Karlsruhe: Gute Auftragslage aber Unsicherheit bei Styropor-Entsorgung

Die Dachdeckerinnung Karlsruhe ist zufrieden mit der wirtschaftlichen Lage, aber sie hat ihre Probleme mit der neuen EU-Verordnung in Sachen Styropor-Entsorgung.

Karlsruhe Versammlung
Vollbeschäftigung in der Region, hieß es bei der Hauptversammlung der Dachdeckerinnung Karlsruhe in Eggenstein-Leopoldhafen. Foto: mjo

„Im Vergleich zu den anderen Bundesländern leben wir Dachdecker in Baden-Württemberg und vor allem hier in der Region auf einer Insel der Glückseligen“, stellte Hans-Peter Kistenberger, Landesinnungsmeister des Dachdeckerhandwerks Baden-Württemberg und Ehrengast bei der Hauptversammlung der Dachdeckerinnung Karlsruhe, fest. Die wirtschaftliche Lage der Branche beurteilte er positiv. „Wir sind voll beschäftigt“, sagte er. Für die nächsten Monate sei genügend Arbeit da. In Sachen Preiskampf jedoch gelte es, wachsam zu sein. Außerdem appellierte er an die Versammlung, in den Betrieben auf Sicherheit und Prävention zu achten.

Heiko Kistenberger, stellvertretender Obermeister, der für den entschuldigten Obermeister Dirk Kleer durch die Regularien führte, berichtete vom erfolgreichen Einstieg des im Frühjahr deutlich verjüngten Vorstands in die Innungsarbeit. Ein gute Zeugnis gab es für die Messe „Einstieg Beruf“, bei der die Innung erfolgreich um Nachwuchs geworben hat. Sogar eine junge Frau habe als Folge der umfassenden Information am Stand nach einem Praktikum im September eine Ausbildung im Dachdeckerhandwerk begonnen. „Wir bleiben auch im nächsten Jahr am Ball“, so Kistenberger.

Innungsgeschäftsführerin Eva Meisel präsentierte die Höhepunkte des Landesverbandstags im Mai in Stuttgart.

Die Dachdecker diskutierten außerdem über die neue EU-Richtlinie, die das Styropor als Sondermüll einstuft. Bisher hatten die Dachdecker Container bei Entsorgungsunternehmen bestellt. „Diese haben jetzt keine Transportgenehmigung mehr“, so der Landesinnungsmeister. Wie es weitergeht und welche Kosten für die Entsorgung anfallen, sei unklar. Bei Angeboten für Aufträge könne dieser Posten vorläufig nicht ausgefüllt werden, betonte Hans-Peter Kistenberger.

Rechtsanwalt Roland Jaspers referierte über „Scheinbar selbstständig – rechtliche Gefahren auf der Baustelle bei Beauftragung von Ein-Mann-Subunternehmen“. Wenn die Kriterien für echte Selbstständigkeit nicht erfüllt werden, werden die gesetzlich vorgeschriebenen Sozialversicherungsbeiträge fällig. Der Dumme ist der Auftraggeber, er muss die Beträge nachzahlen, so Jaspers.

Letzte Aktualisierung: 07.11.2016