2/2014: Frühjahrsbelebung fällt aus

Schwächere Geschäftslage, gebremste Aussichten, Auftragsrückgänge – das 2. Quartal verlief für viele Dachdecker enttäuschend. Positive Aspekte der Baukonjunktur gehen am Dachdeckerhandwerk vielerorts vorbei.

Das Nachwuchs­problem im Dachdeckerhandwerk bleibt akut – dies belegen neue Zahlen. Foto: DDH

Mit einer Überraschung wartete das Statistische Bundesamt Mitte August auf. Deutschland, Europas Wirtschaftslokomotive der vergangenen Quartale, hat im 2. Quartal 2014 eine schrumpfende Wirtschaft zu verzeichnen. Preis-, saison- und kalenderbereinigt, berichtete das Statische Bundesamt, ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,2  % zurück. Als Erklärung für die überraschende Entwicklung wurden vor allem die zahlreichen internationalen Krisenherde identifiziert, die das Wirtschaften der Exportnation Deutschland beeinflussten.

Wenig Belebung im 2. Quartal

Aber auch die Investitionsseite ist von der aktuellen Entwicklung betroffen. Konnte die Baubranche im milden Winter noch wesentlich zur Wachstumsrate von plus 0,7  % beitragen, gingen die Investitionen in Bauten zuletzt deutlich zurück. Die sonst typische Frühjahrsbelebung am Bau fiel größtenteils schwächer aus. Gleichzeitig setzt sich die positive Entwicklung bei den Baugenehmigungen im ersten Halbjahr 2014 fort. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurde in diesem Zeitraum der Bau von insgesamt 136.800 Wohnungen genehmigt, 9,6  % oder 12.000 Wohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Bereich der Wohngebäude wuchs der Anteil von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern um 12,8  %, die Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser waren im ersten Halbjahr 2014 hingegen rückläufig (–1,0  % und –0,4  %).

Die gesamtwirtschaftlichen Aussichten haben sich unterdessen eingetrübt. Der ifo-Geschäftsklimaindex verzeichnete die dritte Abnahme in Folge, was unter Fachleuten als Anzeichen für einen beginnenden Abwärtstrend gedeutet wird. Der Index sank auf 108,0 Punkte und bleibt damit auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Der Konjunkturindikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sank im August um 18,5 auf 8,6 Punkte, der niedrigste Wert seit Dezember 2012.

Schwaches Quartal für das Dachdeckerhandwerk

Durchschnittliche Auslastung von Personal (grün) und Geräte (blau) in den Quartalen in Prozent.

Im Dachdeckerhandwerk haben sich die Erwartungen auf eine weitere Positiventwicklung insgesamt nicht erfüllt. Gemessen an den Vorjahreswerten verzeichnen die Betriebe überwiegend Rückgänge. Die Geschäftslage im 2. Quartal des Jahres stellte sich im Durchschnitt („Schulnote“: 2,7) etwas schwächer dar als im Vorjahr. Der Unterschied zeigt sich vor allem im Anstieg der mangelhaften Bewertungen: War eine mangelhafte Geschäftslage vor einem Jahr noch ein Randphänomen bei den befragten Betrieben (2,3  %), wuchs der Anteil auf aktuell immerhin 8,7   %. Einen deutlichen Rückgang verzeichnete die Statistik auch bei der Bewertung des Quartals im Verhältnis zum Vorquartal: 22,4  % der Betriebe hatten demnach ein schwächeres 2. Quartal, der höchste Wert seit 2008. Die Statistik kann nicht erfassen, wie heterogen die Bedingungen auf regionaler Ebene sind.

Malte von Lüttichau

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in Ausgabe DDH 17.2014.

Letzte Aktualisierung: 10.09.2014