Durchblick gen Himmel

Beim Neubau eines Flachdachbungalows im Süden von Hamburg setzten Architekt und Bauherrin auf eine Holzrahmenbauweise mit KFW 55 Standard. Für das zusätzliche Plus an Tageslicht sorgen großzügige, in die Dachfläche integriert Oberlichter, die ein Stück Himmel direkt ins Haus holen.

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Bei dem neuen Flachdachbungalow in Holzständerbauweise sollen zusätzliche Tagesllichtöffnungen im Dach für Wohlfühlatmosphäre sorgen. Eines der Bauteile: ein modulares Oberlichtsystem, welches die Dachdecker auf einem vorkonfektionierten Bohlenkranz montierten.

Güteüberwachtes KVH, 
EPDM und Tageslicht

Zentrale Kriterien bei der Planung des Hauses waren eine möglichst hohe Qualität der Baustoffe um ein lange Lebensdauer des Gebäudes ohne Instandhaltungsarbeiten zu gewährleisten. Darüber hinaus legte die Bauherrin Wert auf eine möglichst energieeffiziente Bauweise sowie eine schnelle und einfache Montage, da die Bauphase im Oktober terminiert war. Der Bungalow wurde ab Oberkante Erdgeschoss-Betonplatte vollständig in Holzrahmenbauweise aus güteüberwachtem KVH im KfW 55 Standard erstellt. Für die Abdichtung der Flachdachflächen wählte die Bauherrin gemeinsam mit dem Architekten eine EPDM-Abdichtung. Im Hinblick auf den Wunsch nach viel Tageslicht in den Räumen war schnell klar, dass die Belichtung des Bungalows nicht allein über die Fassadenfenster erfolgen sollte, sondern zusätzlich mit Tageslichtöffnungen in der Dachfläche. Dabei sollte im Küchenbereich eine großflächige Belichtungslösung zum Einsatz kommen, während im Flur eine eher punktuelle Belichtung geplant war. Für ersteres kam ein industriell vorgefertigtes modulares Oberlichtsystem als großflächige Belichtung zum Einsatz und mit einem Flachdach-Fenster mit Konvex-Glas das passende Produkt für den punktuellen Tageslichteinsatz im Flur. Infolge des hohen Vorfertigungsgrades konnte das Gottschalk-Team das Haus innerhalb eines Tages errichten. Dabei besteht der Dachstuhl aus einer Balkenlage, die von unten mit Gipskartonbauplatten auf einer Holzschalung bekleidet ist. Direkt unterhalb der Balkenlage ordneten die Zimmerer eine feuchtefariable Dampfbremse an, deren Stöße, Durchdringungen und sämtliche Wandanschlüsse luftdicht verklebt wurden. Die Gefache zwischen den Balken wurden mit Zellulose, im Mittel 290 mm, gedämmt. Den oberseitigen Abschluss bildet eine 24 mm Rauspundschalung mit Gefällekeilen, um das Flachdachgefälle von im Mittel 2 % zu erzielen.

Flachdach mit Durchblick

Vor den Abdichtungsarbeiten erfolgten die vorbereitenden Maßnahmen für den Einbau der Oberlichtlösungen. An der zuvor ermittelten Position für das Flachdach-Fenster wurde zunächst passgenau die Rauspundschalung mit der Stichsäge ausgeschnitten. Für den Einbau des Flachdach-Fensters platzierte der Dachdecker den Aufsetzkranz der Lichtlösung auf der Dachöffnung. Dieser konnte ohne Bohlenkranz direkt auf die Dachebene (Oberkante Rauspundschalung) montiert werden, da er die von den Flachdachrichtlinien geforderte Anschlusshöhe von 15 cm über der Oberfläche der Abdichtung inklusive Belag gewährleistet. Auf einen zusätzlichen Aufkeilrahmen zur Gewährleistung einer Mindestneigung konnte verzichtet werden, da die konvexe, randlose Scheibe im Außenbereich dafür sorgt, dass Regenwasser vollständig abläuft. Auch für das modulare Oberlichtsystem wurde ein entsprechend großer Ausschnitt in der Dachfläche vorgenommen. Als großflächige Tageslichtlösung im Küchenbereich kam hier die Ausführung als Lichtband mit drei Modulen zum Einsatz, mit einem Gesamtmaß von 240 cm Länge und 120 cm Breite. Für die spätere Montage der Lichtlösung errichteten die ausführenden Handwerker zunächst einen Holzbohlenkranz über der Öffnung im Flachdach. Dieser ist asymmetrisch ausgebildet, um die Mindestneigung der Lichtbänder von fünf Grad zu gewährleisten.

„Goldenen Regeln“ eingehalten

Bei der geplanten Dachkonstruktion handelt es sich um ein unbelüftetes Flachdach in Holzbauweise mit Vollsparrendämmung. Aufgrund der konstruktiven und situativen Gegebenheiten bei diesem Bauvorhaben konnten die sieben goldenen Regeln für ein nachweisfreies Flachdach, die inzwischen auch in der Holzschutznorm DIN 68800 enthalten sind, erfüllt und somit eine gleichermaßen wirtschaftliche und robuste Lösung realisiert werden (siehe Infobox S. XY). Die Flachdachabdichtung wurde mit einer EPDM-Plane in 1,5 mm Dicke und brandlastreduzierter FR-Qualität ausgeführt. Um den Windalsten standzuhalten wurde die Abdichtung mit einer Feldbefestigung im Induktionsschweißverfahren ausgeführt. Basierend auf der Dachgeometrie und den geplanten Oberlichtern kamen drei auf Mass vorgefertigte Planen zur Abdichtung der Gesamtfläche zum Einsatz. Die einzelnen Planen wurden mit einem Nahtband per Heißluftverschweißung miteinander verbunden. Als zusätzliche Brandschutzlage wurde zunächst ein Rohglasvlies 120 g/m² vollflächig auf der Rauspundschalung ausgelegt. [...]

Den vollständigen Artikel lesen Sie in DDH 09.2018.

Letzte Aktualisierung: 04.05.2018