Entwässerung und Absturzsicherung: Für Starkregen und Wartung gewappnet

Die Produktionsfläche reichte langsam aber sicher nicht mehr aus für die Firma AIP GmbH mit Sitz in Stäbelow. Eine neue Halle in Stahlbauweise sollte Abhilfe schaffen. Besondere Aufmerksamkeit legte die Dachdeckerei Hoffmeister bei diesem Projekt auf eine fachgerechte Entwässerung und Absturzsicherung. Zwei Bereiche, die in der täglichen Praxis immer noch vernachlässigt werden.

Verlegung der Abdichtungsbahnen
Das Team von Ronny Hofmeister in Aktion: Bei der Verlegung der Abdichtungsbahnen wird die Trennfolie seitlich flach herausgezogen und anschließend mit dem Besen angedrückt. Fotos: Carlisle

Das Unternehmen vor den Toren der Hansestadt Rostock wurde 1992 mit dem selbst ernannten Ziel gegründet, dem wachsenden Bedarf an hochwertigen Investitionsgütern für Handwerk und Industrie bei der Entwicklung und Herstellung von Bauteilen aus Faserverbundstoffen gerecht zu werden. Wachsend war auch der Platzbedarf uns es wurde Zeit für einen Erweiterungsbau.

Dieser konnte im selben Ort realisiert werden und liegt nur einen Kilometer Luftlinie vom derzeitigen Standort entfernt. Die Halle wurde in Stahlbauweise erstellt und bekam eine Tragschale aus Stahltrapezprofilen für die Dachkonstruktion. Als ausführender Dachdeckerbetrieb aus der Region konnte die Dachdeckerei Hoffmeister GmbH, Mitglied der Dachdeckerinnung Rostock, gewonnen werden.

Windlastzone 3 – Dämmung mechanisch fixiert

Auf der Tragschale aus Stahltrapezprofilen wurde zunächst eine hochreißfeste Dampfsperre verlegt. Sie besteht aus einem verstärktem Aluminiumwerkstoff und ist mit einer selbstklebenden Rückseite und abziehbarer Trennfolie versehen.

Die Dampfsperre wurde an der Attika bis zur Oberkante der Wärmedämmung geführt und durch Selbstklebung luftdicht an den Baukörper angeschlossen. Das Gefälle war bereits im Dach konstruktiv vorgegeben. Somit konnte auf die Verlegung einer Gefälledämmung verzichtet werden. Die alukaschierte PUR/PIR-Wärmedämmung wurde so in einer einheitlichen Dicke von 160 mm auf der Dachfläche verlegt. Da sich der Neubau neben einem freien Feld und noch dazu in der Windlastzone 3 befindet, wurde für die Lagesicherung der Wärmedämmung eine mechanische Befestigung mit selbstbohrenden Schrauben und Befestigungstellern gewählt. Dadurch konnten auch großformatige Wärmedämmplatten verwendet werden, was eine enorme Zeitersparnis mit sich bringt. Bei einer verklebten Befestigung der Wärmedämmung hätten nur kleinformatige Platten verwendet werden können. Die Berechnung für die Befestigung lieferte der Dämmstoff-Hersteller mit einem Befestigungsplan.

Minimaler Verschnitt für maximale Effiziens

Anschließend wurde eine EPDM-Dachdichtungsbahn selbstklebend auf der Wärmedämmung verlegt. Zuvor wurde diese mit der Systemgrundierung FG 35 im Sprühverfahren grundiert und nach einer Ablüftzeit von ca. 35 Minuten konnte die Dachabdichtung verlegt werden. Die von der Firma Hoffmeister gewählte Bahn ist auf der Unterseite mit einer selbstklebenden Schicht aus Polymerbitumen ausgestattet, welche als Grundlage für die Nahtfügung dient. Der Vorteil besteht darin, dass man die Dachdichtungsbahn an jeder Stelle verschweißen kann. Ebenso lassen sich aus der Flächenbahn lassen sämtliche Anschlussstreifen und Formteile unkompliziert auf der Baustelle herstellen. Der Verschnitt wird dadurch erheblich reduziert, was auch zu einer Kostenersparnis führt. Eine sehr gut sichtbare Schweißraupe bei der Nahtfügung gewährleistet die sofortige optische Nahtkontrolle. Die Verschweißung kann sowohl mit dem Heißluft-Handschweißgerät, als auch mit dem Schweißautomaten erfolgen. Bevor die Abdichtung der Attika mit erfolgte, fixierte das Hoffmeister-Team die Dachabdichtung gemäß Flachdachrichtlinie linear im Randbereich.

Die lineare Randfixierung dient zur Aufnahme horizontaler Kräfte und ist gerade bei der einlagigen Verlegung auf schwingungsanfälligen Untergründen wie Stahltrapez zwingend ...

Moritz Schmidtbauer

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 11/2020



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Letzte Aktualisierung: 22.05.2020