Freisprechung im schicken Outftit

Das „Tollhaus“ in Karlsruhe war in diesem Jahr Austragungsort für die Freisprechung der Auszubildenden in Baden-Württemberg. Landesweit werden jährlich ca. 100 neue Gesellen in Karlsruhe freigesprochen. In Baden-Württemberg gibt es 10 Innungen. Die musikalische Begleitung des Trios „Endless Second“ trug zu einer stimmungsvollen Freisprechung bei.

Freisprechung Heidelberg 2017
Schickes Outfit: Sechs von acht Auszubildenden des Jahres 2016 haben die Prüfung bestanden, von links: Uwe Wiesendanger stellv. Obermeister, Marcel Grünholz, Marius Jellonneck, Andre Lehr, Rene Oberdorfer, Pascal Seitz, David Wolf, Obermeister Karl-Heinz Winterbauer. Foto: Winterbauer

Auszubildende der Dachdecker-Innung Heidelberg haben während der drei Lehrjahre, jährlich sechs mal zwei Wochen Blockunterricht und insgesamt 11 Wochen überbetriebliche Ausbildung. Die überbetriebliche Ausbildung findet im Dachdecker-Bildungszentrum in Karlsruhe statt. Die Theorie wird in der Heinrich-Hübsch-Schule in Karlsruhe beschult. Wer einen weiten Weg nach Karlsruhe hat, kann in einem der Lehrlingsheime übernachten.

Die Dachdecker-Innung Heidelberg (16 Betriebe) hat jährlich ca. 10 Freisprechungen zu Junggesellen vorzunehmen. Seit einigen Jahren macht sich der Rückgang von Auszubildenden bemerkbar. Positiv ist die schulische Entwicklung der Auszubildenden. Mittlere Reife und Studienabbrecher gehen vermehrt den Weg zum Handwerk. Das Handwerk hat noch immer goldenen Boden. Zumindest für die Sicherheit der Arbeitsplätze gut ausgebildeter Mitarbeiter.  

Eine gute Schulbildung ist bei der Ausbildung zu einem Dachdecker Grundvoraussetzung. Das Aufgabengebiet hat sich in den letzten Jahren erheblich erweitert. Schon die Ziegeldächer werden mit unterschiedlichsten Modellen und Dämmstoffen ausgeführt. Hinzu kommen Schiefer, Metall- und Flachdächer. Dächer mit Bitumen- und Kunststoffbahnen. Solaranlagen, Dachbegrünungen, Kaminbau, Klempnerarbeiten und der Einbau von Wohnraumfenstern. Derzeit befinden sich 11 Lehrlinge im ersten Ausbildungsjahr, 20 im zweiten und 15 Lehrlinge im dritten Lehrjahr. In Zukunft können Lehrlinge des Dachdeckerhandwerks wählen, wo ihr Schwerpunkt in der Ausbildung liegt. Flachdächer mit Begrünungen und Solar oder Steildächer mit Metall und Solar. Seit diesem Jahr legt Obermeister Karl-Heinz Winterbauer auf die Kleidung bei der Freisprechung besonderen Wert. Alle Junggesellen wurden von der Dachdecker-Innung mit Hose, Hemd und Sakko eingekleidet. Landes- und bundesweit wurde das sehr positiv aufgenommen. Nach dem Motto: „Dachdecker das sportliche Handwerk“, kamen die Junggesellen aus Heidelberg schon in den Verdacht, optisch eine Olympiamannschaft darzustellen.

Sechs von acht Auszubildenden des Jahres 2016 haben sechs die Prüfung bestanden. Azubi Kevin Rimmler aus Heidelberg hat in Freiburg gelernt. Er hat mit seiner Gesellenprüfung den „Werner Stober“ Preis gewonnen. Nach dem Überreichen der Gesellenbriefe und weiterer Sachpreise wurden die Junggesellen mit den besten Wünschen auf ihr weiteres Berufsleben entlassen. Auch für die jungen Leute gilt der Lieblingsspruch des Obermeisters: „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück“.

Letzte Aktualisierung: 08.12.2016

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