Flachdachrichtlinie: „Man muss den roten Faden sehen“

Seit einigen Monaten ist die neue Flachdachrichtlinie in Kraft. Christian Anders und Josef Rühle vom ZVDH blicken auf die aktuelle Situation: Was waren zentrale Diskussionspunkte bei der Vermittlung der Inhalte, worüber diskutieren Dachdecker, Planer und Industrie?

Interview Flachdachrichtlinie: Josef Rühle und Christian Anders
Kommunikation für das Regelwerk: Inzwischen haben Josef Rühle (links) und Christian Anders rund 4.500 Betrieben die neue Flachdachrichtlinie in Veranstaltungen vorgestellt. Intensive Diskussionen gehören dazu. Foto: DDH

Die zentralen Aussagen zum Thema Flachdachrichtlinie von Josef Rühle und Christian Anders:

Für die Dachdecker und Sachverständigen ist das Gefälle als Ziel unabdingbar – es ist ein wesentliches Hilfsmittel zur Gestaltung einer Dauerhaftigkeit des Daches. Aber: „Wenn belegbare Gründe vorliegen, kann das Gefälle von 2 % ­ unterschritten werden.“

"Von den Dachdeckern, die in die Verträge mit den Kunden einsteigen und dann gewährleisten müssen, haben wir durchweg positive Resonanz für diesen Punkt erhalten, weil für sie nun eine Klarstellung erfolgt ist".

"Die Vermeidung von stehendem Wasser auf dem Flachdach ist nicht der Regelfall, sondern die Ausnahme. Das pfützenfreie Dach ist ein Sonderfall".

"Eine zwanghafte Forderung nach 2 % ausgeführtem Gefälle hingegen würde bedeuten, dass selbst der normgerechte Untergrund, der schon Kontergefälle aufweisen kann, mit einem verbauten Gefälle von 2 % im Ergebnis nicht mehr den Werkvertrag erfüllte. Der Handwerker wäre immer verpflichtet, mehr Gefälle zu planen und entsprechende Gefälledämmung zu bestellen, als im Prinzip als Ziel gewünscht wird".

"Der Gesamtzusammenhang einer Fachregel ergibt sich erst aus dem Zusammenwirken von Produktdatenblättern, Hinweisen – etwa auf Normen – und Merkblättern".

„Um sich abzusichern empfehlen wir den Dachdeckern, die Flachdachrichtlinie explizit als technische Vertragsgrundlage anzusetzen.“

„Es gibt immer wieder die Forderung nach verschlankten Regelwerken, in der Praxis will dann aber kaum einer auf seine eingeübte Vorgehensweise verzichten.“

„Wer die Flachdachrichtlinie korrekt umsetzt, erfüllt immer auch die DIN 18531.“


Das ausführliche Interview zur Flachdachrichtlinie lesen Sie in DDH 11 und 12.2017.


Zum aktuellen Diskussionsbeitrag Flachdachrichtlinie von Claus Wöbken .




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