Für Dachdecker „die intelligentere Alternative“

Etwa 150 Handwerker nutzten die neun SpeedTrainings des Dachdecker-Verbands Nordrhein mit seinen Partnern aus Handel und Industrie.

150 Handwerker nutzten acht Fassaden-SpeedTrainings beim Dachdecker-Verband Nordrhein. Fotos: Baugewerbliche Verbände

In den besonderen Fortbildungsveranstaltungen zum Thema vorgehängte hinterlüftete Fassaden wurden in Kurzvorträgen die Unterkonstruktion und verschiedene Fassadenlösungen erläutert und anschließend in der „Fassadenstraße“ live und praxisnah vorgeführt.

„Unsere Erwartungen haben sich mehr als erfüllt“, freute sich Verbandsgeschäftsführer Thomas G. Schmitz. „Unsere Mitgliedsbetriebe erkennen ganz klar, dass sich mit den vorgehängten hinterlüfteten Fassaden ein großer Markt auftut. Sanierungsstau, steigende Energiepreise und die starke Bereitschaft zur Investition ins Eigenheim bieten einzigartige Wachstumschancen für unser Handwerk. Wir haben zudem technische Lösungen, die anderen Fassadentechniken überlegen sind. Und die Erfahrung haben wir vom Dach her zu Genüge.“ Sein Schluss daher: „Dachdecker können Fassaden besser gestalten!“ Ihre Systeme hätten gegenüber den Wärmedämmverbundsystemen zahlreiche Vorteile: eine längere Lebensdauer, geringere Erstellungs- und Erhaltungskosten, einen besseren Schallschutz, eine höhere Umweltverträglichkeit, vor allem aber vielfältigere und persönlichere Gestaltungsmöglichkeiten. Die vorgehängte hinterlüftete Fassade sei somit schlichtweg „die intelligentere Alternative“. Sie bringe den ausführenden Betrieben zudem eine höhere betriebliche Auslastung auch in den Wintermonaten, in denen auf dem Dach kaum gearbeitet werden kann.

Die SpeedTrainings sollten die Dachdecker kompakt informieren und ihnen Mut machen für dieses Geschäftsfeld, beschrieben die Industriepartner ihre Zielsetzung. Gastgeber der neun Trainings waren die beda & Co KG in Bonn-Beuel und die Janssen & Co KG in Duisburg und Mönchengladbach.

Andreas Bullmann zeigte als technischer Berater der Systea Pohl GmbH auf, wie unkompliziert die Aufbringung einer Aluminium-Unterkonstruktion für eine Fassadenbekleidung ist. Sie gleiche Unebenheiten der Wand aus, nehme die entstehenden Lasten sicher auf, ermögliche die Hinterlüftung und sei angesichts der immer größeren Dämmstoffdicken auch wirtschaftlich sinnvoller als Holzkonstruktionen. Zur Minimierung von Wärmebrücken werden darüber hinaus inzwischen so genannte Thermostopp-Elemente zur thermischen Trennung angeboten.

Steinwolle hat sich zur Wärmedämmung bei vorgehängten, hinterlüfteten Fassaden sehr bewährt, unterstrichen Vincent Klumbies und Marco Levering von der Deutschen Rockwool. Das Material sei über den hervorragenden Wärmeschutz hinaus robust, witterungsbeständig und formstabil. Es ermögliche eine fugenlose Montage und verhindere Zwischenräume zur Wand oder zu den Fassadenelementen hin, in denen eine unkontrollierte Hinterströmung entstehen könnte. Zudem bietet Steinwolle mit einem Schmelzpunkt von über 1000 Grad Celsius einen optimalen Schutz vor Feuer und Brandausbreitung.

Auf die Unterkonstruktion können wahlweise Fassadenelemente aus Faserzement, Aluminium oder Schiefer montiert werden. Die Vielfalt der Eternit AG stellten Carsten Neise und Tim Sieberns vor. Ob mit kleinformatigen Fassadenplatten, Cedral-Fassadenpaneelen oder großformatigen Equitone-Fassadentafeln setzt man mit Farben und Oberflächen gestalterisch Akzente für jede Gebäudefassade. Je nach Produkt sind sogar Oberflächen mit Anti-Graffiti-Beschichtung vandalismussicher ausgestattet. Die Einsatzmöglichkeit sahen Sieberns und Neise vom Einfamilienhaus über Mehrfamilienhäuser bis hin zu Aufstockungen von Gebäuden oder Teilbereichen an Gebäuden für Akzente oder als Vandalismusschutz. Carsten Neise: „Wir wollen bei den SpeedTrainings die Potenziale und Möglichkeiten mit Eternit erläutern, den Dachdeckern aber auch die Problempunkte aufzeigen sowie Lösungen dafür anbieten und Chancen aufzeigen.“

Dass Aluminium nicht nur am Dach zu exzellenten Gestaltungs- und Eindeckungsergebnissen führt belegten Michael Mitlewski und Geschäftsführer Andreas Palli von der Prefa GmbH. Die Fassade sei ebenfalls eine Domäne dieser Produkte und weite das Betätigungsfeld für den Dachdecker. Mitlewski und Palli verwiesen auf Paneele, Elemente mit Falz, Strangpress-, Well- oder Trapezprofile, Verbundplatten mit Kunststoffkern, Schindeln oder die zusammensteckbaren Sidings. Prefa gebe auf die Produkte eine 40-jährige Material- und Oberflächengarantie, zumal Aluminium nicht von Korrosion betroffen ist. Der Stier gehöre eindeutig auch an die Außenwand.

„Schiefer und seine einzigartige Ästhetik der unverfälschten Natürlichkeit“ war das Thema von Uwe Ammel von Rathscheck Schiefer.

„Schiefer und seine einzigartige Ästhetik der unverfälschten Natürlichkeit“ war das Thema von Uwe Ammel von Rathscheck Schiefer. In seinem Vortrag beschrieb er Schiefer als einen klassischen Naturwerkstoff mit modernen Möglichkeiten, gerade in den derzeit angesagten großen Formaten. Er führte zur Befestigung die Klammertechnik und die verdeckte Befestigung mittels der nicht sichtbaren Hinterschnittanker vor. Mit ihnen könne eine Fassade vollkommen frei gestaltet werden. Angeboten wird auch eine Imprägnierung des Schiefers, um ihn vor Graffiti zu schützen. Schiefer passe bestens in die Moderne.

Nach dem letzten SpeedTraining fanden sich alle Beteiligten zu einer kurzen „Rennbesprechung“ ein. Man war sich einig, dass die Veranstaltung ihr Ziel erreicht habe und wiederholenswert sei. Ein besonderer Dank galt den Häusern beda und Janssen für die exzellente Organisation der Veranstaltungsreihe. Anne Janssen, die alle Veranstaltungen persönlich eröffnet und mit ihrem Mitarbeiterstab ausgerichtet hatte, zeigte sich sichtlich zufrieden ob des Zuspruchs der Teilnehmer. Sie nahm die Veranstaltung aber auch als Verpflichtung an, die vorgestellten Produkte als Lagerware vorzuhalten oder just in time an den Dachdecker zu bringen. Nicht nur ihr Fazit mit Blick auf die Handwerker: „(Ladies and) Gentlemen, start your engines!"

Letzte Aktualisierung: 25.02.2014