Ladenhüter für Sturmschäden

Auf www.materialrest24.de können Dachdecker gebrauchte ­Dachbaustoffe kaufen und verkaufen. Eine gute Idee, um Müll zu vermeiden – und das oft ungepflegte Dachdecker-Lager wird so auch mal ausgemistet.

Screenshot materialrest24.de
Der neue Service bei materialrest24.de: Die Maschinenvermietung. Screenshot: www.materialrest24.de

Etwas improvisiert war der Messestand auf der DACH+HOLZ International schon, das gibt Simon Schlögl gerne zu. Die Aufsteller des kleinen Standes hatten Simon und sein Bruder Bastian am Vorabend aus Alutafeln von Prefa zusammengebaut. Aber die Mühe und die zahlreichen Nachtschichten haben sich gelohnt. „Wir waren mit der Resonanz auf der Messe sehr zufrieden“, berichtet der Münchener. Das spiegelte sich auch im Nachgang an den Nutzerzahlen von materialrest24.de wider. Mit der Seite hat Dachdecker Simon Schlögl eine clevere Geschäftsidee entwickelt. Nicht mehr benötigte Bauprodukte können Dachdecker auf der Plattform einstellen und anderen Kollegen anbieten. Wer etwas verkaufen möchte, meldet sich an und stellt sein Angebot anonym ein.

Simon Schlögl Materialrest 24.de
Bastian (rechts) & Simon Schlögl am Messestand auf der DACH & HOLZ International, Köln. Foto: DDH

Eine gute Idee, um Müll zu vermeiden. Gemeinsam mit seinem Bruder Bastian betreibt der Familienvater aus München das Portal. Die Technik der Plattform ist auf die Handwerksbranche ausgerichtet und im Unterschied zu E-Bay richtet sich materialrest24.de nur an gewerbliche Betreiber. Es werden in der Regel nur kleinere Mengen eingestellt, dem Dachhandel entsteht also keine Konkurrenz.

Problemlöser und Nachhaltigkeit

Bei der Idee geht es auch um Nachhaltigkeit – mal wieder. Und das funktioniert bei Schlögl nicht als leere Phrase sondern als praktische Geschäftsidee. Gerade wenn seltene Bauteile benötigt werden, macht der Austausch über die Plattform Sinn. „Meist ist es doch so: Aufgrund der hohen Vielfalt werden viele Materialien irgendwann weggeschmissen. Auf der anderen Seite ist irgendwo ein Dachdecker, der gerade die seltenen Biberschwanzziegel benötigt.

Johannes Messer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe DDH 10.2018.

Letzte Aktualisierung: 20.08.2018