Entwässerung am Metalldach: Außen liegende Rinne

Die wichtigsten Einflussfaktoren für eine fachgerechte Montage von Dachrinnen sind die Rinnenform, die bauliche Situation und die Einbaulage am Gebäude. Wir werfen einen Blick auf die außen liegende Rinne.

Innenliegende Rinne
Typisches Beispiel für eine außen liegende Entwässerung, in dem Fall eine Kastenrinne. Foto: DDH

Entwässerungseinrichtungen haben die Aufgabe, das Niederschlagswasser kontrolliert abzuleiten und die Bausubstanz vor Durchfeuchtung und Verunreinigung zu schützen. Unkontrolliert abgeleitetes Niederschlagswasser kann die Fassade durchfeuchten und durch mitgeschwemmten Staub, Ruß etc. verunreinigen. Auch unerwünschte Auswaschungen des Bodens können entstehen.

Aus diesem Grund lässt man das Niederschlagswasser der Dachflächen nur in Ausnahmefällen frei über die Traufe abfließen. Bei der Planung von Entwässerungsanlagen sind neben der fachgerechten Dimensionierung der Rinnen und Fallrohre auch die Einwirkungen von Schnee und Eis zu berücksichtigen. So können Wassereinbrüche aufgrund aufstauenden Schmelzwassers Bauwerksschäden verursachen.

Herabfallende Schnee- und Eislasten können wegen fehlender Sicherheitseinrichtungen Personen gefährden, die sich in diesem Bereich aufhalten. Für die fachgerechte Planung und Ausführung ist die Einhaltung der Fachregeln und einschlägigen Normen von entscheidender Bedeutung.

Die Rinnenform

Die Rinnenform wird bestimmt durch die Abmessungen der einzelnen Rinnenteile. Diese bestehen aus der Höhe der Rinnenvorderseite, der äußeren Breite der Rinnensohle, der Höhe der Rinnenrückseite, dem Wulstmaß (Durchmesser oder Breite) und der oberen Öffnungsweite. Im Vergleich zu kastenförmigen Rinnen (Abb. 2) zeichnen sich halbrunde geformte Rinnen (Abb. 1) durch ein günstigeres Strömungsverhalten und ein größeres Fassungsvermögen bei gleichem Zuschnitt aus. Sie haben schon bei einer geringen Füllmenge eine große Schwimmtiefe und transportieren die Schmutzstoffe besser ab. Halbrunde Dachrinnen sind einfacher herzustellen und preiswerter. Aus diesen Gründen sollten vorgehängte sowie innen liegende Dachrinnen vorzugsweise in einer halbrunden Form ausgeführt werden. Unterschiedliche bauliche Gegebenheiten erfordern unterschiedliche Rinnenkonstruktionen. Die vier Standardrinnenkonstruktionen am Bau sind die vorgehängte Rinne, die eingelegte (innen liegende) Rinne, die Attikarinne und die aufliegende Rinne oder Aufdachrinne. Die am häufigsten anzutreffende Rinne ist nach wie vor die außen liegende, auch vorgehängte Rinnen genannte Form, auf die wir genauer eingehen werden.

Außen liegend sicher und etabliert

Die sicherste Konstruktion zur Ableitung des Niederschlagswassers ist eine Dachentwässerung über außen liegende Rinnen. Außen liegende Rinnen bieten den besten Gebäudeschutz, da das Überlaufen des Niederschlagswassers bei Starkregen gefahrlos über die Rinnenvorderkante möglich ist. Außen liegende Rinnen werden deshalb bevorzugt eingesetzt. Für außen liegende Rinnen werden in der Regel industriell gefertigte Rinnen – halbrund (Normalfall) oder kastenförmig – einschließlich des ebenfalls industriell gefertigten Zubehörs verwendet.

Die angewendete Norm ist die DIN EN 612 „Hängedachrinnen und Regenfallrohre aus Metallblech – Begriffe, Einteilung und Anforderungen“. Sie gibt Wulstdurchmesser bei Dachrinnen, Werkstoffdicken und Nahtüberlappungen bei Regenfallrohren vor, nicht jedoch die detaillierten Fertigungsmaße.

Klaus Siepenkort

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Letzte Aktualisierung: 18.11.2020