DDM Max Berheide: „Kein Tag ist wie der andere“

Der Sohn tritt im Unternehmen automatisch die Nachfolge an? Nicht so bei Max Berheide – er fand erst über den Umweg gelegentlicher Wochenend-Jobs den Weg zum Dachdeckerhandwerk. Inzwischen setzt der Juniorchef der Berheide & Kozlik GmbH ambitioniert seine Ziele im elterlichen Betrieb um.

Max Berheide
Letzte Praxiserfahrungen vor der Meisterschule sammelte Max Berheide bei einem großen Flachdachprojekt in Föhren. Foto: Berheide

Als Juniorchef im Unternehmen – welchen Herausforderungen müssen Sie sich da stellen, sowohl dem Vater gegenüber als auch gegenüber der Mannschaft?

Max Berheide: Mein Vater ist für mich ein Vorbild, das ich persönlich zu erreichen und fachlich noch zu übertreffen versuche. Dass ich dabei vom großen Erfahrungsschatz meines Vaters profitieren kann, macht es sicher leichter, zu einem guten Lernerfolg zu kommen. Natürlich bleibt der Generationenkonflikt bei uns nicht aus, und so kann es bedingt durch andere Ansichten und Erfahrungen auch mal zu kleinen Meinungsverschiedenheiten kommen. Bei unseren alteingesessenen Mitarbeitern mache ich positive Erfahrungen. Das Verhältnis ist offen und respektvoll, und vor allem seit Beginn der Meisterschule erfahre ich eine höhere Anerkennung. Ich versuche meinen Arbeitsstil und mir selbst treu zu bleiben. Dabei versuche ich das angeeignete Wissen der Meisterschule mit dem bereits vorhandenen Wissensschatz in Einklang zu bringen und in der Praxis umzusetzen. Dabei habe ich tolle Voraussetzungen für die Fortführung des Familienbetriebs: meinen Vater Dieter Berheide als ständigen Ratgeber in jeder Hinsicht, meiner jüngere Schwester Greta Berheide als Miteigentümerin und aktive Unterstützerin im kaufmännischen Bereich sowie unseren Dachdeckermeister Christoph Volbracht als zusätzliche Unterstützung im Betrieb.

Der Beruf Dachdecker – Ihr Traumberuf? Oder wurden Sie eher „sanft hingeleitet“?

Das Handwerk war schon immer das Ziel, aber anfangs eher in Richtung Gärtner, Förster oder Tischler. Aber die eigene Erfahrung im Wochenendjob gab den Ausschlag zum heutigen Beruf.

Und wie kam es schlussendlich dazu?

Als Jugendlicher hatte ich mir einen Gaming-Computer von meinen Eltern gewünscht. Das Geld dafür sollte ich mir an einigen Samstagen in der Firma abarbeiten. Der Beruf gefiel mir so gut, dass sich meine Wunschvorstellung schnell geändert hat. Zunächst machte ich eine Dachdeckerausbildung im befreundeten Betrieb „Dachdeckermeister Stefan Hinnemann“, anschließend im elterlichen Betrieb eine Zimmermannslehre. Mein Vater hat mich jedoch nie dazu gedrängt, eine Dachdeckerausbildung zu absolvieren, was mich in meiner Entscheidung und meinem Werdegang noch mehr unterstützt hat.

Was macht den Beruf aus Ihrer Sicht aus?

Kein Tag ist wie der andere und jeder Tag bietet die Chance, über sich selbst hinauszuwachsen, für jedes Problem eine Lösung zu finden und diese bestmöglich umzusetzen. Und auch wenn der Tag wirklich nicht schön war, morgens wieder mit neuer Motivation aufzustehen, den Arbeitstag zu bewältigen und mit einem zufriedenstellenden Ergebnis wieder nach Hause zu fahren. Ebenso wichtig ist für mich unsere Firma: Ich finde, dass das Miteinander im Team und der Umgangston sehr respektvoll ist. Dies habe ich leider in anderen, größeren Firmen anders erlebt. Da kannten sich zum Beispiel die Mitarbeiter untereinander nicht mit Namen, was für mich persönlich ein wichtiger Bestandteil einer guten Kommunikation ist.

Und Ihre nächsten Ziele?

Erst einmal das Bestehen meiner Meisterprüfung am 02.07.2020 an der Meisterschule Eslohe. Danach die erfolgreiche Ausbildung zum Klempnermeister, ebenfalls an der Dachdeckerschule Eslohe.

Michael Zenk

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 12.2020.

Letzte Aktualisierung: 08.07.2020