KfW‐Zuschüsse für Umbau zu barrierefreien Wohnungen

Zukunft Altbau: Beim energetischen Sanieren gleich auch die Stolperfallen beseitigen - Seit 3. Januar 2020 gibt es wieder bis zu 6.250 Euro für barrierereduzierende Umbauten. Eine Kombination mit energetischer Sanierung lohnt sich.

Barrierefreies Bauen
Die KfW bietet Hauseigentümern jetzt wieder Zuschüsse für altersgerechte Umbauten an. Foto: Zukunft Altbau

Im Jahr 2030 werden, so Prognosen, 29 Prozent aller Bundesbürger 65 Jahre oder älter sein.Barrierefreie Wohnungen ermöglichen vielen, länger in den eigenen vier Wänden zu leben. Da die umgebauten Häuser mehr Wohnkomfort für alle bieten, lohnen sie sich auch für andere Altersklassen. Das Beseitigen von Stolperfallen wird jetzt wieder mit KfW‐Zuschüssen unterstützt: Die staatliche Bank gibt seit 3. Januar 2020 bis zu 6.250 Euro zur Umrüstung hinzu, etwa für die Schaffung von bodengleichen Duschen oder das Entfernen von Schwellen vor und in der Wohnung. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden‐Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin. Hauseigentümer sollten sich im Zuge einer energetischen Sanierung daher überlegen, ob sie gleichzeitig auch barrierereduzierende Maßnahmen umsetzen. „Die Kombination der Maßnahmen senkt die Kosten, da sich Synergien bei Planung und Umsetzung ergeben können“, rät Frank Hettler von Zukunft Altbau .

Heute sanieren und später profitieren

Wer heute sein Eigenheim sanieren lässt, sollte schon jetzt an die Zukunft denken. „Eine Wohnung für diesen Zweck umzubauen, ist meist nicht besonders aufwändig“, sagt Carmen Mundorff von der Architektenkammer Baden‐Württemberg. „Hauseigentümer sollten vor allem Schwellen reduzieren“, so die Architektin. „Gut sind auch breite Türen von Bad und WC, die sich nach außen öffnen lassen. Dafür genügen in der Regel einige wenige Umbaumaßnahmen.“

Die KfW bietet seit diesem Jahr Eigentümern und Mietern wieder attraktive Zuschüsse für barrierereduzierende Maßnahmen in Höhe von maximal 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten an. Die Zuschusshöhe beläuft sich auf 200 bis 6.250 Euro, die Mindestinvestitionskosten betragen 2.000 Euro. Insgesamt stehen 100 Millionen Euro bereit. Alternativ kann auch – wie bislang schon möglich – die Kreditvariante in Anspruch genommen werden: Die Höhe liegt bei bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit bei 0,78 Prozent effektivem Jahreszins.

Die letzten Jahre zeigen, dass die Fördergelder recht schnell aufgebraucht waren - daher empfiehlt Frank Hettler: „Interessierte Hauseigentümer sollten (...) zeitnah handeln, sonst gehen sie unter Umständen leer aus“.

Kombination energetischer Sanierung mit Maßnahmen zur Barrierefreiheit

„Eine Sanierung und barrierereduzierende Umbauten in einem Zuge anzugehen, bietet sich an“, rät Hettler. „Das kann die Kosten der Gesamtmaßnahme senken, da Planer und Handwerker nicht zweimal beauftragt werden müssen. Auch die oft störenden Umbauarbeiten erfolgen nur einmal“.

Passende Ansprechpartner für die Planung der Modernisierung sind auf energetische Fragen spezialisierte Architekten, Ingenieure und Gebäudeenergieberater. Auf die Barrierefreiheit haben sich viele Architekten und Innenarchitekten spezialisiert.

Aktuelle Themen, Praxiserfahrungen und Lösungsansätze rund um Barrierefreies Bauen finden Sie unter bfb - Barrierefrei Bauen


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Letzte Aktualisierung: 08.01.2020

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