Kings of the roof

Dreimal stand das Team aus Großbritannien auf dem Siegerpodest der Weltmeisterschaft in Belfast. Die Gastgeber nutzten den Heimvorteil und gewannen im Steildach Gold, im Flachdach und im Bereich Metall Silber, Deutschland holte Platz zwei im Bereich Steildach. Wir fassen die Eindrücke von der Insel zusammen.

Das glückliche Steildachteam mit Betreuer Jörg Schmitz.
Vizegewinner mit Biss: Mentor Jörg Schmitz (Mitte) mit den Steildach-Silbergewinnern Stefan Verges (ljnks) und Chris Schrepel. Foto: DDH

Friedensprozess und Wachstum am Flussufer

Donnerstag Mittag besichtigten die Teilnehmer die Sehenswürdigkeiten der 1603 gegründeten Stadt Belfast. Am zentralen Donegall-Square befinden sich das Rathaus und die Linen Hall Library, eine öffentliche Bibliothek, gegründet 1788. Hier findet der Interessierte alles zum bewaffneten Kampf der IRA und zum Friedensprozess, die letzten Reste des bewaffneten Kampfes konnten die Gäste vom Bus aus noch sehen, nur in wenigen Vierteln sind die Kriegsspuren noch sichtbar. Ansonsten wird das Belfaster Zentrum von Gegensätzen dominiert. Prächtige, historische Bauten stehen neben Banken, die nahezu an jeder Ecke auf ihre Kunden warten. Zentral bietet das Theater Grand Opera House Kunst und Kulturgenuss, gegenüber liegt der bekannteste Pub Nordirlands, Crown Liquor Saloon. An der Donegall Street, einen kurzen Fußmarsch von der City Hall entfernt liegt die Kathedrale St. Ann der anglikanischen Church of Ireland. Im Zuge des rasanten Wirtschaftswachstums wurde das Flussufer neu gestaltet: Neue Hotels und das Konferenzzentrum Waterfront Hall entstanden dort und stehen stellvertretend für das moderne Nordirland.

Freitagabend stand die Siegerehrung auf dem Programm. Nicht ganz so lange wie bei den vergangenen Veranstaltungen mussten die Gäste auf dem Galaabend auf die Ergebnisse warten. Zuvor wurden drei verdiente Mitglieder geehrt, darunter ein sichtlich überraschter Artur Wierschem sowie William Hempel und Johann Ball.

Freute sich über die Ehrung von Gordon Penrose: Artur Wierschem.
Freute sich über die Ehrung von IFD-Präsident Gordon Penrose, Artur Wierschem (links).

Alle erhielten die Ehrennadel der IFD. Nach einigen Tanzeinlagen stieg die Spannung der rund dreihundert Gäste immer mehr, dann war es endlich so weit: Präsident Gordon Penrose verlas die Ergebnisse:

Metall:

1. Platz: Frankreich

2. Platz: England

3. Platz: Belgien

Abdichtung:

1. Platz: Schweiz

2. Platz: England

3. Platz: Irland

Steildach:

1. Platz: England

2. Platz: Deutschland

3. Platz: Österreich

Gute Abstimmung im Steildach

In der Kings Hall trugen die jungen Dachdecker den Wettkampf aus.
Gut gefüllt war die Kings Hall, wo sich die Dachdecker drei Tage lang auf ihre Aufgaben vorbereiteten. Foto: DDH

Das deutsche Team im Bereich Abdichtungen mit Andre Hackfort und Lars Hill verschätzte sich am ersten Tag mit der Zeit, "das war dann nicht mehr aufzuholen", so Mentor Jörg Schmitz. Das Team musste unter anderem das neue Flachdachfenster von Velux einbauen,

was technisch kein Problem darstellte. Umso größer war die Freude im Bereich Steildach. "Gehofft hatten wir schon ein wenig", so Chris Schrepel, der mit Stefan Verges aus Thüringen Silber gewann. Beide bauten ein Dachfenster ein und erstellten eine Art

Biberschwanzkehle, kleine eingebundene, englische Flachdachziegel. "Wir haben gut zusammen gearbeitet, Chris übernahm die Ortgänge, ich die Details. Schön dass sich die Mühe gelohnt hat", ergänzt Verges. An drei Wochenenden zuvor hatten beide Teams jeden Tag von 8 bis 20.00 Uhr sich in der Heimat auf den Wettkampf vorbereitet. Auch in Belfast wurde die letzten Details durchgesprochen, somit hatten die Teams leider weinig Zeit Belfast genießen zu können. Werkzeuge kamen von der Firma Freund, die hierfür sogar die Frachtkosten übernommen hatte.

Die Ergebnisse der Kommissionen:

Kommission Allgemeines:

Didier Vattel aus Belgien sprach über die Finanzplanung der Mitglieder sowie die kommenden Planungen der WM. Der Vertreter aus Rumänien zeigte den Stand der Planungen für 2014. Ein Kongress ohne WM wird erstmals 2011 in Dublin stattfinden. Die weiteren Termine: 2012 Schweiz in Luzern und 2013 in Rotterdam.

Kommission Steildach und Außenwandbekleidung:

Axel Granz fasste die Ergebnisse zusammen: 25 Delegierte hatten sich gemeldet, 17 waren nur erschienen, davon 4 aus den USA. Stephan Eickhoff, ZVDH-Vizepräsident referierte über IFD-Richtlinien zur Fassadenerstellung. Roman Moosbrugger sprach über die Richtlinie zur Regen- und Schneesicherheit. "Besonders in Russland sind herabfallende Eisplatten ein großes Problem. Die Arbeitsgruppe hat einen Entwurf erarbeitet, leider gab es kein Statement der Russen. Außerdem erarbeitet eine weitere Gruppe eine Richtlinie zum Thema Luftdichtheit von Dach und Wand. Sascha Diver, Leiter der Arbeitsgruppe Luftdichtheit, bemängelte das zum Teil fehlende Engagement: "In den Arbeitsgruppen nehmen bis zu 85 Prozent nicht an geplanten Sitzungen teil, es gibt oftmals noch nicht einmal Rückmeldungen zur Teilnahme, was bedauerlich ist für die Mitglieder, die sich ausführlich vorbereiten".

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Das IFD-Präsidium von links: Der neue Präsident Piet Jacobs, Senior Präsident Gordon Penrose, Detelf Stauch und Sandor Horvath. Foto: DDH

Kommission Abdichtung:

Mario Heinl von Kemper Systems sprach über den Bereich Abdichtungen. Schwerpunkt war die Richtlinie für die Planung und die Ausführung von Bauwerksabdichtungen. Eine kleine Arbeitsgruppe befasst sich zudem mit dem aktuellen Thema Windsogsicherung, im März und April 2011 finden hier erste Sitzungen statt. Josef Rühle wurde als Vorsitzender der Arbeitsgruppe Abdichtungen bestätigt.

Kommission Forschung und Technik::

Sandor Horvath arbeitet an einer Untersuchung zur Sanierung von Steildachkonstruktionen. Die eingereichten Arbeiten werden zurzeit wissenschaftlich untersucht. Zudem berichtete er über den langjährigen Stand der Alterungsuntersuchungen an Kunststoffdachbahnen in Kosice. Die Ergebnisse werden auf dem nächsten Kongress vorgestellt. Professor Schöpe wird künftig nicht mehr kandidieren, Sandor Horvath wird ihn ersetzen, unterstützt von Heinz-Peter Raidt.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 24/2010.

Johannes Messer

Letzte Aktualisierung: 22.11.2010

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