Gruselkabinett Holzschädlinge

Insekten im Holz, Schimmelpilzbildung und Fehler bei Kündigungen waren die Schwerpunkte der Westfälischen Dachtage. Abschreckende Bilder von fehlendenArbeitsschutzmaßnahmen kamen von Christopher Wohland.

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Unterhaltsam ging Architekt Ulrich Arnold auf Holzschädlinge an Dachkonstruktionen ein und zeigte die „Schätze“ unter Glas. Fotos: DDH

Westfalens Landesinnungsmeister Manfred Struwe begrüßte die Gäste in der Esloher Schützenhalle zu den mittlerweile 63. Dachtagen. "Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft hat besonders im ersten Halbjahr an Fahrt verloren. Umso erstaunlicher ist, dass sich im Bundesdurchschnitt die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer um 1,6 % auf nunmehr rund 63.000 gewerbliche Arbeitnehmer im Jahresmittelwert erhöht hat. Mit einem Anteil von rund 8.800 gewerblichen Arbeitnehmern stellen in Westfalen ein Siebtel aller in der Bundesrepublik gewerbliche tätigen Arbeitnehmer im Dachdeckerhandwerk", so Struwe stolz.. Die häufigsten Fehler des Dachdeckers bei Abmahnungen und Kündigungen vor dem Arbeitsgerichts war das Thema von Fritz-Maria Sybrecht, Geschäftsführer des Dachdeckerhandwerks Westfalen.

Wir dämmen uns zu Tode

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Dachdecker- und Klempnermeister Thomas Lücke aus Ahaus bekam für seine guten Leistungen einen Weiterbildungsgutschein und einen Arbeitskoffer von der Zedach.

Improvisieren sind die Veranstalter der Dachtage gewohnt. DDH Autor Herbert Gärtner musste wegen Krankheit absagen, stattdessen sprang Moderator Jürgen Gerbens ein und referierte anschaulich über Schwachstellen im Wärmedämm- und Luftdichtheitssystem. "Der Wärmebrückenkatalog enthält standardisierte Lösungen im Bereich von Ortgängen und Durchdringungen. Bei Sanierungen sind jedoch in der Praxis individuelle Lösungen erforderlich", mahnte Gerbens, der Auszüge aus der DIN 4108 erläuterte. "Schimmel ist eine Wachstumsform. Bestimmte Pilze können ab etwa 70 % relative Luftfeuchte an der Substratoberfläche wachsen, fast immer an der Ecke. Also sollten Schränke oder Sofas mindestens 5 cm von der Wand stehen, damit eine Hinterlüftung entsteht", empfahl Gerbens, der die erhöhten Anforderungen der EnEV kritisierte: "Wir dämmen uns zu Tode aber atmen müssen wir schon und als Handwerker einen Mindestluftwechsel gewährleisten".

Gruselkabinett Holzschädlinge

Mit Schadensfällen ging es weiter und zwar mit einem Highlight. Unterhaltsam ging Architekt Ulrich Arnold auf Holzschädlinge an Dachkonstruktionen ein und gab gleich einen "Grundkurs" in Biologie. "Die üblichen holzzerstörenden Pilze beeinträchtigen nicht die Gesundheit. Schimmelpilze dagegen schon", so der Zimmerer, der Schaukästen mit echten Holzschädlingen dabei hatte. Arnold zeigte ein regelrechtes Gruselkabinett an Schadensbildern. Die Vorteile von

www.dachdecker.com

und die Mitarbeitersuche im sozialen Netzwerk war das Thema von DDH Autorin Frederike Pollner. Abends trafen sich die westfälischen Dachdecker im Brauhaus Stötzel zum Begegnungsabend.

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Rund 250 Teilnehmer amüsierten sich vor allem über den humorvoll bis makaberen Vortrag von Christopher Wohland (BG Bau).

Schreckensbilder von abgestürzten Dachdeckern

Mit Arbeitsschutz startete der Freitagmorgen. Humorvoll informierte Christopher Wohland von der BG Bau über die richtigen Schutzmaßnahmen und zeigte abschreckende Beispiele von Dachdeckern, die auf der Baustelle ohne Gerüst kalkulieren. Den Teilnehmern blieb das Lachen im Hals stecken. "Individuelle Maßnahmen sind nachrangig zu anderen. Also installieren Sie erst eine technische Lösung, zum Beispiel ein Gerüst. dann können Sie auf einen Gurt oder PSA zurückgreifen. Andreas Willuhn (Böcker) erklärte alles von der Aufstellung bis zum sicheren Höhentransport. Wie der Dachdecker fachgerecht mit Edelstahl umgeht, beschrieb Dr. Hans-Peter Wilbert von der Informationsstelle Rostfrei.

Johannes Messer

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 05/2013.

Letzte Aktualisierung: 26.02.2013