Farbe bekennen

Mehr Platz, eine verbesserte Energiebilanz und ein individuelles Erscheinungsbild - für Dachdeckermeister Florian Häßner die Eigenvorgabe bei der Sanierung seines Wohnhauses. Aus dem ehemaligen Flachbau wuchs eine beachtliche Mansardkonstruktion. Mit Biberschwanzziegeln im Farbmix Schwarz-Grau-Blau erfüllte sich der Unternehmer aus Nidda seinen ganz persönlichen "Farbwunsch".

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Hier wohnt ein Dachdecker: Mit seiner individuellen Dachgestaltung setzt DDM Florian Häßner ein einmaliges (Farb-)Zeichen. Fotos: Häßner

Wenn der Zahn der Zeit an einem Gebäude nagt, kommt dem Bauherren beim Sanierungskonzept nicht selten die Idee, das Bestandsgebäude zu erweitern oder "irgendwie" interessanter zu gestalten. Gleiches galt auch für Dachdeckermeister Florian Häßner aus dem hessischen Nidda. Mit einer Wohnfläche von 120 qm, einem in die Jahre gekommenen Erscheinungsbild und einer nicht mehr zeitgemäßen Energiebilanz war für den Handwerker klar: Platz, Individualität und optimale Energiebilanz sind die Grundlagen, auf denen sein Sanierungskonzept aufbauen sollte. 1967 von seinem Großvater erbaut, bestand der an das Firmengelände angrenzende Flachdach-Bungalow aus einer vorgehängten Fassade mit 40 mm Mineralwolldämmung und einer Außenwandbekleidung aus kleinformatigen Faserzementplatten. Das Dach wurde als bituminöses Flachdach mit einer 60 mm starken Styropordämmung errichtet für damalige Verhältnisse ein beachtliches Dämmkonzept an Dach und Fassade. Häßner: "Aufgrund der Sanierung, war für mich die Schaffung von mehr Wohnraum wichtig. Mansarddächer haben ihren ganz persönlichen Charme. Für mich war daher klar, dass eine Mansardkonstruktion als zusätzliche bewohnbare Etage realisiert werden sollte." DDM Häßner beauftragte den Architekten, Dipl.-Ing. Thomas Joppen aus Kelkheim mit der Konzeptionierung des Umbaus. Der Bebauungsplan der Gemeinde Nidda sah eine Gebäudeaufstockung so nicht vor, daher mussten diverse Anträge und Behördengänge durchlaufen werden. Da es der Gemeinde hauptsächlich um die Gebäudehöhe ging, wurde in Abstimmung mit dem Architekten und dem Magistrat eine Dachneigung der Hauptdachflächen auf 25° begrenzt. Doch vor dem Aufbau kam der Abbruch.

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Auch das Firstdetail am Metalldach erstellten die Dachdecker als hinterlüftete Konstruktion.

Entkernt bis auf die Grundmauer

Das gesamte Gebäude wurde inklusive sämtlicher Estrichböden entkernt. Einige tragende und nicht tragende Wände mussten aufgrund der neuen Statik ebenfalls entfernt werden, ebenso der gesamte Altdachaufbau - bestehend aus Holzbalkendecke, alter Wärmedämmung und bituminöser Abdichtung. Die Fassadenbekleidung demontierten und entsorgten die Dachdecker aufgrund des Asbestgehaltes nach TRGS 519 (Technische Regeln für Gefahrstoffe Asbest Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten). Insgesamt wurde bei dem Abbruch 80 t Bauschutt, 14 t Sondermüll, 5 t Asbestschutt und 1,5 t Metall entsorgt. Nach erfolgreicher Entkernung wurde eine 20 cm dicke Spannbetondecke eingezogen. Grundlage für den neuen Dachstuhl bildete der rundum laufende Ringanker. Nach den Plänen des Architekten folgte die Erstellung des Dachstuhls und der Mansardkonstruktion durch einen befreundeten Zimmererbetrieb.

Michael Zenk

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie Ausgabe DDH 07.2013.

Letzte Aktualisierung: 15.04.2013