Faule Dächer und echte Integrationshilfe

Altersarmut, Integration von Flüchtlingen und "selbstkompostierbare Flachdächer" - der gemeinsame Landesverbandstag der nordrheinischen Dachdecker und Zimmerer punktete mit Vielfalt. Von einem "Business-Kabarettisten" erfuhren die 220 Teilnehmer, das Führen Vorleben heißt.

Matthias Zöller
Diplom-Ingenieur Matthias Zöller erläuterte ausführlich die Schwachstellen bei Luft- und Dampfsperren. Fotos: DDH

Passend zum Start des rheinischen Karnevals tagten die Nordrheinischen Dachdecker und Zimmerer gemeinsam zum elften Mal bei ihrem gemeinsamen Verbandstag Mitte November. In der Handwerkskammer Düsseldorf begrüßten die beiden Verbandsvorsitzenden Johannes Schmitz für die Zimmerer und Dirk Bollwerk für die Dachdecker die rund 200 Gäste, unter Ihnen ZVDH-Ehrenpräsident Manfred Schröder sowie ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ullrich Marx und seinen Stellvertreter Artur Wierschem.

"Die FDP hat ja in letzter Zeit das Handwerk für sich entdeckt", mit diesen Worten kündigte Dirk Bollwerk den Vorsitzenden der Landtags-Enquetekommission Ralph Bombis (FDP) an. Bombis erläuterte, was Aufgabe der Initiative "Zukunft von Handwerk und Mittelstand" ist.

Vorsicht vor selbstkompostierbaren Dächern

Klare Konzepte bedarf es bei der Sanierung "fauler" Dächer, die sonst als "selbstkompostierbare Flachdächer" enden. Diplom-Ingenieur Matthias Zöller erläuterte ausführlich und anschaulich, was grundsätzlich bei Luft- und Dampfsperren zu beachten ist. Zunächst gab der Sachverständige einen Überblick über Grundlagen zur Diffusion und Belüftungen und präsentiert beispielhafte Schadensfälle in Bildern. "Vor allem bei Durchdringungen wie Kabeldurchführungen müssen Sie sorgfältig arbeiten", empfahl Zöller.

Thomas Jansen
Wie immer eindringlich: Dipl.-Ing. Betriebswirt Thomas Jansen ermahnte die Dachdecker im Zweifel immer Bedenken anzumelden.

Nach der Mittagspause ging es um das aktuelle Thema "Nachwuchssicherung. Was wird, wenn der Beruf aus Altersgründen aufgegeben wird? Drohen dann Altersarmut und – plakativ gesprochen - der Abstieg „vom Dach auf die Parkbank“? Thomas Schmitz RA und DDM sprang für den kurzfristig für den erkrankten Thomas Linke von der Deutschen Rentenversicherung Rheinland ein und trug die Thematik humorvoll als Moritat vor.

Das Megathema Integration war auch Schwerpunkt der Veranstaltung. Der bekannte Rechtsanwalt Harald Schröer sprach wie immer Klartext: "Sie steuern bald auf eine Fachkräftelücke zu und müssen sich mit dem Zustrom von Menschen auseinandersetzen".

Bedenken äußern und richtig formulieren – ein Dauerthema für Dachdecker. Die Teilnehmer waren gespannt, ob Dipl.-Ing. Betriebswirt Thomas Jansen eine Stunde lang darüber sprechen konnte, was auf dem Papier in wenigen Sätzen erledigt zu sein scheint. Doch tatsächlich – das Bermuda-Dreieck des Bauens: Schnell, günstig, gut, bietet einige Fallen, die Jansen humorvoll temperamentvoll vermittelte. "Welcher Unternehmer muss ich in Zukunft sein, um erfolgreich und zufrieden zu sein?" mit diesen Worten kündigte DDM Martin Weihsweiler ein abschließendes Highlight an: „Business-Kabarettist“ Ferdinand Linzenich erläutert, dass „Führen Vorleben" heißt und hatte mit seinen scharfsinnigen Kommentaren die Lacher auf seiner Seite.

Johannes Schmitz und Dirk Bollwerk
Führten souverän durch die Veranstaltung, die beiden Vorsitzenden Johannes Schmitz (links) und Dirk Bollwerk. Fotos: DDH

Johannes Messer

Letzte Aktualisierung: 18.11.2015

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