Geradlinig im Halbverband

Aufgeteilt in 3 Gebäude, entstanden bei einem Neubauvorhaben im Kölner Statdteil Dellbrück 31 anspruchsvolle Eigentumswohnungen. Die klare und geradlinige Formensprache der Anlage setzte DDM Hansmann mit einem ebenen Dachstein auf den geneigten Dachflächen fort.

Auf dem ehemaligen Gelände der Kahle-Klinik im Kölner Osten entstand ein Mehrfamilienhaus-Komplex mit 3 Gebäudeteilen. Markante Gauben durchbrechen die Dachlandschaft und sorgen für Platz und Licht in den Dachgeschoss-Wohnungen. Fotos: Braas

Bis zum Sommer 2011 stand auf dem Grundstück noch die bekannte Kahle-Klinik, die als ein renommiertes Institut für suchtkranke Menschen galt. Von den 1920er-Jahren bis 2004 wurden in der Klinik zahlreiche prominente und schillernde Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens behandelt. Nach dem Abriss der nicht unter Denkmalschutz stehenden Villa und deren Anbauten aus den 1960er-Jahren begannen die Bauarbeiten im Herbst 2011. Das Bauvorhaben entstand als eine Bauträgermaßnahme mit Gebäuden und Wohnungen für gehobene Ansprüche. Es wurden in den 3 Mehrfamilienhäusern 31 Eigentumswohnungen als 2- bis 5-Zimmer-Wohnungen mit Größen zwischen 58 und 149 m² geplant. In einem gewachsenen Stadtteil und in direkter Nachbarschaft zum Thielenbrucher Forst verbinden die neuen Eigentumswohnungen städtisches Flair mit naturnaher Umgebung. Die Umgebung ist von einzeln, zum Teil unter Denkmalschutz stehenden Villen mit geneigten Dächern, geprägt. So plante Architekt Werner Scherer aus Köln eine Wohnanlage, die sich im gewachsenen Umfeld durch ihre prägnanten Dachflächen bestens integriert. Mit der Planung von 3 einzeln stehenden Gebäuden wird der Charakter der Stadtvillen aufgenommen und in einer modernen Bauweise umgesetzt.

Für die Verlegearbeiten der Dachdeckung in mehreren Abschnitten war die Behelfsdeckungsfähigkeit der Unterdeckbahn entscheidend.


Die 3 großen Häuser wurden mit 3 Vollgeschossen geplant und haben jeweils ein Dachgeschoss über 2 Stockwerke. Die Dächer wurden als Mansarddächer ausgeführt, um auch modernen Nutzungsansprüchen an das Wohnen unter dem Dach zu genügen und dennoch ein angepasstes Erscheinungsbild zur Umgebungsbebauung zu erzielen. Ein kleineres Gebäude mit einem Walmdach bildet den städtebaulichen und architektonischen Übergang zur Anschlussbebauung mit den Stadtvillen. Die 3 Gebäude wurden in massiver Mauerwerksbauweise mit einem Wärmedämmverbundsystem ausgeführt. Die Planung der energetischen Kennwerte sah vor, dass die Gebäude dem Standard eines KfW-70-Effizienzhauses entsprechen. Die zentrale Wärmeversorgung ist durch Gasbrennwertkessel und ein Erdgas-Blockheizkraftwerk gewährleistet. Damit die Dachflächen und die Formen auch heutigen Nutzungsansprüchen entsprechen und dennoch ihre Verbindung zur gewachsenen Umgebung entfalten können, wurden sie über 2 Geschosse als Mansarddächer mit großen Gauben geplant. Die Konstruktion der Dachtragwerke der 3 Gebäude erfolgte in Holz­baukonstruktion. Durch ihren Aufbau als Mansarddächer in der Art eines Berliner Daches wirken die Gebäude an der Hauptstraße optisch deutlich eindrucksvoller als etwa ein schlichtes, nicht in die vorhan­dene Bebauung passendes Flachdach. Darüber hinaus unterstreicht die Dachform die Zusammengehörigkeit der Maisonettewohnungen über die beiden Dachgeschosse. Die gegliederte Architektur wird durch die nischenartig zurückgesetzten Treppenhausbereiche unterstützt und gibt dem Straßenbild der Wohngebäude ein kleinteiliges Erscheinungsbild. Architekt Scherer aus Köln plante auch eine moderne Optik der Dachflächen. Ausgeschrieben wurde ein flacher Dachstein mit matter Oberfläche, der durch seine strenge Geometrie und klare Linienführung großzügige Dachflächen für die klare und gegliederte moderne Architektur der Gebäude entstehen lässt. Neben den gestalterischen Möglichkeiten spielten bei der Auswahl des Dachdeckungsmaterials auch die grundsätzlichen Vorteile
von Dachsteinen eine wichtige Rolle. Neben der Belastbarkeit und Widerstandsfähigkeit auch bei Hagel und extremen Wettern konnte die 30-jährige Garantie gemäß besonderer Herstellerurkunde punkten.

Horst Pavel

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe DDH 10.2014.

Letzte Aktualisierung: 22.05.2014