Einbaubeschreibung Flachdachfenster

Eine Alternative zu Lichtkuppel ist das Flachdachfenster. Wie dieses in den Systemaufbau des Daches eingebunden wird und ein elektrischer Anschluss ohne Elektriker erfolgt, zeigt eine Einbaubeschreibung.

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Das Flachdach-Fenster ermöglicht Belichtung und Belüftung bei hohem Wärmeschutz. Fotos: Velux

Der von Fenstern im geneigten Dach bekannte Wärmeschutz und Bedienkomfort steht jetzt auch für das Leben und Arbeiten unter dem Flachdach zur Verfügung. Das Flachdach-Fenster von Velux bringt als Lösung für flache und flach geneigte Dächer viel Licht und Luft in bislang dunkle oder nur unzureichend beleuchtete Räume. Es bietet die volle Funktionalität von Lichtkuppeln und setzt gleichzeitig mit einem U-Wert von 0,72 W/(m²K) nach EN 1873 für die Kuppel einschließlich Aufsetzkranz neue Maßstäbe bei der Wärmedämmung von Tageslichtöffnungen im flachen oder flach geneigten Dach. Damit ist es eine optimale Lösung für Wohn- und Verwaltungsgebäude.

Diese speziell für das moderne energiesparende Bauen geeignete Qualität entsteht durch eine waagerecht in den Flügel des Flachdach-Fensters integrierte Isolierglas-Scheibe, deren innere Seite aus Verbundsicherheitsglas besteht. Zusammen mit der witterungsbeständigen Kuppel aus Acryl dämpft das Isolierglas die Regengeräusche deutlich. Die Kuppel kann wahlweise klar oder undurchsichtig ausgeführt sein. Der Aufsetzkranz aus Kunststoff entspricht mit seiner Einlage aus Styropor ebenfalls dem hohen Wärmedämmstandard und sorgt für eine wärmebrückenfreie Ausbildung des gesamten Einbauteils.

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Gängige Flachdachbauweisen

Das Flachdach-Fenster lässt sich für alle üblichen Flachdachaufbauten bei Dachneigungen von Null bis 15 Grad verwenden, egal, ob Holz- oder Betondecken und gleich, ob Kunststoff- oder Polymerbitumenabdichtung. Es steht zunächst in sechs Größen und zwei Ausführungsarten zur Verfügung: festverglast, allein für die Versorgung mit Tageslicht (Typ CFP) oder motorisiert mit allem Komfort der Belichtung und Belüftung.

Diesen motorisierten Typ CVP können die Bewohner per Funk auf Basis des bekannten io-homecontrol-Standards betätigen, wodurch sich alle elektrischen Velux Produkte in einer Wohnung über die gleiche Fernbedienung steuern lassen. Dies gilt auch für einen Elektro-Faltstore, das bei Bedarf als Sicht- und Blendschutz sowie für eine dekorative Wohnatmosphäre mit dem Flachdach-Fenster kombiniert werden kann. Zusätzlich wacht ein Regensensor über die Sicherheit des geöffneten Fensters und schließt es bei einsetzenden Niederschlägen automatisch.

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Der Aufsetzkranz wird über der Öffnung positioniert und verschraubt.

Der besondere Vorteil für den Dachhandwerker ist die einfache, weitgehend dem Lichtkuppeleinbau gleichende Montage des Fensters. Der kleine Elektroantrieb ist in das Fenster integriert und dadurch weder sichtbar - ein deutliches optisches Plus - noch gesondert zu montieren. Der Fenstereinbau ist zusammen mit dem Neubau einer Abdichtung möglich, lässt sich aber auch nachträglich auf einer vorhandenen Abdichtung ausführen.

Anschlusshöhen gewährleisten

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Aus der Typenbezeichnung des Flachdach-Fensters ergibt sich die Größe der benötigten Öffnung im Flachdach. So erfordert beispielsweise das Fenster CFP 100100 einen Dachausschnitt von einhundert mal einhundert Zentimeter. Der Aufsetzkranz ist 15 Zentimeter hoch und kann deshalb in den meisten Fällen ohne Bohlenkranz direkt auf die Dachebene montiert werden. Lediglich bei Umkehrdächern mit einer Dämmung oberhalb der Abdichtung sowie auf Dächern mit einer Kiesschüttung oder anderen Aufbauten muss ein zusätzlicher Holz-Bohlenkranz gesetzt werden. Seine Höhe ist so zu wählen, dass die von den Flachdachrichtlinien geforderte Anschlusshöhe von 15 Zentimeter über der Oberfläche der Abdichtung inklusive Belag gewährleistet wird. Die Breite der Bohlen sollte mindestens zehn Zentimeter betragen. Als Alternative zum Bohlenkranz bietet der Hersteller als Zubehör den Adapterkranz ZCE, der dem Handwerker die Montage des Flachdach-Fensters bei speziellen Einbausituationen erleichtert. Er ermöglicht eine schnelle, dampfdichte Montage und verbessert dank einer Polystyroldämmung in den Hohlräumen des Adapterkranzes zudem die Wärmedämmung im Vergleich zur Lösung mit dem Bohlenkranz. Eigentümer profitieren so von besserem Raumklima und minimierten Wärmeverlusten.

Bereits parallel zu den vorbereitenden Arbeiten muss der Aufsetzkranz des Flachdach-Fensters vollflächig mit einem Bitumenvoranstrich versehen werden, damit der Anstrich bis zum Verschweißen der Abdichtungsbahnen vollständig durchgetrocknet ist. Bei neu abzudichtenden Flachdächern wird anschließend die Trennlage an den Dachausschnitt herangeführt und mit verzinkten Nägeln im Überdeckungsbereich befestigt. Beim nachträglichen Einbau wird das Fenster direkt auf der vorhandenen Abdichtung positioniert und im Untergrund verschraubt.

Detlev von See

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 24/2010.

Letzte Aktualisierung: 07.11.2012