Ein Reihenendhaus mit schwarz eloxierter Aluminiumfassade nimmt sorgsam Bezug zum Bestand aus den 1950er Jahren auf. (Quelle: FRA – Fischer Rüdenauer Architekten)
Nur auf den ersten Blick unangepasst: Das Reihenendhaus mit schwarz eloxierter Aluminiumfassade nimmt sorgsam Bezug zum Bestand aus den 1950er Jahren auf. (Quelle: FRA – Fischer Rüdenauer Architekten)

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22. September 2021 | Teilen auf:

Elegant, modern, gedämmt

Im Sinne der 1950er Moderne setzen die Architekten FRA - Fischer Rüdenauer bei einem Reihenendhaus auf ein metallisches Schwarz und große Öffnungen in die Landschaft. Dabei gelingt es, Form, Material und Mineralwolle ästhetisch, verträglich und sinnvoll in Dach und Fassade zu vereinen.

Die Immobiliensuche in Stuttgart ist schwierig. Das erlebte auch der Architekt Arne Rüdenauer. Da ergab sich die Chance, das elterliche Reihenendhaus in aussichtsreicher Hanglage zu beziehen. Aber energetisch und technisch war das Haus aus den 1950er Jahren nicht mehr zeitgemäß und erfüllte weder gestalterisch noch im Raumprogramm die Ansprüche der Familie Rüdenauer. Die Familie beschloss deshalb, das Gebäude abzureißen und an seiner Stelle einen Neubau zu errichten.

Nach Süden öffnet sich der Raum zur Landschaft. (Quelle: FRA – Fischer Rüdenauer Architekten)

Klein, aber großzügig

Der Neubau entstand auf dem 6 x 9 Meter großen Fußabdruck des alten Hauses. Der kleine Zuschnitt war konstruktiv ein Vorteil: Zwei Betonflanken ragen in den Hang, an ihrer kurzen Nordseite sind sie mit einer Lochfassade aus Beton verbunden. Diese drei Seiten ergeben mit den vor Ort betonierten Geschossplatten eine stabile statische Einheit mit vier kleinen, aber frei zonierbaren Geschossflächen.

Um im engen Innenraum möglichst großzügige Grundrisse zu erhalten, setzte Rüdenauer auf Reduktion. Im Innern integrierte er Stauräume und Einbaumöbel und schuf so mehr Freiraum. Bei den Details wie Treppe, Geländer, Fensterprofile, sowie Schrank- und Zimmertüren vermied er profilierte Tiefe, um die Oberflächen möglichst großflächig erscheinen zu lassen. Das Haus wirkt weitläufig und hell, denn auf der südlichen Gartenseite öffnet es sich über Sonnenschutzgläser und mit Panoramaformat zum grünen Tal.

Die Treppe zeichnet sich nur in hauchdünnen Linien ab, dank filigranem Stahlblech und Gummiseilen kein Problem. (Quelle: FRA – Fischer Rüdenauer Architekten)

Wenig Technik, viel Dämmung

Opake Lüftungsfenster an den Seiten der Fensterverglasungen bringen Frischluft in den Raum. Diese zirkuliert dank offen verbundener Räume vom Garten- bis zum Dachgeschoss. Die natürliche Luftbewegung und Speichermasse der Sichtbetonwände sorgen auch im Hochsommer für angenehme Raumtemperaturen.

Außerdem setzte der Architekt auf eine 18 Zentimeter starke Dämmung aus Mineralwolle bei den Außenwänden. Das hinterlüftete, mit Metall bedeckte Holzdach dämmte er – 22 cm zwischen den Sparren ‒ ebenfalls mit Mineralwolle. Einerseits wegen der hohen Dämmleistung von Mineralwolle und zum anderen, weil „sie sich leicht ins Gefach einbringen lässt“, sagt Rüdenauer.

Auch die Vorhangfassade aus Aluminium hat eine Holzunterkonstruktion, in der die Mineralwolle passgenau klemmt. Rüdenauer betont: „Wir planen unsere Projekte immer mit Mineralwolle. Denn besonders, wenn man an das spätere Recycling denkt, ist Mineralwolle ein sehr ökologischer Baustoff.“

Die Fassade bezieht sich auf den 1950er Bestand: Sie zeichnet die Kubatur des typischen Satteldaches klar ab. Die genieteten Aluminiumpaneele lassen sich millimeterscharf kanten und falzen und bilden so eine einheitliche Hülle für Dach und Fassade.
Mehr Infos zu diesem und weiteren Projekten gibt es hier.