IFD-Kongress aktiv und International

So präsentierte sich die Internationale Föderation des Dachdeckerhandwerks (IFD) bei ihrem diesjährigen Kongress in Wien. Neue Richtlinien sollen regionale Regelwerke vereinheitlichen, eine Planungsempfehlung mit Sicherheitsvorkehrungen für Dachdecker wird im Frühling 2018 fertig sein.

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Die Mitglieder der IFD-Kommission berieten über neue Regelwerke. Foto: Tegtbauer

IFD-Präsident Walter Bisig freute sich, am Abend des 18.10.2017 rund 100 internationale Delegierte und Begleitung zur Eröffnung des 65. IFD-Kongresses beim traditionellen Dinner in Österreichs Hauptstadt Wien begrüßen zu dürfen. Das offizielle Programm startete mit der IFD-Konferenz am Morgen des 19.10.2017 im zentrumsnahen Hotel Sofitel Vienna Stephansdom. Nach der Begrüßung und Eröffnung durch IFD-Präsident Walter Bisig (Schweiz) standen am ersten Konferenztag technisch-fachliche Themen auf der Tagesordnung. Den Beginn machte Bernhard Brocza, Eurofox/Hilti, aus Österreich als Vorsitzender der Arbeitsgruppe Fassade. Er präsentierte die Schlussfassung der europäischen Richtlinie für Fassaden, die regionale Regelwerke vereinheitlichen soll. Vertreter aus sechs Ländern sowie zahlreiche Fachverbände waren an der Ausarbeitung der „Richtlinie für die Planung und Ausführung von vorgehängten hinterlüfteten Fassaden“ beteiligt. Die wichtigsten Inhalte des neuen internationalen Leitfadens: eine Beschreibung des Bauteils Fassade, die Vorteile vorgehängter hinterlüfteter Fassaden im Vergleich mit anderen Systemen, die wichtigsten Begriffsdefinitionen, Werkstoffe und Anforderungen, die Ausführung, Toleranzen der fertigen Leistungen, Prinzipskizzen für Details und Abschlüsse sowie Grundsätze der Verantwortung der beteiligten Personen. „Die Richtlinie ist ein lebendes Dokument und soll praktikabel sein“, resümierte Brocza.

Zentrales Thema Sicherheit


Über die „IFD-Richtlinie für Sicherheitsausstattungen auf Dächern“ informierte Ing. Werner Linhart aus Österreich als Mitglied der kleinen IFD-Arbeitsgruppe Sicherheit. Inhaltliche Schwerpunkte der Richtlinie werden Sicherheitsvorkehrungen jeder Art für die spätere Wartung und Instandhaltung sein. „Wir wollen Dächer, die sicher begangen und repariert werden können“, konstatierte er. Die Verantwortlichkeit dafür läge bei Bauherr, Planer, Ausführendem und Nutzer. Eine Planungsempfehlung und die Klassifizierung von Dachflächen nach nötigen Sicherheitsausstattungen wird zentraler Punkt der Richtlinie sein, die laut Linhart spätestens im Frühling 2018 druckfertig sein wird.


Über den aktuellen Stand der Arbeiten an einer weiteren IFD-Richtlinie für die „Planung und Ausführung von Maßnahmen zur Regensicherheit“ berichtete Ernst Gregorites von Rockwool Österreich als Mitglied der kleinen IFD-Arbeitsgruppe Regensicherheit.
Die Erfahrungen mit genormtem Schneeschutz in Österreich waren Inhalt des Vortrags von Günter Prirschl von Bramac International aus Österreich. „Es gibt gesetzliche Anforderungen, Eurocodes und Rechtssicherheit für den Verarbeiter – das alles begründet eine Normung“, so Prirschl. Vor der Kaffeepause brachte Joachim Hessemer von der Lamilux Heinrich Strunz GmbH den Teilnehmern das Thema Schallschutz und seine Bedeutung für das Dachhandwerk näher.
„Feuchteschäden an Gebäudehüllen sind ein großes Thema“, leitete danach Ing. Wolfgang Hubner, Leiter des österreichischen Instituts für Flachdachbau und Bauwerksbegrünung, seine Ausführungen zum Monitoring der Gebäudehülle ein. Die Gebäudehülle sei heute wirtschaftlich sehr optimiert und der Praktiker stehe vor zahlreichen Problemen durch Witterungseinflüsse und deren Auswirkungen, erklärte der Sachverständige. Die Bauphysik berechne meist keine Toleranz, doch es gäbe immer wieder Folgeschäden. „Es kann nicht sein, dass wir im 21. Jahrhundert erst Folgeschäden erkennen und bekämpfen“, so Hubner. Sein Lösungsansatz: Gebäudemonitoring.


Birgit Tegtbauer


Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH, Ausgabe 22.2017.

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