Editorial: Dauerbrenner Styropor

Seit Oktober wissen Dachdecker nicht, wie sie ihre Polystyrol-Dämmstoffe loswerden können. „Verordnungsgeber“ und Entsorgungswirtschaft blockieren eine effiziente Lösung des Problems.

jm

Aus aktuellem Anlass gibt es wieder Probleme mit Polystyrol. Stand vor einiger Zeit die vermeintlich leichte Brennbarkeit der HBCD-haltigen Dämmstoffe in der Diskussion, wird jetzt über die Entsorgung gestritten. Schuld ist die Novellierung der Abfallverzeichnisverordnung (AVV), nach der diese Dämmstoffe als gefährlicher Abfall thermisch zu verwerten sind. Wenn ein Bauvertrag beschlossen ist, gehört die Entsorgung für Dachdecker nun einmal dazu. Leider nutzen die Abfallverbrennungsanlagen dies als Druckmittel – sie wollen dafür mehr Geld. Außerdem fehlt es aktuell an rechtlichen Genehmigungen.

Der ZVDH fordert deshalb dringend eine schnelle und pragmatische Lösung zur rechtssicheren Entsorgung der betroffenen Abfälle. Denn es droht die Stilllegung von Baustellen mit enormen wirtschaftlichen Folgen – ganz abgesehen von einer erneuten Diskussion über Dämmmaßnahmen inklusive Imageschaden. Große Dachdeckerbetriebe überlegen schon jetzt, Kurzarbeit anzumelden. In Sachsen und Schleswig-Holstein gibt es immerhin Unternehmen, die das Entsorgungsproblem lösen. Andere Bundesländer verhandeln noch. Das Thema wird die Branche bestimmt noch über den Herbst hinaus beschäftigen. Eine Zusammenfassung zum Thema lesen Sie ab Seite 48.

Einen Anlass zum Feiern gab es dagegen in Niedersachsen. Beim Landes­verbandstag stand der Geburtstag der Ausbildungsstätte St. Andreasberg im Mittelpunkt. Drei Tage lang feierten die Dachdecker das runde Jubiläum in Goslar und in den Räumen der Dachdeckerschule (Seite 52). Aus aktuellen Anlass, unser Themenfeld dazu :

Letzte Aktualisierung: 04.04.2017

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