Kampf den Trojanern

Wenn der Virus im Rechner sitzt, ist es meistens schon zu spät. Wir beschreiben, welche Angriffe im Internet auf Sie lauern, wie Sie mit wenig Aufwand Ihren PC sichern und sich so gegen Spam-Attacken und Viren schützen sollten.

spams.jpg
Computerviren können zu Datenverlusten führen und schlimmstenfalls Ihren Rechner beschädigen. Mit den aktuellen Updates von Antiviren-Programm sorgen Sie für Sicherheit im Büroalltag und beim Surfen. Foto: Bilderbox

Als offenes System bietet das Internet viele Vorteile. Schnell und scheinbar unproblematisch finden User mit wenigen Klicks Informationen zu jedem Zweck. Doch in der Online-Welt gibt es Hackerangriffe, Viren, Würmer, Trojaner, Dialer oder Spam-E-Mails, die erheblichen Schaden anrichten können oft zunächst unbemerkt. Nicht jeder Unternehmer weiß, dass Rechnungen, Betriebskennzahlen oder geheime Dokumente leicht von Hackern und Viren ausspioniert werden können, wenn der PC nicht über genügend Schutzprogramme verfügt. Deshalb ist Software-Schutz wichtig und sollte Chefsache sein. Denn: Ohne Virenschutz, Firewall und Spam-Filter sind ihre Dokumente allen Online-Betrügern schutzlos ausgeliefert.

Am wichtigsten ist die Installation einer sogenannten Firewall. Dieses Sicherheitssystem verhindert die unkontrollierte Kommunikation mit Ihrem PC. Handelt es sich um Daten, die Sie ausdrücklich angefordert haben, öffnet die Firewall die zugehörige Kommunikations-Türe, so dass Ihr PC mit der Gegenstelle im Internet Informationen austauschen kann. Andere Ports verschließt die Firewall, so dass der PC auf ungebetene Anfragen nicht mehr antwortet. Am gefährlichsten sind sogenannte Trojaner. Ein Trojaner ist ein Programm, das entwickelt wurde, um IT-Systeme in böswilliger Absicht anzugreifen. Es verbirgt sich meist in Anwendungs- oder Dienstprogrammen. Diese nisten sich im PC ein, manipulieren das System, können einzelne Daten, die Festplatte oder sogar den ganzen Rechner lahm legen. Sie werden auch zum Ausspionieren und Weiterleiten persönlicher Nutzer-Informationen verwendet. Gegen solche Trojaner helfen Antivirus-Programme. Ein Antivirus-Programm spürt Viren und Trojaner in Computern und Netzwerken auf und wird normalerweise beim Hochfahren des Rechners gestartet. Programme, Dokumente und andere Dateien prüft das Antivirus-Programm vor dem Öffnen auf Schädlinge. Dazu stützt sich das Antivirus-Programm auf die vom jeweiligen Hersteller bereitgestellten Virensignaturen, die Sammlung von Informationen über bereits bekannte Viren.

Ein anderer Computer-Schädling ist der Wurm. Viele Würmer können gleichzeitig auch Computerviren sein. Während ein Virus vor allem die Infektion des Computers und seiner Ressourcen (etwa Dokumente) zum Ziel hat, versucht ein Wurm, andere Rechner per Netzwerk zu infizieren, zu manipulieren oder lahm zu legen.

Die Virensignaturen des Antivirus-Programms müssen regelmäßig aktualisiert werden, da neu auftretende Viren sonst meist nicht richtig erkannt werden können.Mittlerweile gibt es viele Programme am Markt. Bevor Sie ein Programm kaufen, informieren Sie sich am besten auf den Herstellerseiten,

Schleichende Gefahren per Mails

Dialer sind kleine Programme, die sich meist unbemerkt per E-Mail oder beim Besuch bestimmter Webseiten auf Ihren Rechner schleichen. Sie verändern Ihre DFÜ-Verbindung für den Internetzugang so, dass künftig ohne Ihr Wissen Internetverbindungen per Modem oder ISDN zu fremden Providern über teure 0900er-Nummern aufgebaut werden. Durch einen Dialerschutz können Sie vorbeugen. Anwender, die den Internetzugang per DSL erledigen, unterliegen keiner Dialergefahr (es sei denn, der Computer ist, etwa zum Faxversand, mit Modem oder ISDN-Adapter ausgestattet). Ein Dialerschutz lässt sich über entsprechende Software ("0190/0900-Softwarewarner") oder in Form eines kleinen Geräts ("Dialerblocker") realisieren, das zwischen Modem oder ISDN-Karte und Telefondose angeschlossen wird. Alternativ können Sie die 0900er-Rufnummerngasse in Ihrer Telefonanlage oder bei Ihrer Telefongesellschaft sperren lassen. Harmloser aber lästig sind dagegen die sogenannten Spam-Mails oder Spams. Diese Mails nerven täglich Millionen von E-Mail Benutzern. Helfen können Sie sich damit, indem Sie einen Spam-Filter installieren, der die unbekannten Mails gleich in einen separaten Ordner leitet. Viele Anbieter wie Freenet oder Web bieten hierfür kostenlose Dienste an.

Update als A und O

Generell sind Dateien, die Sie aus dem Internet herunterladen oder die Ihnen jemand per E-Mail schickt, potenzielle Schädlinge. Seien Sie besonders skeptisch bei Dateianhängen oder bei Adressen mit obskuren Absendern, die Sie zum Beispiel auffordern, Passwörter einzugeben oder auf eine Seite zu klicken. Löschen Sie diese Dateien am besten sofort ohne sie zu öffnen oder prüfen Sie diese intensiv vorher mit einem aktuellem Antivirus-Programm.

So lästig es auch sein mag: Laden Sie sich nachdem Sie die passende Software installiert haben immer wieder die neusten Versionen von Virenscannern herunter. Denn jeden Tag basteln findige Kriminelle tausende neuer Viren, die Ihre Sicherheit bedrohen. Am besten Sie aktualisieren mindestens ein- bis zweimal wöchentlich. Der digitale "Türsteher", eine Firewall, sollte ebenfalls nicht fehlen.

Johannes Messer

Letzte Aktualisierung: 22.01.2010