Handwerk 4.0: Digitalisierung trifft Dachdecker

Bei der Digitalisierung handelt es sich keineswegs um eine Entwicklung, die nur auf einen spezifischen Branchenbereich beschränkt ist. Vor allem Dachdeckerbetriebe setzen vermehrt auf digitale Technologien. Doch wie passt Digitaltechnik und Handwerk eigentlich zusammen?

Handwerk 4.0. Pixabay Dachdecker
Die Integration von digitalen Systemen in den allgemeinen Geschäftsablauf beeinflusst im Bereich des Handwerks gleich eine Vielzahl an Faktoren.

Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf das Handwerk?

Die Integration von digitalen Systemen in den allgemeinen Geschäftsablauf beeinflusst im Bereich des Handwerks gleich eine Vielzahl an Faktoren. So lässt sich zum Beispiel mit der Hilfe von IT-Systemen die Kundenakquise deutlich vorantreiben, während gleichzeitig die Auftragsverwaltung optimiert wird. Weiterhin erleichtern digitale Systeme sowohl den Austausch mit Kunden als auch die Pflege von Geschäftspartnerschaften. Soziale Netzwerke lassen sich des Weiteren gezielt für die Suche nach Fachkräften und Lehrlingen gewinnbringend einsetzen. Die kontinuierliche Vernetzung mit den zuständigen Dachdeckerinnungen und dem Kompetenzzentrum Digitales Handwerk des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks sorgt zudem dafür, dass Betriebe bei relevanten Neuigkeiten immer auf dem aktuellsten Stand sind.

Auf welche Art profitieren Dachdeckerbetriebe von der neuen Technik?

Neben den genannten Einflussfaktoren hat die Digitalisierung ebenfalls positive Auswirkungen auf die praktische Arbeit von Dachdeckern. So gehören in zahlreichen Betrieben schon heute vernetzte Drohnen zur Standardausrüstung . Die ferngesteuerten Kleinfluggeräte gestalten klassische Arbeitsabläufe wie das Prüfen von Dächern deutlich effizienter und einfacher, während sie gleichzeitig nur wenig Aufwand einfordern. Statt dem Aufbau komplexer Gerüste, reicht so häufig ein einfacher Überflug mit der Drohne aus, um relevante Erkenntnisse zu sammeln. Auch die neueste Sensortechnik verbessert mit der Hilfe von speziellen Feuchtemesssensoren & Co. die allgemeine Qualitätskontrolle von Dachdeckerarbeiten und ermöglicht weiterhin eine genauere Planung.

Handwerk 4.0. Pixabay
In zahlreichen Betrieben gehören vernetzte Drohnen zur Standardausrüstung. Fotos: Pixabay

Was gibt es bei der Umsetzung der Digitalisierung zu beachten?

Eine der größten Hürden in Bezug auf die Digitalisierung ist sicherlich der Datenschutz . So erfordert die digitale Unterstützung immer auch eine große Datenmasse, welche wiederum spezielle Ansprüche an die IT-Sicherheit stellt. Die großen Datenmengen in Kombination mit der starken Vernetzung durch PC, Notebooks, Smartphone sowie weitere Messe- und Analysegeräte machen Unternehmen anfällig für Hacker-Angriffe, da die Schnittstellen immer auch potenzielle Einstiegspunkte darstellen. Eine weitere Herausforderung geht von den hohen Kosten aus, welche aus den notwendigen Investitionen im Zuge der Digitalisierung generiert werden. Das Fehlen einheitlicher Standards erschwert zudem die Übersicht, was die Auswahl der passenden Systeme nicht gerade einfach macht. Finanzielle Abhilfe können unter anderem Fördermaßnahmen des Bundesministeriums schaffen. So sieht das Ministerium aktuell vor bis 2019 die Digitalisierung im Handwerk mit 74 Millionen Euro zu fördern.

Welche Entwicklungen sind in Zukunft zu erwarten?

Zusätzlich zur Optimierung bestehender Digitalsysteme, kann in Zukunft mit einer Vielzahl an Innovationen gerechnet werden. Vor allem die 3D-Drucktechnik könnte für Handwerker in den nächsten Jahren immer mehr an Relevanz gewinnen. So lassen sich schon heute zahlreiche Materialen im 3D-Druckverfahren kostengünstig und individuell verarbeiten und erstellen. Weiterhin könnten Assistenzroboter in Zukunft die Arbeit von Dachdeckern erleichtern. Roboter dieser Art erleichtern nicht nur einzelne Arbeitsschritte, sondern reduzieren zudem das Verletzungsrisiko der Arbeiter. Auch die digitale Messtechnik birgt das Potenzial, in Zukunft eine Reihe an klassische Verfahren ersetzen zu können. Wie genau der Trend verläuft, lässt sich am besten auf fachspezifischen Messen zum Thema Handwerk bzw. IT-Technik beobachten. Hier besteht weiterhin die Chance, neueste Entwicklungen persönlich in Augenschein zu nehmen.

Fazit: Zwar mögen die Begriffe Handwerk und Digitalisierung im ersten Moment nicht sehr passend klingen, jedoch zeigt die Praxis, dass digitale Technologien schon heute einen großen Einfluss auf die Arbeit von Dachdeckern haben. In Zukunft dürfte dieser sogar noch stark zunehmen, sodass der Anteil an Digitaltechnik langfristig die Wettbewerbsfähigkeit von Betrieben maßgeblich mitbestimmen könnte. Aus diesem Grund sollten sich betroffene Unternehmen schon jetzt mit den neuen Möglichkeiten auseinandersetzen.

Peter Schmidt, Deutscher Medien Verlag

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