Geschlauft und doppelt gedämmt

Nagelschutzmatte, geschlaufte Dampfbremse, 160 mm Dämmung zwischen den Sparren, 120 mm darüber: Mit einer Kombination aus Zwischen- und Aufsparrendämmung sowie feuchteadaptiver Klimamembran, sorgte die Firma Laue Bedachungen GmbH für ein bauphysikalisch einwandfreien Wärmeschutz bei der Sanierung eines Einfamilienhauses in Hannover.

Isover Aufmacher
Nagelschutzmatte, Zwischensparrendämmung und darüber ein Aufsparren-Dämmsystem: bei dem Architektenhaus aus den 1970er-Jahren sorgt eine insgesamt 320 mm dicke Mineralwolledämmung für zukünftiges Wohlfühlklima unter dem Dach. Fotos: Isover

Errichtet wurde das Architekten-Einfamilienhaus mit viel Engagement und einem großen Teil Eigenleistung von den damaligen Bauherren im Jahr 1973. Die planerische Leistung wurde von dem ehemals in Hannover tätigen Architekturbüro Schuhmann & Partner erbracht, wobei das Gebäude mit der Note sehr gut als Diplomarbeit benotet worden ist. Das Haus verfügt über ein circa 158 m² großes Steildach mit Nord-Süd-Ausrichtung sowie zwei kleinere Flachdächer über einer zugehörigen Einliegerwohnung und der angeschlossenen Garage.

Isover 1
Am Anfang stand die Demontage des alten Dachaufbaus. Dabei diente eine alte Vollschalung als Deckunterlage für die ursprüngliche Eindeckung aus Faserzementplatten. Nach dem Absaugen der Schalung konnten die alten Bretter vorsichtig demontiert werden.
Isover 2 Nagelplatte
Die Basis des neuen Dachaufbaus bildet eine 40 mm dicke Nagelschutzplatte als Schutz der nachfolgenden Klimamembran. So wird vermieden, dass die luftdichte Schicht aus Versehen durch Nagelspitzen oder Splitter des vorhandenen Innenausbaus perforiert wird.

Rückbau des Altbestands

Am Beginn der Arbeiten stand die Demontage des alten Dachaufbaus: Zunächst wurde die alte Dachdeckung aus Faserzementplatten nach geltenden Sicherheitsvorkehrungen zurückgebaut und nach TRGS 519 fachgerecht in Big Bags entsorgt, insgesamt rund 3,8 t Material. Anschließend wurden die vollflächige Rauspundschalung abgesaugt und demontiert. Auch die vorhandene 100 mm dicke, alukaschierte Glaswolledämmung wurde vom Laue-Team, bekleidet mit Overall und Staubschutzmaske, sicher entfernt. „Die alte Zwischensparrendämmung war zwar noch in gutem und trockenem Zustand, aber von der Dicke und den Wärmedämmeigenschaften her natürlich für unsere Zwecke nicht mehr zu gebrauchen“, berichtet Johannes Laue, Geschäftsführer der Laue Bedachungen GmbH. „Die neue Dämmung besteht komplett aus nicht brennbarer und hoch wärmedämmender Mineralwolle. Besonderes Augenmerk haben wir auf die Verlegung und die Anschlüsse der Dampfbremse gelegt. Das ist ja gerade bei Winterbaustellen aufgrund schlechter Verarbeitungseigenschaften vieler Klebe- und Dichtmittel bei kalten Temperaturen immer ein heikles Thema.“

Auf die bestehende innenseitige Gipskartonschalung und deren Unterkonstruktion verlegte ein Team aus fünf Mitarbeitern zunächst eine Nagelschutzplatte in einer Stärke von 40 mm. „Diese Platte dient vor allem als Schutz der nachfolgenden Klimamembran. So wird vermieden, dass die Dampfbremse aus Versehen durch Nagelspitzen oder Splitter perforiert wird, wenn irgendwann die Innenschalung ausgetauscht werden sollte“, erklärt Johannes Laue.

Isover 5 ZwiSpaDämmung
Auf die Nagelschutzplatten und die Klimamembran verlegten die Dachdecker eine 160 mm starke Klemmfilz-Zwischensparrendämmung in WLG 035.
Isover 5a Luftdichtheit
Der luftdichte Anschluss an den Baukörper erfolgte mit einer Mehrkomponenten-Dichtmasse, die aus zwei spezialisierten, eigenständigen Dichtstoffen besteht.
Isover 3 Gefache
Als Klimamembran wählte das Team von Johannes Laue eine feuchteadaptive Bahn mit einer sd-Wertspreizung von 0,3 bis 25 m, die je nach Witterung zwischen dampfbremsender und diffusionsoffener Funktion arbeitet.
Isover 4 Gefache kleben
Die Dampfbremse wurde nach Herstellervorgabe in Schlaufen über die Sparren und die Nagelschutzplatten geführt und mittels Sanierungsleisten an die Sparrenflanken angearbeitet. Untereinander verklebt wurden die Bahnen mit dem zum System gehörenden Klebeband.

Perfekt für Winterbaustellen: sd-Wertspreizung von 0,3 bis 25

Zur Sicherstellung der Luftdichtheit wählten DDM Laue eine feuchteadaptive Dampfbremse. Sie gewährleistet durch ihre hohe sd-Wertspreizung von 0,3 bis 25 m auch bei starken Temperaturschwankungen optimale Leistungen und eine exakte Umschaltung zwischen dampfbremsender und diffusionsoffener Funktion. Die Bahn wurde in geschlaufter Verlegung über die Sparren und die Nagelschutzplatten geführt und mittels spezieller Sanierungsleisten exakt an die Sparrenflanken angearbeitet. Untereinander wurden die Folienbahnen mit dem zum System gehörenden Klebeband verklebt. Für Architekt Andreas-Michael Martin waren insbesondere die Anschlüsse der Klimamembran ein wichtiges Detail. „Selbst die beste Dämmung kann ihre volle Dämmwirkung nur entfalten, wenn die Dampfbremse sauber verlegt und sehr exakt an die aufgehenden Bauteile angeschlossen wurde. So haben wir die Folie zum Beispiel an den Betondrempel und die Giebel in Schlaufenform angeschlossen und doppelt verklebt, sodass, selbst wenn es einmal zu Bauteilbewegungen kommen sollte, nicht mit Rissen an diesen sensiblen Stellen zu rechnen ist“, so der Bausachverständige. Der luftdichte Anschluss der Klimamembran erfolgte mit einer frostbeständigen Klebedichtmasse, die aus zwei spezialisierten, eigenständigen Dichtstoffen besteht.

Isover 6 Ausparrendämmung
Verlegung der 120 mm dicken Aufsparrendämmung (WLG 032): Die Dämmplatten sind werkseitig mit einer Unterdeckbahn sowie rundum laufenden Klebebänder versehen. Um die Unterdeckbahn vor Durchdringungen durch Schrauben der Konterlattung zu schützen, wurde vor deren Fixierung ein schlagregensicheres Nageldichtband entlang sämtlicher Sparren verklebt.
Isover 6a Schneiden
Mit einem speziellen Dämmstoffschneider wurden die Mineralwolle-Dämmplatten auf Maß geschnitten.

„Gerade bei Winterbaustellen zahlen sich Systeme aus, die speziell für diesen Einsatz entwickelt und deren Komponenten optimal aufeinander abgestimmt wurden. Die Haftung des hochelastischen Dichtstoffes an den Betonbauteilen war auch im kalten Januar zu jeder Zeit sichergestellt“, erklärt Dachdeckermeister Laue.

Thorsten Heiniking

Den gesamten Artikel finden Sie in der nächsten Ausgabe DDH 01.2019

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Letzte Aktualisierung: 07.01.2019