Im Herzen von Düsseldorf

9.000 m² Schieferdeckung, 2.500 m² Stehfalz, über 200 Fenster – bei den Arbeiten am Andreas Quartier im Herzen von Düsseldorf stellten die Firmen Jedamzik und Weiler ihr Können gemeinsam unter Beweis. Neben der schieren Größe und der technischen Finesse musste die Logistik auf besondere Art geregelt werden.

Sanierung Düsseldorfer Amtsgericht
Rund 100 Jahre steht das Gebäude des ehemaligen Amtsgerichts mitten in der Düsseldorfer Altstadt. Seit Ende letzten Jahres ist es ein Teil des neu entstandenen Andreas Quartiers.

Mitten in der Altstadt zwischen Hofgarten und der Rheinpromenade entstand in einer mehrjährigen Bau- und Sanierungsphase das Düsseldorfer Andreas Quartier. Mit einem Gesamtvolumen von rund 400 Millionen Euro ist es das Prestigebauwerk Düsseldorfs. Im ehemaligen Amtsgericht und in einem Neubauteil erstreckt sich das Viertel über 18.000 m² und beherbergt insgesamt 370 Wohnungen und Appartements. Diverse Restaurants, Cafés und eine Kunstgalerie sollen Besucher zum Verweilen einladen. Eines der Highlights in der Verbindung zu Bestand und Neubau ist der imposante neobarocke Eingang des ehemalige Land- und Amtsgerichts, erbaut zwischen 1913 und 1923. Seit einem Jahrhundert ist es ein vertrauter Anblick in der Düsseldorfer Altstadt und vermittelt mit der Freitreppe, dem Säulengang und der schlossartigen Gesamtanlage ein Gefühl von Erhabenheit und Würde.

Materialmix am Steildach

Imposant erscheinen auch die Dachlandschaften der gesamten Anlage, welche mit unterschiedlichsten Verlegetechniken und Materialien, abgestimmt mit dem Denkmalschutz, gedeckt wurden. Dieser Aufgabe stellte sich Dachdeckermeister Dirk Jedamzik mit der Firma Weiler als ArGe Schieferdach. Jedamzik: „Wir sind ein Dachdeckerfachbetrieb, der sich auf Denkmalpflege im Bereich Schieferdeckung spezialisiert hat. 2011 wurde beispielsweise das dem Andreas Quartier gegenüberliegende Gebäude ‚Altes Stadthaus Düsseldorf’ durch uns saniert. Daher hatten wir einige tolle Referenzobjekte, die uns in die engere Auswahl katapultierten.“

Postkarten und Fotos als Vorlage

2014 kam es zu Verhandlungen mit dem Auftraggeber, der Frankonia Eurobau AG, die im April 2015 mit einem Vertragsabschluss beider Parteien endeten. Für den Innungsbetrieb aus dem Sauerland ging die Arbeit dann offiziell los. Die Hauptaufgabe sämtlicher Arbeiten lag zunächst in der Rekonstruktion des ursprünglichen Erscheinungsbilds der Bestandgebäude. Als Vorlage dienten den Dachdeckern hier insbesondere alte Fotos und Postkarten der Denkmalbehörde, an denen sich das Jedamzik-Team orientieren musste. Im Bestand, dem alten Amtsgericht, musste zunächst die alte Eindeckung bestehend aus Altdeutscher Deckung und kleinformatigen Faserzementplatten inklusive der alten Vollverschalung nach den Vorgaben der TRBS 519 abgetragen werden. Darunter zeigten sich punktuell Schäden am rund 100 Jahre alten Dachtragwerk, die entsprechend ausgebessert wurden. Aufgrund der Brandschutzvorgaben mussten einige Bereiche mit Holz-Zementplatten statt der gewöhnlichen Vollschalung ausgestattet werden. Auf rund 9.000 m² Dachfläche verlegten die Dachdecker im Anschluss eine Vordeckbahn, gefolgt von einer Schieferdeckung aus 32/28er-Schuppen- und -Schablonendeckungen. Sämtliche aufgehenden Anschlüsse führten die Schieferdecker eingebunden aus. Mit den Hauptkehlen und den eingebundenen Gaubenwangen, immerhin 75 Stück, kamen so rund 750 m eingebundene Kehlen zusammen. Die Gaubenspiegel wurden teils in Aluminium und teils mit Schiefer bekleidet. Einige Teilbereiche oberhalb der Mansarddachflächen mussten aufgrund der geringen Dachneigung metallisch gelöst werden.

Michael Zenk

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 07.2018.

Letzte Aktualisierung: 10.04.2018

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