Energieautark shoppen

Strom tanken – den ganzen Tag: Wie das in der Praxis funktioniert, hat SV Stephan Neuner gemeinsam mit DDM Stephan Spanier auf einem Gebäude in Zweibrücken demonstriert. Die Solarmodule sind nach Osten, Westen und Süden ausgerichtet und arbeiten vom ersten bis zum letzten Sonnenstrahl. So wird ein Eigenverbrauchsanteil erzielt, der schwer zu toppen sein dürfte.

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Der Rewe-Markt in Zweibrücken: Zukünftig sorgen 381-PV-Module für einen kontinuierlichen Stromertrag. Mit einem geschätzten jährlichen Gesamtertrag von 91.626 kWh spart die Anlage jährlich bis zu 54.936 kg CO₂ -Emissionen ein. Fotos: Solarworld

Wer heute in eine Solarstromanlage investiert, nutzt den Strom vom Dach in der Regel selbst. Das ist nicht nur für private Hausbesitzer lukrativ, die damit teureren Strom vom Energieversorger durch günstigeren Solarstrom ersetzen. Auch für Gewerbetreibende stellt der Selbstverbrauch ein attraktives Geschäft dar – insbesondere wenn die Zeiten, in denen die Solaranlage Strom produziert, mit den Zeiten, in denen der Betrieb den größten Strombedarf hat, zusammenfallen. Besonders clever ist, wer die Solarstromanlage so ausrichtet, dass sie von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang jeden Sonnenstrahl mitnimmt. Der TÜV-Sachverständige Stephan Neuner und sein Partner Innungs-Dachdeckermeister Stephan Spanier, setzten genau dies bei einer 95,25-kWp-Anlage auf einem Rewe-Markt in Zweibrücken um.

Sonne tanken – von früh bis spät

Für Neuner war vom Tag der Geschäftsgründung an klar, Photovoltaikanlagen für den Eigenverbrauch zu konstruieren. Nach der Gründung der Firma Connect Solar im Jahr 2009 hat er bis heute jeden Kunden überzeugt, dass es lukrativer ist, den Strom vom Dach selbst zu nutzen, statt ihn ins öffentliche Netz einzuspeisen. So kam auch bei der geplanten Anlage auf dem Rewe-Markt schnell der Gedanke auf, den Strom vor Ort zu verbrauchen. Damit der Strom möglichst effektiv genutzt werden kann, hatte Neuner eine pfiffige Idee: Das gut 54 m lange und 28 m breite Dach war groß genug, um darauf mehrere Modulfelder anzulegen. Er plante einzelne Abschnitte, die nach Osten, Süden und Westen ausgerichtet sein sollten. So war es möglich, einen deutlich größeren Anteil des Stroms selbst zu nutzen, als wenn die Anlage ausschließlich in eine Richtung – in der Regel nach Süden – ausgerichtet wäre.

381 Module mit unterschiedlicher Ausrichtung

Stephan Neuner
Stephan Neuner: Seit 2012 ist das Geschäft um circa 40 % zurückgegangen. Uns geht es aber trotzdem noch recht gut, da wir unseren Schwerpunkt immer auf kleineren Anlagen hatten, sodass wir von dem Rückgang im Freiflächensegment und Großanlagenbau nicht so stark betroffen sind. Und spätestens in ein paar Jahren, wenn die Preise für Speicher noch weiter gesunken sind, erleben wir hoffentlich einen neuen Boom, wenn jede PV-Anlage gleich mit Stromspeicher verkauft wird!

Die beiden Solarexperten entschieden sich bei der Wahl der eingesetzten Module für Qualitätsmodule aus deutscher Fertigung. Als einer der wenigen Hersteller in Deutschland fertigt SolarWorld alle Module in den firmeneigenen Produktionen in Arnstadt, Freiberg und in den USA.

Manuela Jakobi

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 23.2015.

Letzte Aktualisierung: 07.12.2015