Fortbildung für Sachverständige in St. Andreasberg

Bei der Sachverständigenfortbildung im ABZ St. Andreasberg ging es um Normen und Regeln, konkrete Fälle aus dem Alltag von Sachverständigen und aktuelle Gerichtsurteile. Die nächste Fortbildung für Sachverständige findet in St. Andreasberg am 23. April 2020 statt.

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Zwischen Wäldern und Bergwiesen im Oberharz ging es zum zweiten Mal einen ganzen Tag lang um Normen und Regeln, konkrete Fälle aus dem Alltag von Sachverständigen und aktuelle Gerichtsurteile. Foto: Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks Niedersachsen-Bremen

Ein Dachdeckermeister deckt für seinen Auftraggeber ein Flachdach neu. Der Auftrag wird fristgerecht erledigt, doch danach folgt das böse Erwachen: Der Kunde weigert sich, die Rechnung zu bezahlen, reklamiert angebliche Mängel. Der Meister ist überzeugt: Er hat vorbildlich gearbeitet und Qualität abgeliefert. Zur Mängelbegutachtung und Feststellung der Ursache zieht er einen Sachverständigen für das Dachdeckerhandwerk hinzu.

Solche und ähnliche Streitfälle und damit Bedarf an öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen (öbuvSV) wird es geben, solange es Bautätigkeit gibt. Im Spannungsfeld zwischen der Entwicklung des Materials, fortschreitender Technik und dem komplexen Zusammenspiel von Handwerksregeln und DIN-Normen ist es unerlässlich, dass ein Sachverständiger sein Wissen und seine Fachkompetenz immer auf dem neusten Stand hält, um in Zweifelsfällen neutrale, objektive Gutachten erstellen zu können. Nicht umsonst sind pro Jahr zwischen 15 und 25 Fortbildungspunkte als Nachweis für die laufende Aktualisierung und Auffrischung der Kenntnisse gefordert.

Fortbildung zwischen Wäldern und Bergwiesen

Acht der geforderten Punkte haben 32 Dachdecker im vergangenen Herbst bei einer Fortbildung für öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige und Anwärter auf das Amt im Ausbildungszentrum des Dachdeckerhandwerks Niedersachsen-Bremen in St. Andreasberg erworben. Hier, zwischen Wäldern und Bergwiesen im Oberharz, ging es zum zweiten Mal einen ganzen Tag lang um Normen und Regeln, konkrete Fälle aus dem Alltag von Sachverständigen und aktuelle Gerichtsurteile.

Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch Dipl.-Ing. Knut Brüggemann, Sachverständigenobmann des Landesinnungsverbandes und Mitglied des Prüfungsausschusses für die Sachverständigenprüfung sowie öbuvSV der Handwerkskammer Hannover, und Dachdeckermeister André Hannes, Technischer Geschäftsführer des ABZ und öbuvSV der Handwerkskammer Hildesheim, begann der Tag mit einem gemeinsamen Frühstück. Anschließend stellte André Hannes Neues aus den Fachregeln des Dachdeckerhandwerks vor. Besonderes Augenmerk legte er auf die Hinweise für Außenwandbekleidung und auf die Planungshilfen für die Befestigung von Holzunterkonstruktion an Außenwänden des ZVDH.

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Interessante Fälle aus der Praxis wurden präsentiert.

Konkrete Fälle und Vorträge mit Praxisbezug

Interessante Fälle aus dem Metallleichtbau präsentierte Dipl.-Ing. Uwe Thiemann, öbuvSV der Handwerkskammer Halle und ebenfalls Mitglied des Prüfungsausschusses. Dachdeckermeister Patrick Wohlrab, Dozent am ABZ St. Andreasberg, behandelte das Thema Bauwerksabdichtung. „Aus der Praxis für die Praxis“ überschrieb Dachdecker-, Klempner- und Zimmermeister Jens Uwe Thormählen, öbuvSV der Handwerkskammer Oldenburg, seinen mit zahlreichen Beispielbildern illustrierten Vortrag über seine Vorgehensweise in konkreten Fällen. Mit theoretischen und praktischen Fragen der Bauteilöffnung auch aus rechtlicher Perspektive beschäftigten sich Dr. Frank Biermann, Rechtsanwalt und Hauptgeschäftsführer des Landesinnungsverbandes sowie des ABZ, und Dipl.-Ing. Knut Brüggemann, bevor der Tag mit der angeregten Diskussion von Fallbeispielen aus der Praxis ausklang.

In St. Andreasberg werden die Inhalte der Sachverständigenfortbildung in kurzweiligen Vorträgen mit viel Praxisbezug vermittelt. Darauf legt das Ausbildungszentrum großen Wert. „Wichtig ist uns, nicht nur neue Normen und Fachregeln vorzustellen und zu erläutern, sondern auch rechtliche Hintergründe aufzuzeigen und aus der praktischen Arbeit heraus Erfahrung von tätigen Sachverständigen zu vermitteln. Wir zeigen, wie einzelne Gutachter an die Lösung herangegangen sind“, beschreibt André Hannes, Technischer Geschäftsführer des ABZ St. Andreasberg, die Zielsetzung. Und so kam der Fortbildungstag bei den Teilnehmern bestens an.

Die nächste Fortbildung für Sachverständige findet in St. Andreasberg am 23. April 2020 statt. Teilnehmen können neben Sachverständigen aus dem Landesinnungsverband Niedersachsen-Bremen auch Interessierte aus anderen Landesverbänden. Die Teilnehmergebühr beträgt für Mitglieder der Berufsorganisation des Dachdeckerhandwerks 240 Euro, für andere Teilnehmer 360 Euro. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich schriftlich beim Ausbildungszentrum des Dachdeckerhandwerks Niedersachsen-Bremen, Herrenstraße 17, 37444 St. Andreasberg, Tel. 0 55 82/91 62 20, Fax 0 55 82/91 62 62, E-Mail: K.Hannes@wirdachdecker.de, anzumelden.

Birgit Susemihl


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Letzte Aktualisierung: 08.01.2020