Ideenschmiede vom Bodensee

Ein grellgelber Ziegel als Erkennungsmerkmal, der vorzugsweise elektrisch fahrende Fuhrpark und die Mitarbeiter reden über Facebook miteinander: Dachdeckermeister Christoph Rixen aus Moos sprudelt nur sovor Ideen und setzt mit einem Netzwerk auf Beratung.

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Will mit seinen Ideen noch weiter nach oben: Christof Rixen an der Kletterwand in seinem Betrieb in Moos.

Das Aufnahmegerät zeigt über eine Stunde an, doch Christoph Rixen ist noch lang nicht fertig. Wir sitzen in seinem Büro in Moos am Bodensee, wo normalerweise die Sonne scheint, heute ist es etwas bedeckt. "Solarthermie läuft zurzeit gut, Photovoltaik dagegen gar nicht. Hier ist die Verunsicherung der Bauherrn zu spüren", sagt Rixen, der sich seit 10 Jahren im Bereich erneuerbare Energien engagiert. "Bei Solarthermie organisieren wir den Verkauf und nehmen Partner mit ins Boot", so Rixen. Dieser Bereich macht ungefähr 10 bis 12 % vom Umsatz aus. "Im Grunde sehen wir uns als Dachsanierer. Hier können wir planerisch und energetisch beraten, sogar das "Stiefkind" Fassade kommt wieder", freut sich Rixen, der sich allerdings am Bodensee mit einer starken Zimmerer-Konkurrenz auseinandersetzen muss. Gelb ist sein Markenzeichen geworden. Eine gelbe Blume fährt auf seinem kleinen Elektroauto mit, prangt am Firmeneingang und ziert die Solarcarports, die er gemeinsam mit Kooperationspartnern verkauft. In der Umgebung blitzt sogar auf manchen Dächern ein gelber Dachziegel ebenfalls "made bei Rixen".

Startup in der Garage

Momentan treibt ihn das Netzwerk Visioholz

www.visioholz.de

an, ein nach eigenen Aussagen "herstellerneutraler Wartungs-, Instandhaltungs- und Reparaturservice". Das Netzwerk ist ein Franchise-System für Dachhandwerker, das in der Dachbranche zurzeit heftig diskutiert wird. Allein schon bei dem Wort Franchise-System legen sich bei einigen Dachdeckern die Ohren an, doch Rixen ist von der Sache überzeugt: "Mit dem System bieten wir alle Dienstleistungen rund ums Dach an. Geschulte Verkäufer liefern Bauherrn Informationen im Bereich Reparaturen. "Unser Mitarbeiter ausgebildeter Dachdeckermeister, ist bei uns fest angestellt, er hat natürlich Einblicke in alle betrieblichen Abläufe. Wir vermarkten und bilden mit dem Netzwerk Strukturen, dokumentieren Abläufe, erstellen Datenblätter und machen eine komplette Bestandsaufnahme in einem System. Das gibt dem Kunden Transparenz und uns eine Systematik", so Rixen, der für sein System tief in die Tasche greifen musste und es sogar versichern ließ.

Das ganze Marketing von Rixen, die CI, das gelbe Erscheinungsmerkmal, die Filme auf der Web all das kommt so großformatig, professionell und zum Teil auch extrovertiert daher, dass man zunächst ein Unternehmen mit rund 50 Mitarbeitern erwartet. Dabei ist der Betrieb gerade mal 15 Mitarbeiter groß. Begonnen hat Rixen vor 14 Jahren als Einmannbetrieb in einer Garage, "damals saß der Banker bei mir im Kinderzimmer". Auf einer Innungsveranstaltung erfuhr er von den 100-Top-Dachdeckern und war begeistert: "Ich habe die Informationen wie ein Schwamm aufgesogen. Während die anderen 2 Seiten schrieben, hatte ich schon 10 fertig. Die anderen Dachdecker haben Golf gespielt, ich bin Golf gefahren", erinnert sich der gebürtige Rheinländer.

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Die Farbe Gelb ist sein Markenzeichen: Christoph Rixen in seiner neuen Werkhalle. Foto: DDH

Lob und Tadel über Facebook

Kommuniziert wird vorwiegend über Facebook. "Das ist die beste Art und Weise, mit Jugendlichen in Kontakt zu kommen. 80 % meiner Mitarbeiter sind bei Facebook, aber ich bin nicht mit allen befreundet", sagt Rixen. Doch die Ansprache über das Web ist eine ganz andere. "Über Facebook kann ich meine Mitarbeiter ganz anders motivieren. Ob intern oder über die öffentliche Seite ich habe festgestellt, dass wir untereinander mehr "reden", ist sich Rixen sicher und ergänzt abschließend: "Bei allem Spaß an diesen Dingen: Ich bin nicht der Duz-Kumpel meiner Mitarbeiter. Die Azubis müssen sich das "Du"" erst noch erarbeiten".

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 22/2012

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Johannes Messer

Letzte Aktualisierung: 16.12.2013