Ein Ort der Vernetzung

Wenn ein eher kleiner Landesverband mit 123 Mitgliedsbetrieben 145 Teilnehmer bei der Öffentlichen Tagung hat, dann ist das ein Zeichen für echten Zusammenhalt. Die war zu spüren auf dem Landesverbandstag des Dachdeckerhandwerks Mecklenburg-Vorpommern. Das beflügelte auch die Referenten

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Das Wahrzeichen Rügens war auch Teil des Verbandstagsprogramms: die historische Dampflock Rasender Roland. Fotos: DDH

Die letzten Töne der NDR-Showband Papermoon waren beim Festabend kaum geklungen, da setzte auf Rügen das Wetterchaos ein. Sturm und Schneeverwehungen erschwerten die Abreise von Deutschlands größter Insel enorm. Das passierte zum Glück erst zum Ende des Verbandstages der Nordlichter und konnte der guten Stimmung während der Tagung nichts mehr anhaben. Selbst Mecklenburgs Wirtschaftsminister Harry Glawe hatte den Weg nach Rügen nicht gescheut und pries die Vorteile der Region: "Wir sind hier stark vom Tourismus geprägt und mit 7 Millionen Gästen pro Jahr das zweitbeliebteste Reiseziel Deutschlands". "Landesverbandstage sind ein Ort der Vernetzung," - so erklärte ZVDH-Vizepräsident Stephan Eickhoff in seinem Grußwort die Vorteile einer Verbandstagsteilnahme. Erfreulich viele Teilnehmer sahen dies genauso und demonstrierten eine in der Vergangenheit nicht immer vorhandene Geschlossenheit. Das freute vor allem Landesinnungsmeister Thomas Schulrath, der gemeinsam mit Geschäftsführer Andreas Knirk in den letzten zwei Jahren viel bewirkt hat. Das geht nur mit guter Teamarbeit, wie Thomas Schulrath in seiner Eröffnungsrede betonte: "Mein Dank geht an alle Obermeister, alle weiteren Ehrenamtsträger, an die Mitglieder unserer Geschäftsstelle und der Mitarbeiter des BBV." Die wirtschaftliche Lage in Mecklenburg-Vorpommer schätzt Schulrath vorsichtig optimistische ein. "Wir bleiben für 2013 optimistisch -auch wenn der Fachkräftemangel deutlich spürbar ist. Die Erhaltung der Arbeitskraft älterer Mitarbeiter rückt zunehmend in den Fokus der Betriebe". Diesem Thema schloss sich nahtlos der erste Referent an.

Es gibt Arbeit und keiner geht hin

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Landesinnungsmeister Thomas Schulrath eröffnete die Hauptversammlung vor voll besetzten Reihen.

ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx sprach über das Dachdeckerhandwerk im demografischen Wandel. "Stellen Sie sich vor, es gibt Arbeit und keiner geht hin", fragte Marx zu Beginn seines Vortrages. 2025 gibt es sechs Millionen Arbeitskräfte weniger als heute und jeder zweite Deutsche ist über 50, so der Hauptgeschäftsführer. Das Dachdeckerhandwerk sei dabei in einer besonderen "Doppelklemme", denn dem immer weniger nachrückenden Nachwuchs stehen immer mehr ältere Arbeitnehmer gegenüber, die nicht mehr aufs Dach können. Ulrich Marx zeigte jedoch nicht nur die drohenden Szenarien auf, sondert schildete auch Lösungsansätze. Eine Zusammenarbeit vieler entsprechender Institutionen (zum Beispiel Verbände, Sozialpartner, Ministerien, Arbeitsämter) könne ein effektives Räderwerk zur Lösung der Arbeitsmarktprobleme werden. Außerdem, so Marx abschließend, werde Deutschland nicht nur älter, sondern zunehmend gesünder älter und damit länger Investitionsbereiter.

Elke Herbst

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 07/2013.

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Letzte Aktualisierung: 14.03.2013