Einlagig mit Klettverschluss

In der Fläche Trapezblech, an den Rändern Holz, Dämmung aus EPS und Mineralwolle – beim Neubau einer Industriehalle musste die ABV Bedachungen verschiedenste Materialien verbauen. Was die rund 5.500 m² großen Flächen vereint, ist die Abdichtung mit einer PIB-Bahn und eine Windsogsicherungskombination aus Klett- und Saumbefestigung.

ABV Bedachungen FDT Klettverschluss (4)
Verlegung im Klettsystem auf rund 5.500 m²: Über die mit Blechen abgedeckten Klettstreifen wird die unterseitig mit Vlies kaschierte Abdichtung ausgerollt. Anschließend werden die Bleche entfernt und die Bahn mit dem unterseitigen Vlies in die Klettstreifen eingerollt. Fotos: FDT/Sven-Erik Tornow

Schon 105 Jahre konzentriert sich das Familienunternehmen Wilts auf den Handel mit Waren. 1913 in Emden von Egbert Wilts gegründet, siedelte das Unternehmen 1925 nach Leer um. In den nachfolgenden 20 Jahren kamen weitere Filialen des auf Malerbedarf spezialisierten Großhandels hinzu. Mittlerweile wird das mit insgesamt 21 Standorten in Nord- und Nordwestdeutschland vertretene Unternehmen in der dritten Generation weitergeführt. Nach zahlreichen Zukäufen und Erweiterungen stand zuletzt die Modernisierung des Firmensitzes im ostfriesischen Leer an.

Weiter Dachüberstand für Pult

Am Stammsitz entsteht zurzeit ein neues Verwaltungs-, Verkaufs- und Logistikzentrum mit einer Gesamtfläche von rund 6.500 m². Entworfen wurde der Neubaukomplex vom Architekturbüro PSP Paul Stein Planung, ebenfalls aus Leer. Das Bauwerk unterteilt sich in einen Stahlbetonbau für Verwaltung und Verkauf sowie einen Hallenbau für Logistik mit einer Tragkonstruktion aus Holz. Aufgrund der unterschiedlichen Nutzungen ergaben sich zugleich verschiedene Dachteilflächen. Sowohl das Hallendach wie auch die großen Teildächer des Verwaltungsbaus sind als Pultdächer angelegt, um eine schnelle Ableitung des anfallenden Niederschlags zu ermöglichen. Markantes Gestaltungsmerkmal aller Dächer ist der breite Dachüberstand. Er dient einerseits zum Schutz der darunterliegenden Fassade, zum anderen als „Rinne“ zur Aufnahme der Gullys für die Entwässerung der Dachflächen. Während die Dachkonstruktion mitsamt der Überstände aus Holz gefertigt sind, kamen als Tragschale für die „eigentlichen“ Dachflächen Trapezbleche zum Einsatz. Auch beim weiteren Dachaufbau zeigen sich Unterschiede. Auf dem Hallendach schützt Mineralwolle vor Wärmeverlusten, auf dem Verwaltungstrakt EPS. Hintergrund hierfür sind den Gebäudenutzungen entsprechende Brandschutzvorgaben. Nicht zuletzt trennt eine bis zu 13 m hohe Brandwand die beiden Bereiche des Neubaus.

Neuland Klett

Sowohl der Bauherr als auch der Planer bevorzugten für die Abdichtung der in Summe 5.500 m² großen Dachflächen eine hochwertige Kunststoff-Dachbahn. Obwohl die Gründe dafür nicht unterschiedlicher sein konnten: War für das Planungsbüro vor allem der variable Einsatz auf den verschiedenen Untergründen und Dämmstoffen entscheidend, galt für den Bauherrn vor allem die Wirtschaftlickeit als Argument. Letztlich fiel die Wahl auf eine vlieskaschierte Abdichtung aus PIB-Dachbahnen mit zusätzlichem Schweißrand und Zulassung für ein systemzugehöriges Klettsystem. Ausgeführt wurden die Dacharbeiten von dem auf einlagige Abdichtungen spezialisierten Fachbetrieb ABV Bedachungen und Bautenschutz GmbH aus Aurich. Für den erfahrenen Innungsbetrieb war die PIB-Kunststoffdachbahn nichts Neues, auch wenn die Kombination in 1,50 m Breite mit Schweißrand und Klettsystem in dem Unternehmen nicht so häufig vorkommt.

Neben den Abdichtungsarbeiten gehörte auch die Verlegung der Stahltrapezbleche zum Auftrag der Dachdecker. Hierauf folgte eine PE-Folie als Dampfsperre, überlappend verlegt und verklebt. Während auf dem Verwaltungstrakt als Wärmedämmung 160 mm dicke EPS-Platten zum Einsatz kamen, besteht die Dämmschicht auf dem Hallendach aus Mineralwolleplatten in gleicher Stärke.

Martin Meyer

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 14.2018.


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Letzte Aktualisierung: 19.07.2018