Drohnenworkshop: Knackpunkt Angebote

Drohnen sind hilfreiche Werkeuge für Dachdecker, doch das Aufmaß und die Angebote schreiben sind die Zeitfresser. Das ergab ein gemeinsamer Workshop mit dem Airteam.

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In Köln veranstaltete Airteam einen Drohnen-Workshop. Foto: DDH

Thomas Gorski und Gautier Chapuis von Airteam wollten es genau wissen: Wie setzen die Dachdecker Drohnen ein und welche Zusatzleistungen fehlen noch? In den Räumen des ZVDH veranstaltete das Startup-Unternehmen aus Berlin einen Drohnen-Workshop. Einige Dachdecker haben bereits eine Drohne und setzen diese projektabhängig ein. Dennoch fehlt den meisten Anwendern eine Integration des Drohnenfotos in zum Beispiel die Kalkulation, somit auch in die Angebote. „Die Drohne ist bisher nur ein Werkzeug. Ich möchte, dass das Foto automatisch im Idealfall ins Aufmaß und dann ins Angebot wandert. Leider geht das zurzeit noch nicht, denn erst dann wäre ich bei der Angebotsschreiberei entlastet“, sagte DDM Dirk Sindermann, Obermeister der Dachdecker Innung Dortmund/Lünen.

Jan Voges, DDM aus Lamspringe, ist Spezialist in Sachen Wohnraumerweiterung und nutzt die Drohne bisher vor allem zur Dokumentation. „Ich hoffe, dass wir uns in 5 Jahren so digital entwickeln, dass wir nicht den großen Plattformökonomien digitale Angebote am Dach überlassen.“ Die Planung und Durchführung sind bei ihm schon mal vorbildlich: Voges kündigt jeden Drohneneinsatz mit einer Wurfsendung bei den Nachbarn an, so hat er gleich Kundenkontakt und nutzt die Drohne als Marketing-Instrument.

Auch wenn die Drohnen-Verordnung seit Oktober 2017 Rechtssicherheit verspricht, gibt es zahlreiche Ausnahmen, die der Anwender überprüfen muss. „Das Einverständnis des Bauherrn ist obligatorisch“, so Thomas Gorski, CEO von Airteam. DDM Felix Moll aus Korschenbroich, der mit seinem Betrieb ohnehin stark auf Digitalisierung setzt: „Bei uns hat der Meister den Drohnenführerschein, das macht Sinn, denn der ist ja auch vorwiegend auf der Baustelle“.

Aufmaß kostenintensiv

Die lebhafte Diskussion der Teilnehmer ergab: Knackpunkt ist für alle Unternehmer die intensive und oft lästige Zeit der Angebotserstellung. Anschließend befragten Thomas Gorski und Gautier Chapuis von Airteam die Dachdecker zu beispielhaften Angeboten. Gemeinsam analysierten die Experten Vor- und Nachteile. Zudem informierten sich die Dachdecker über aktuelle Angebote und neue Services wie die Verwendung einer eigenen Messreferenz oder Details von 3-D-Modellen. Ein weiterer Vorteil des Airteam-Angebots: Integration von neuen Drohnentechnologien wie z.B. Phantom 4 RTK für noch mehr Genauigkeit bei 3 DZ Längenmaßen und 3D-Flächen.

Johannes Messer

Letzte Aktualisierung: 16.04.2019