Leithammel werden!

Die anstehende EnEV 2016 war unter anderem Thema des ersten Energiewirtschaftsforums des Bodenseekreises. Mit dem Aufruf, ein Leithammel zu werden, krönte Prof. Dr.-Ing. Karl Gertis, langjähriger Vorsitzender des renommierten Fraunhofer Instituts für Bauphysik, seinen mitreißenden Vortrag.

Gertis
Prof. Dr.-Ing. Karl Gertis sprach beim ersten Energiewirtschaftsforum des Bodenseekreises. Foto: Puren

So forderte er in Überlingen die anwesende regionale und überregionale Politik, die Wohnungsbaugesellschaften, Architekten sowie Vertreter der Wirtschaft auf, mithilfe der Experten der Energieagenturen in Ihren Regionen Leitprojekte zu schaffen. Gertis: „Nichts ist überzeugender als die funktionierende Praxis. Nachdem laufend Zweifel gesät werden, ob Dämmung sinnvoll ist, möchte ich ganz konkret werden: Wärmeschutz ist wirtschaftlich, wenn man es richtig macht. Leider gibt es immer noch viel zu viel Scheinwissen, das schwer auszumerzen ist und großen Schaden anrichtet.“ In seinem engagierten Vortag kritisierte Gertis auch die geringe Modernisierungsrate im Gebäudebestand von zurzeit nur 0,9 % pro Jahr. Gertis: „Die Modernisierungsrate sollte mindestens 3 % betragen. Das bedeutet, dass in 33 Jahren der Altbaubestand modernisiert würde. Es ist sinnvoll und tragbar jeder Eigentümergeneration eine energetische Modernisierung zuzumuten.

Erst wenn dies erreicht ist, können wir zufrieden sein.“ Selbst die Politiker in den ersten Reihen - sicher keine bauphysikaffinen Menschen - zollten ihm Beifall. Denn die Grundzüge der Bauphysik sind ganz einfach und wie das 1x1 zeitlos und unumstößlich. Erst später wird es kompliziert, im Detail, an der Wärmebrücke und wenn die Fachkenntnisse der Verarbeiter nicht reichen. Doch für solche Fälle gibt es mittlerweile viele erfahrene Berater auch beim Gastgeber der Veranstaltung Puren.

Letzte Aktualisierung: 24.02.2016