Drum prüfe, wer sich verbindet

Karabinerhaken oder große Rohrhaken, flexible Länge oder fixes Maß, einfache Ausführung oder Zwillingsseil – die Auswahl an Verbindungsmitteln für spezielle Einsatzfelder einer Schutzausrüstung ist für Dachdecker oft schwer überschaubar. Wer ein paar wesentliche Fragen vor Arbeitsbeginn klärt, findet jedoch schnell heraus, welche Ausrüstung die richtige ist.

PSAgA ABS Safety

Die individuelle Absturzsicherung mithilfe sogenannter persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) funktioniert im Grunde nach einem ganz einfachen Prinzip. Dachdecker – und viele andere Arbeiter in gefährlichen Arbeitshöhen – tragen einen Auffanggurt am Körper, den sie mit den festen Anschlageinrichtungen (AE) am Gebäude verbinden. Beim sogenannten Verbindungsmittel, dem Halteseil zwischen Mensch und Architektur, ist die Auswahl allerdings groß. Eine Standardlösung gibt es nicht.

Nicht ohne Dämpfer


Zunächst benötigen Dachdecker und Co. grundsätzlich ein Verbindungsmittel mit Falldämpfer. Eine gute, probate Lösung ist in der Praxis häufig ein sogenannter Bandfalldämpfer. Dabei handelt es sich um ein kompaktes, mehrlagig vernähtes Textilband, das bei einem Sturz in einem genau definierten Rahmen aufreißt und sich dabei etwas verlängert. Alternativ werden auch Reibungsfalldämpfer eingesetzt, die den Sturz durch eine geplante Seilreibung verlangsamen. In beiden Fällen werden die Kräfte, die bei einem Sturz auf den Körper einwirken, so weit gemindert, dass das Verletzungsrisiko auf ein Mindestmaß sinkt. Der Höchstwert liegt laut Vorschrift bei maximal 6 kN – in der Praxis wird ein solcher Wert durch die Wirkung des Falldämpfers jedoch oft deutlich unterschritten. Geeignete Bandfalldämpfer erkennt man an der Zertifizierung nach DIN EN 355, die in Deutschland verbindlich ist. Häufig ist der Bandfalldämpfer aber schon in das Verbindungsmittel integriert und muss nicht separat gekauft werden. Er bietet dem Nutzer zudem eine kleine Orientierungshilfe: Das Verbindungsmittel oder Halteseil muss nämlich immer so herum zwischen Anwender und Anschlageinrichtung verwendet werden, dass sich der Dämpfer am Körper der Person befindet und nicht etwa an der Anschlagöse am Gebäude.

Große und kleine Haken


Auch bei den Karabinerhaken gibt es Unterschiede. Neben der üblichen Variante für Anschlagösen, Dachhaken, nicht überfahrbare Seilsicherungssysteme und Gleiter von voll überfahrbaren Systemen gibt es auch Ausführungen mit besonders großen Öffnungen. Diese werden in der Regel dort eingesetzt, wo sich keine Anschlageinrichtung findet, sondern eine sogenannte Anschlagmöglichkeit – also eine tragfähige Konstruktion, die eine Sturzbelastung auffangen kann. Ein einfaches Beispiel: die Rohre eines Baugerüsts. Besonders großen Karabinerhaken passen problemlos um die Rohre und werden deshalb auch Rohrhaken genannt.

Sebastian Klenke

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH, Ausgabe 8.2018.

Letzte Aktualisierung: 06.06.2018