlichen Teil des Messegeländes bietet 10.000 m² zusätzliche Ausstellungsfläche. Die Steuerung des Neubauprojekts oblag dem Ingenieurbüro Assmann Beraten + Planen GmbH. Für die Generalplanung verantwortlich war die Planungsgemeinschaft Neue Messe München, ein Zusammenschluss der Büros Obermeyer Planen + Beraten GmbH und jesse hofmayr werner Architekten BDA. Verantwortlich für die Dämmung und Abdichtung der Flachdächer ist der Innungsbetrieb Schütte-­Wicklein aus Herbolzheim.

Um den in Messehallen üblichen hohen Innenraumlärmpegel abzudämpfen, kamen gelochte Akustiktrapezprofile als tragende Dachschale zum Einsatz. In deren Profilhohlraum verlegten die Dachdecker zur Schallabsorption nicht brennbare Akustikprofilfüller aus Steinwolle. Anschließend wurde eine Elastomerbitumen-Dampfsperrbahn auf den Trapezprofilen verschweißt. Gedämmt wurde klassisch mit nicht brennbaren Steinwolle-Dämmplatten (WLG 038) in einer Dicke von 60 mm und einer oberen Lage hoch belastbarer Steinwolle-Dämmplatten in einer Dicke von 60 mm. Abschließend erhielt der mechanisch befestigte Dachaufbau eine Abdichtung aus Kunststoffbahnen, die im Überlappungsbereich zusammen mit der Dämmung befestigt wurden. Hierzu wurden selbstschneidende Schrauben mit Kunststofftüllen verwendet.

Dachkonstruktion mit 1.740 m Dehnungsfugen

Verglichen mit den Dächern älterer Messehallen sollten diejenigen über den beiden jüngsten Münchener Messehallen in der Lage sein, deutlich höhere Anhängelasten abzutragen. Ausstellern bieten sie damit neue Chancen für eine interessante Messebauarchitektur. Teil der entsprechend geplanten Dachkonstruktion sind insgesamt 1.740 laufende Meter Dehnfugen (zwölf pro Dach à 75,50 m) über den Bindern des Trapezdaches, die je nach Binderabständen mit Entfernungen von 6, 11 und 16 m angeordnet wurden. Die Dämmung dieser Dehnfugen sollte – so die Ansprüche von Bauherr und Feuerwehr – den gleichen Anforderungen an Wärme-, Schall- und Brandschutz gerecht werden wie die Dämmung der übrigen Dachfläche. Gefragt war also eine Lösung aus nicht brennbarer Steinwolle, die die zu erwartenden Bewegungen in den Dehnfugen „mitgehen“ würde. Zwischen Dämmung und Metalldach durften sich zugleich weder unter Last noch im Normalzustand Spalte zwischen Dämmung und Dach entwickeln. Diese hätten als Wärmebrücken den Wärmeschutz verschlechtert und zugleich Feuer und Rauch passieren lassen. Auch die Dachabdichtung musste im Bereich der Dehnfugen mit einem angepassten Konzept ausgeführt

Dipl.-Ing. Andreas Gebing*

* Leider wird in der Print-Ausgabe versehentlich ein falscher Autor genannt.


Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH, Ausgabe 15-16.2018.


Letzte Aktualisierung: 08.08.2018

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