Flüssige Schale für harten Kern

Für die Abdichtung von 64 Betonankern auf gerade mal 80 qm entwickelte die Firma Fleischmann + Grummt ihre ganz eigene Lösung. Mit einem Flüssigkunststoff und selbst gefertigten Betonfundamenten rückten die Dachdecker der Fläche auf den Leib.

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Vier Betonsilos bestimmen das Bild der neuen Betonmischanlage von Berger Bau. Fotos: Dierke

All diese Bauwerke erfordern Beton. Um den steigenden Bedarf abzudecken und mit modernsten Verfahren zu produzieren, plante die Berger Bau ein neues Betonmischwerk mit insgesamt vier Zementsilos.

Abdichtungskonzept neu geplant

Der von den Architekten ursprünglich geplante Dachaufbau bestand aus einer zweilagigen bituminösen Dachabdichtung gefolgt von einer Extruderschaumdämmung und einer Nutzschicht aus Betonplatten, ein klassisches Umkehrdachprinzip. Mit den Arbeiten am Neubauprojekt wurde die Fleischmann + Grummt aus Uttenreuth beauftragt. Die zunächst einfach klingende Durchführbarkeit der ausgeschriebenen Leistungen erwies sich jedoch im Zuge des Baufortschritts als etwas komplizierter. Das Betondach dient als Stellfläche für vier hohe Beton-Silobehälter. Auf einer Grundfläche von lediglich 80 m² mussten etliche Detailanschlüsse hergestellt werden. 16 Stahlstützen wurden im direkten Attikabereich mit insgesamt 64 Betonankern auf der Dachfläche befestigt. Auf eine Verlegung der Abdichtungsbahnen vor Einbau der Silobehälter wurde verzichtet, da große Bedenken hinsichtlich auftretender Schäden an der Abdichtung während der Montagearbeiten geäußert wurden. Eine nachträgliche Verarbeitung der Bitumenschweißbahnen erwies sich aufgrund der extrem vielen Detailanschlüsse im Attikabereich und der fehlenden Anschlusshöhe als undurchführbar. Damit die Abdichtung den Anforderungen an ein Umkehrdach und den gegebenen baulichen Anforderungen gerecht wird, entschied sich die Firma Fleischmann + Grummt für ein Flüssigkunststoff-System mit dem der Innungsbetrieb bereits jahrelange sehr gute Erfahrungen sammeln konnte. Auch der planende Architekt konnte von dieser Abdichtungslösung überzeugt werden und die Arbeiten konnten beginnen.

Betonfundament für sauberen Anschluss

Die flach geneigte Dachfläche aus Ortbeton wurde zunächst samt Aufkantungen und Anschluss-Details zweimal mit dem systemkonformen Voranstrich des Flüssigkunststoff-Herstellers behandelt. Auf diese Weise konnten alle Poren an der Betonoberfläche geschlossen werden. Im nächsten Arbeitsschritt verarbeitete das Fleischmann + Grummt-Team die Abdichtung mit dem Flüssigkunststoff inklusive einer Polyestervlieseinlage flächig auf der Betondecke. Um eine langfristige Dichtigkeit an den Stahlstützen zu gewährleisten, entwickelten die Dachdecker ein Schema um zunächst den Abdichtungsanschluss zu vereinfachen. Zur Probe wurde ein Rahmen aus Holz um die Stützen herum gebaut und mit Beton ausgegossen. Da der frische Beton alkalische Stoffe freisetzt, die unter Umständen problematisch für den geplanten Flüssigkunststoff werden können, fertigten die Dachdecker spezielle Metallabdeckungen an, die über den frisch gefertigten Betonsockel montiert wurden und in Kombination mit dem Flüssigkunststoff einen geeigneten Untergrund bildet

Michael Zenk und Carsten Dierke

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 20.2016.

Letzte Aktualisierung: 25.10.2016