Jahresabschlussveranstaltung Brandenburger Innung

Landesinnungsmeister Karsten Kirchhoff berichtete in seiner Begrüßung über die vergangenen 11 Monate Verbandsarbeit. Rekordhitze, Rekordsommer, Rekordtemperaturen – das waren die Schlagworte der letzten Monate. Rekordverdächtig zeigen sich auch noch immer die Geschäfte im Handwerk, wenngleich das Wachstum kaum noch weiter nach oben gehen kann. Das Handwerk in Brandenburg schließt an die Erfolgszahlen der letzten Jahre an.

Das Fazit der Befragung der Mitgliedsbetriebe zur konjunkturellen Lage fällt erneut positiv aus: Obwohl das volkswirtschaftliche Wachstum etwas gebremster verläuft, bezeichnen 96,6 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als gut oder zumindest befriedigend. Treiber der konjunkturellen Entwicklung bleiben die handwerklichen Bau- und Ausbauberufe. Die Auftragsbücher sind in allen Gewerken gut gefüllt. In seiner Rede erklärt Karsten Kirchhoff auch warum die Versammlung diesmal im Brandenburger Bürgschaftszentrum ist.

Die Bürgschaftsbank Brandenburg hilft, wenn betrieblich sinnvolle Aktivitäten zu finanzieren sind, aber bankübliche Sicherheiten fehlen. Zum Beispiel bei einer Existenzgründung oder wenn ein Betrieb übernommen wird. Auch Investitions- oder Wachstumsfinanzierungen ebenso wie Kontokorrent-kreditrahmen werden durch Bürgschaften abgesichert. Zusammen mit weiteren Gesellschaftern, den Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Wirtschaftsverbänden, Versicherungen sowie Banken und Sparkassen des Landes Brandenburg, fördert die Bürgschaftsbank damit die Wirtschaft vor Ort. Mehr als ein Viertel aller angefragten Bürgschaften kommen aus dem Handwerk, so Herr Dr. Stefanovic, der dazu ausführliche Informationen geben konnte.

LIV Brandenburg
Die Spitze des Vorstands: LIM Karsten Kirchhoff und GF Dr. Stefanovic, Geschäftsführerin Anke Maske in der Mitte. Foto: LIV Brandenburg

In seiner Rede an die Kollegen sagte Kirchhoff: „Die Konjunkturkurve wird in den nächsten Monaten nicht mehr so steil in die Höhe zeigen. In diesem Jahr gibt es fast ausschließlich neue Gesetze, die Euch als Unternehmen belasten, sowohl finanziell, als auch mit teuren neuen Vorschriften und Bürokratieanforderungen. Die gute Auftragslage und die Konsumlaune tragen das Handwerk jedoch durch das Jahr. Wie sich das Jahr 2020 entwickelt, werden wir heute noch nicht sagen können. Eines wissen wir aber genau: Es ist mittlerweile in aller Munde, dass es schwierig ist einen exzellenten, meisterhaften Handwerker für bestimmte Dienstleistungen zu finden. Deshalb ist es umso wichtiger die Leistung am Markt anzupassen. Auch wenn die Politik gegenwärtig kaum als handwerkerfreundlich bezeichnet werden kann, sieht sich die Innungsorganisation als Interessenvertretung des Dachdeckerhandwerks gut aufgestellt. Mit dem Branchenauftritt zur Weltleitmesse DACH+HOLZ Ende Januar 2020, wo sich das Dachdeckerhandwerk in all seinen Facetten zeigt, werden für die Zukunft die Pflöcke in den Boden gerammt. Lasst uns gemeinsam dort Flagge zeigen". Abschließend bedankte sich Karsten Kirchhoff bei allen Obermeistern, Vorstandskollegen und ehrenamtlich engagierten Mitstreitern.

Neuer Vorstand

Eines der Höhepunkte der Veranstaltung war die turnusmäßige Wahl des Vorstandes. Dazu rief Geschäftsführerin Anke Maske alle Innungen auf, Kandidaten für die Vorstandsarbeit zu benennen. Brandenburg setzt auf die Jugend, denn der neugewählte Vorstand hat sich nicht nur verstärkt von 5 auf 7 Vorstandsmitglieder, sondern ist mit durchschnittlich 44,14 Jahren einer der jüngsten Vorstände im Handwerk.

Die Delegierten der Mitgliederversammlung Brandenburg gaben zu 100 % ihre Stimmen an die Kandidaten. Somit steht der neue Vorstand.

An der Spitze mit Landesinnungsmeister Karsten Kirchhoff (Innung Ostprignitz-Ruppin) und stellvertretender Landesinnungsmeister Mario Bayer (Innung Potsdam-Süd). weitere Vorstandsmitglieder: Sven Schönbrodt (Innung Barnim), Patrick Holzapfel (Innung Potsdam), Alexander Lüderitz (Innung Brandenburg), René Haase (Innung Oder-Spree), Marcel Lublow (Innung Prignitz)

Vorstand Brandenburg
Vorstand v.l.n.r.: Karsten Kirchhoff, Sven Schönbrodt, Marcel Lublow, Rene Haase, Mario Bayer. Foto: LIV Brandenburg

In seinen Abschlussworten bedankte sich Karsten Kirchhoff für das entgegengebrachte Vertrauen und gab einen kleinen Einblick in die Zukunft. Die neugestaltete Homepage des Zentralverbandes www.dachdecker.org weist auf einige Neuerungen hin: So kann sich der Betrieb direkt ins Intranet und in den Shop‐ und Werbemittelbereich klicken, ohne erneut ein Passwort eingeben zu müssen. Auch sind Texte gekürzt und aktualisiert sowie die Betriebssuche überarbeitet worden. Nicht nur für Innungskollegen, sondern auch für Obermeister wird ein besonderer Bereich geschaffen wie zum Beispiel durch eine „Obermeister‐Kachel“, hinter der sich ein Tool von aktuellen Infos und Präsentationen aus den Fach‐Bereichen befinden soll, um so zum Beispiel die Gestaltung von Innungsversammlungen zu erleichtern. Das Jahr 2020 wir geprägt sein mit aktiver Werbung von Innungsmitgliedern, dem Ausbau der Schulungsangeboten und der guten zeitnahen Information.

Fokus Abfallproblematik

Eine wichtige Hauptaufgabe für das Brandenburger Dachdeckerhandwerk wird die Diskussion der Verantwortlichkeit in der Abfallproblematik sein. Auch hier werden von politischer Seite Richtlinien aufgestellt. Die Brandenburger Dachdeckerinnungen begrüßen daher die vorgesehene, zukünftig in der GefStoffV verankerte Erkundungspflicht des Bauherrn auf Grundlage des Chemikaliengesetzes (§19 Abs. 3 Nr. 16 ChemG). Im Zuge der ordnungsgemäßen Entsorgung anfallender Bau- und Abbruchabfälle ist es jedoch zwingend erforderlich, dass die seit vielen Jahren ergebnislos diskutierte Frage nach dem verantwortlichen Abfallerzeuger endlich geklärt wird. Das Abfallrecht (KrWG) muss klar Regeln, dass der Bauherr, und nur der Bauherr, Abfallerzeuger der aus seinem Besitz stammenden Abbruchmassen ist.

Was man bei der Entsorgung beachten muss, lesen Sie hier

Er ist verantwortlich für die ordnungsgemäße Erkundung und muss auch verantwortlich sein für die ordnungsgemäße Deklaration der anfallenden Abfälle. Ohne die dringend erforderliche Klarstellung, dass allein der Bauherr Abfallerzeuger ist, kann die Abfalldeklaration nicht auf Grundlage der Ergebnisse aus der Gebäudeerkundung vor Abbruch erfolgen. Nur wenn die Verantwortung für die Gebäudeerkundung und die Verantwortung für die ordnungsgemäße Abfalldeklaration in einer Hand sind, kann die Recyclingwirtschaft die Abfälle in ihren Recyclinganlagen annehmen, ohne dass nach dem Abbruch eine erneute Probenahme und Analytik erfolgen muss. Dazu hat der Landesverband einen Brief an den neuen Brandenburger Minister für Umwelt Axel Vogel verfasst, den alle Innungen auf der Delegiertenversammlung unterzeichnet haben.


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Letzte Aktualisierung: 04.12.2019