Im Duo an den Start

Der Verjüngungsprozess in den Verbänden geht weiter: Landesinnungsmeister Thomas Schulrath und Geschäftsführer Andreas Knirk führten als Doppel-Spitze erstmalig durch den Verbandstag Mecklenburg-Vorpommerns.

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Leitete als neuer Landesinnungsmeister den Verbandstag: Thomas Schulrath. Foto: DDH

Wenn über Mecklenburg-Vorpommern diskutiert wird, landet das Gespräch meist irgendwann beim Thema Landschaft und Tourismus. Die lang gezogene Ostseeküste, die Inseln Rügen und Usedom Vergleichbares hat kein anderes Bundesland zu bieten. Die Organisatoren des 11. Landesverbandstags des Dachdeckerhandwerks Mecklenburg-Vorpommern hatten sich ein weiteres Highlight der Region als Veranstaltungsort ausgesucht, Göhren-Lebbin im Müritz Nationalpark inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte.

Der im Dezember 2010 zum neuen Landesinnungsmeister gewählte Thomas Schulrath (siehe DDH 1/2.2011) begrüßte als Nachfolger des übergangsweise amtierenden Thomas Kuphal und des langjährigen Landesinnungsmeisters Heinz Luks die Anwesenden zur Hauptversammlung am Samstagvormittag. Schulrath leitete nach Begrüßung der Ehrengäste über zu den Grußworten von Klaus-Dieter Müller, Obermeister der gastgebenden Innung Neubrandenburg und Roland Setzkorn, Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern.

Lob auf Blankensee

Auf die gemeinsame Geschichte der Landesverbände Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein blickte der scheidende Landesinnungsmeister Manfred Arp zurück. Arp nutzte die Gelegenheit, sich vorab zu verabschieden und für die Zusammenarbeit, insbesondere bei der gemeinsam betriebenen Ausbildungsstätte Lübeck-Blankensee, zu bedanken. Blankensee, so Arp, sei eine "grandiose Einrichtung geworden, ich habe den größten Respekt für alle, die sich dafür eingesetzt haben".

ZVDH-Präsident Karl-Heinz Schneider nutzte sein Grußwort, um auf einige aktuelle Ergebnisse in der Verbandsarbeit hinzuweisen. Stellung nahm Schneider auch zur Einführung der betrieblichen Altersvorsorge: "Viele fühlten sich überrumpelt, aber das Ergebnis ist gut." Schneider wies auf die "sehr gute" reale Verzinsung hin und betonte die Vorreiterrolle des Dachdeckerhandwerks. Lobende Worte fand Schneider auch für die Umsetzung der Imagekampagne ("Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan.") im Landesverband und bei den Betrieben der Region: "Sie haben es begriffen."

Dachdecker als Sinnbild für Energieeinsparung

Nach den Ehrungen von Rainer Müller und Thomas Kuphal (siehe Kasten "Ehrungen") durch Geschäftsführer Andreas Knirk ergriff Landesinnungsmeister Thomas Schulrath das Wort. Auch Schulrath erinnerte an die Leistungen der "Gründerväter" des Landesverbands um Ehrenlandesinnungsmeister Erich Schlimm seit 1990 und arbeitete anschließend die zentralen Herausforderungen des Landesverbandes heraus. Die aktuelle wirtschaftliche Situation stellt sich demnach sehr stabil dar, die angezogene Nachfrage sorgt für einen erhöhten Bedarf an Nachwuchskräften. Diesem Bedarf langfristig gerecht zu werden, betonte Schulrath, sei für den Verband eine "Schicksalsfrage". Kritik übte Schulrath an der zunehmend entstehenden Konkurrenzsituation zu kommunalen Betrieben und den bürokratischen Hemmnissen wie ELENA oder der Abfallverordnung. Für den Verband wie für das Gewerk insgesamt gelte es, fasste Schulrath zusammen, in der Öffentlichkeit positiv wahrgenommen zu werden: "Wir müssen das Dachdeckerhandwerk als Sinnbild für die Energieeinsparung etablieren."

Zentrales Problem Nachfolgeregelung

Die Bedeutung des Handwerks, nahm der geladene Landesminister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Jürgen Seidel in seinem Vortrag den Gedanken auf, sei gerade für das Land Mecklenburg-Vorpommern von besonderer Bedeutung. Dies ergebe sich bereits aus den Zahlen: Jeder fünfte Arbeitsplatz, rechnete Seidel vor, werde im Land vom Handwerk gestellt. Dessen Bedeutung gehe aber über die Rolle des Wirtschaftsfaktors hinaus, das Handwerk sei ein "gesellschaftlicher Stabilisator", dies habe sich besonders in der Zeit nach 1990 gezeigt. Seidel: "Vielen Dank für alles was Sie tun." Seidel blickte auf die "herben Einschnitte" der Finanz- und Wirtschaftskrise zurück, schilderte den erfreulichen Verlauf bei den Arbeitslosenzahlen und wies gleichzeitig auf eines der drängendsten Probleme des Landes hin: "Wir verlieren pro Monat im Saldo 1.200 Menschen im erwerbsfähigen Alter." Nicht zuletzt daraus erwachse dem Handwerk das Problem fehlender Nachfolger für Unternehmen, derzeit ständen circa 5.000 Unternehmen ohne entsprechende Regelung vor dem Wechsel. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat dazu diverse Maßnahmen verabschiedet von einer Meisterprämie, über eine Anschubfinanzierung bis zum Meisterstipendium mit denen dieser Schieflage entgegengewirkt werden soll.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 08/2011.

Malte von Lüttichau

Letzte Aktualisierung: 07.04.2011