Fassadenbegrünung am Main

Mit viel Beifall und der Note 1,7 wurde das 6. FBB-Symposium zur Fassadenbegrünung Ende September in Frankfurt am Main von den etwa 80 Teilnehmern verabschiedet. „Tolle Referenten und Themen, reibungsloser Ablauf und interessierte Teilnehmer – was will man mehr!?

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Foto 2: Blick ins interessierte Publikum. Etwa 80 Teilnehmer beim 6. FBB-Fassadenbegrünungssymposium. Foto: FBB

Wir sind sehr zufrieden!“, so das Fazit des FBB-Präsidenten Dr. Gunter Mann von der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. (FBB), die das Symposium organisierte. Mitveranstalter waren die Verbände Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL), Bundesverband Garten-, Landschaft- und Sportplatzbau e.V. (BGL), Fachverband Baustoffe und Bauteile hinterlüftete Fassaden e.V. (FVHF) und Bundesverband Deutscher Landschaftsarchitekten e.V. (BDLA).

Insgesamt 12 Experten berichteten in drei Themenblöcken und 12 Vorträgen über verschiedene Aspekte begrünter Fassaden. Den Auftakt machte die Architektin Nicole Pfoser, Technische Universität Darmstadt, die den interdisziplinärer Leitfaden als Planungshilfe zur Nutzung energetischer, klimatischer und gestalterischer Potenziale sowie zu den Wechselwirkungen von Gebäude, Bauwerksbegrünung und Gebäudeumfeld vorstellte. Der detaillierte Handlungsleitfaden gibt Bauherrn und Planern Sicherheit, Unterlassungen und Fehlentscheidungen durch eine praktische und schrittweise Arbeitsanleitung zuverlässig zu vermeiden. Der Leitfaden wird bald in der Schriftenreihe der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL) als gedruckte Broschüre veröffentlicht.

In dem Themenblock „Aktuelle Forschungsergebnisse“ stellte M.Sc. Marie-Therese Hölscher von der Technische Universität Berlin ihre Arbeit zu Saftflussmessungen zur Abschätzung der Transpirationsleistung von Fassadengrün vor. Ziel dieser Arbeit war es, die Eignung der Saftflussmessung für Freilandexperimente mit Kletterpflanzen zu testen. Zudem sollten Unterschiede zwischen verschiedenen Pflanzenarten quantifiziert und die Transpiration beeinflussende Faktoren bestimmt werden. Fallopia baldschuanica hatte die höchste Transpiration mit durchschnittlich 1,6 l/m² Blattfläche. Parthenocissus tricuspidata zeigt mit durchschnittlich 0,3 l/m² deutlich geringere Saftflusswerte. Bei Hedera helix war der tägliche Saftfluss mit 0,1 l/m² am geringsten. Durch die Wahl der Pflanzenart läßt sich also die Höhe der Transpiration und damit die Kühlleistung entscheidend beeinflussen.

Diplom Ingenieur Bernhard Scharf, Universität für Bodenkultur aus Wien, berichtete über die Ergebnisse nach einem Versuchsjahr des europaweiten Forschungsprojekts ProGreenCity. Erste Auswertungen der Sensordaten ergaben erfreuliche Ergebnisse für die Begrünungen. Die Werte der oberflächennahen Lufttemperatur liegen deutlich unter jenen des Standarddaches. Eine Reduktion der Tagesspitzentemperatur um bis zu 5°C im Vergleich zur Standardbauweise bedeutet ein enormes Energieeinsparungspotenzial. Im Moment befinden sich die Felduntersuchungen in einer abschließenden Phase. Alle Informationen fließen in das neue Modellierungstools des Programms ENVImet. Mit Hilfe des Tools werden Simulationen der Wirkungen der Green Building Technologies in unterschiedlichen Klimaten durchgeführt.

„Vergleichende Unterschung an verschiedenen Fassadenbegrünungs-Systemen zur Vegetationsentwicklung“ war das Thema von Prof. Dr. Manfred Köhler der Hochschule Neubrandenburg. Zum Test sind Fassadenelemente am Lehrgebäude und dem Gewächshaus der Hochschule Neubrandenburg installiert. Die an diesem Standort gesammelten Erfahrungen repräsentieren die klimatische Situation im Nordosten Deutschlands, also mit kalten Wintern und relativ warmen und trockenem Sommer. Campanula rotundifolia und Sedum kamschaticum waren die Arten mit dem stärksten Zuwachs. Für eine endgültige Auswertung ist es noch zu früh, neben den bekannten und erfolgreichen Arten wie Heuchera mircophylla „Purple palace“ haben sich Saxifraga cuneifolia und S. umbrosa bewährt.

Stefan Brandhorst, Vertiko GmbH aus Kirchzarten und Leiter der FBB-Projektgruppe Fassadenbegrünung zeigte die Ergebnisse der Projektgruppenarbeit „Geeignete Pflanzen für wandgebundene Fassadenbegrünungen“. Kernstück der umfangreichen Pflanzenlisten sind die Kriterien, aus denen sich die grundlegenden Eigenschaften und Ansprüchen der Pflanzen sowie der gestalterischen Aspekte ergeben: Eigenschaften der Pflanzen, Ansprüche der Pflanzen und gestalterische Aspekte. Brandhorst teilte die Pflanzen zur besseren Übersicht in gestalterische Aspekte ein: Pflanzen geeignet für flächige Verwendung, Pflanzen für Streifen oder Bänderungen, Solitär- oder Leitpflanzen, Pflanzen für Einzelstand, zum Einstreuen oder für kleinere Gruppen. Die Pflanzenlisten sind im Tagungsband hinterlegt.

Jos Mastop und Gerben Poeth von Mastop totaaltechniek bv aus den Niederlanden berichteten über ihre Erfahrungen zur automatischen Bewässerung bei wandgebundenen Fassadenbegrünungen. Sie zeigten auf, dass das Kernstück einer guten Bewässerung die Fernüberwachung ist, die jeden Ausfall meldet. Ebenso legten sie Wert darauf, dass vor der Inbetriebnahme das zur Verfügung stehende Wasser chemisch untersucht werden soll, um beispielsweise Düngergaben und Verkalkung einstellen bzw. vorbeugen zu können.

Der mit viel Interesse verfolgte letzte Themenblock beschäftigte sich mit Kurzvorträgen zu Referenzobjekten. Gregor Zorn von der Optigrün international AG, Arne Medorn von der französischen Firma Greenwall, der Niederländer Nils van Steenis, Schadenberg Groen Combi und Stefan Brandhorst, Vertiko GmbH, untermauerten mit vielen tollen Referenzen, dass die wandgebundene Fassadenbegrünung auf dem richtigen Weg ist, sich in Europa zu etablieren.

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Titel: Die Ausbildung im Dachdeckerhandwerk

Lernfelder - Projektaufgaben - Praxisbeispiele

Hrsg.: Dr. Hans Dürr.

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670 Seiten mit 1.108 Abbildungen und zahlreichen Tabellen.

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Der Planer Hagen Roßmann aus Seeblick schloss die Reihen beispielhafter Objekte mit dem Fassadengarten in der Außenraumgestaltung der Stadt Wittenberge ab. Herzstück der Freiflächengestaltung ist eine Hochbeetfläche und die Entwicklung eines vertikalen Gartens, der einen Großteil der angrenzenden Hauswand verdeckt. Die dauerhafte Begrünung der vertikalen Flächen gewährleistet eine attraktive und innovative Kulisse innerhalb des Stadtbildes. Umgesetzt wurde eine freistehende Fassadenscheibe ohne Kontakt zu dem benachbarten Gebäude. Der Vorteil liegt insbesondere darin, dass aufwendige Eigentumsfragen sowie konstruktive und statische Erfordernisse im Bezug auf das Gebäude vermieden werden konnten. Rossmann führte aus, dass die Fassadenbegrünung eine extrem hohe Akzeptanz in der Bevölkerung findet. Die besondere Art der Freiflächengestaltung ist oft Mittelpunkt von Diskussionen bei Besuchern und Gästen. Die gestalterischen Effekte entfalten ihre Wirkung vor allem in der Hauptvegetationszeit.

FBB-Präsident Dr. Gunter Mann stellte die im Mai gestartete Machbarkeitsstudie der Begrünung der Lärmschutzwand des Palmengarten Frankfurts vor. Mit der Machbarkeitsstudie sollen die wandgebundenen Fassadenbegrünungssysteme ermittelt werden, die am besten für die klimatischen Bedingungen am Standort „Palmengarten Frankfurt“ geeignet sind. Die vier Versuchswände der Firmen Optigrün, Humko, Vertiko und Schadenberg haben sich gut entwickelt und zeigen kaum noch Unterschiede im Gesamtdeckungsgrad. Die Ergebnisse der Studie werden Mitte 2014 erwartet. Die Teilnehmer des Symposiums hatte im Anschluss an die Veranstaltung die Möglichkeit, die Versuchsflächen am Palmengarten zu besichtigen, was auch zahlreich genutzt wurde.

Letzte Aktualisierung: 15.10.2013