Es geht weiter seitwärts

Wie ist das Dachdeckerjahr 2015 gelaufen, in welche Zukunft blickt die Branche zurzeit? Diese Frage können vor allem die Betriebe selbst beantworten, wir fassen die Antworten der Teilnehmer an der Jahresumfrage des ZVDH ausführlich zusammen.

KonjunkturBarometer
Mit der Durchschnittsnote 2,5 blicken die teilnehmenden Betriebe grundsätzlich optimistisch auf das laufende Jahr,

Nach dem vierten Quartal fragt der ZVDH seine Mitgliedbetriebe regelmäßig nach dem Verlauf des Gesamtjahres. Dabei werden – wie auch in den anderen drei Quartalen, deutlich mehr Bereiche abgefragt, als im DDH Konjunkturbarometer veröffentlicht werden. Ein guter Grund für jeden Innungsbetrieb, an der Umfrage teilzunehmen – denn Teilnehmer erhalten jeweils gratis die ausführliche Auswertung der kompletten Umfrage und gewinnen so noch tiefere Einblicke in die Entwicklung ihrer Branche, auch unter den Aspekten der Region und der Betriebsgröße. Anlässlich der nun ausgewerteten Jahresumfrage werfen wir diesen ausführlicheren Blick auf die Zahlen.

Geschäftslage und Geschäftsaussichten

Gefragt wurden die Innungsbetriebe nach der Einschätzung der Geschäftslage für das gesamte Jahr 2015. Das Resultat, zusammengefasst in der Durchschnittsnote 2,6, bewegt sich knapp unter dem Wert des Vorjahres. Die Entwicklung des Durchschnittswertes in den vergangenen Jahren gibt einen Hinweis auf die Gesamtentwicklung des Dachdeckermarkts. Nach schwachen Ergebnissen von 2008 bis 2010 (3,3; 3,3; 2,9) folgte 2011 eine Boomphase (2,2), die seit 2012 kontinuierlich in eine sich langsam abflachende Stagnation mündete (2012–2015: 2,4; 2,6; 2,5; 2,6). Dies wird auch gestützt durch die Entwicklung der Umsatzzahlen in den vergangenen Jahren, die jeweils geringe Rückgänge verzeichnete. Im vergleichenden Rückblick der Betriebe ergibt sich ein leicht abweichendes Bild: 30,3 % der Betriebe gaben ein besseres Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr an, nur 20,8 % ein schlechteres. Über die Ursachen lässt sich spekulieren, ein Grund könnte zum Beispiel in einer möglichen Differenz zwischen Umsatz und Erträgen liegen, ebenso in einer Abweichung in der Teilnehmerstruktur vom tatsächlichen Durchschnitt, sprich die teilnehmenden Betrieben haben eventuell bessere Geschäftslagen verzeichnet als der Bundesdurchschnitt. Für die Geschäftslage galt im Jahr 2015 die Faustregel: Je kleiner der Betrieb, desto schwieriger die Situation. Während Betriebe in der Größenordnung von ein bis fünf Mitarbeitern die Durchschnittsnote 2,8 vergeben, schneiden die nächstgrößeren Gruppen (6–10; 11–20; 21–50 Mitarbeiter) mit 2,4 deutlich besser ab.

Alle Prognosen lesen Sie in DDH 06.16

Malte von Lüttichau

Letzte Aktualisierung: 18.03.2016