„Mehr Aufträge als Fachkräfte“

Zeit zum Zurücklehnen haben Baden-Württembergs Dachdecker auch in den Pfingstferien nicht gehabt. Das gute Auftragspolster sehen die „Handwerker ganz oben“ aber mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Karl-Heinz Krawczyk aus Freiburg wurde in Rust zum Landesinnungsmeister des Dachdeckerhandwerks Baden-Württemberg gewählt.

Dachdeckermeisters Karl-Heinz Krawczyk
Dachdeckermeisters Karl-Heinz Krawczyk wurde im Rahmen des 63. Landesverbandstages in Rust zum Landesinnungsmeister gewählt.

Landesinnungsmeister Hans-Peter Kistenberger sieht in seinem Gewerk im wahrsten Sinne des Wortes „beste Aussichten“ für den Nachwuchs. „Unsere Auszubildenden verdienen mit 650 € im Monat schon im ersten Lehrjahr mehr als wohl jeder Abiturient an Taschengeld hat“, so sein deutlicher Hinweis, dass Berufserfolg auch ohne Abitur und Studium möglich sind. „Hier muss ein Umdenken auch bei den Eltern stattfinden, denn Handwerk made in Germany hat weltweit Zukunft“.

Mit der Kampagne www.ObenIstDasNeueVorn.de hat sein Landesinnungsverband zu diesem Aspekt eine eigene Ausbildungsoffensive gestartet.

Kistenberger
Nach insgesamt 18 Jahren kandidierte Hans-Peter Kistenberger bei den Vorstandswahlen am Samstag, den 9. Juni nicht mehr für das Amt des Landesinnungsmeisters. Fotos: www.dachdecker-bw.de

Der Fachkräftemangel beschäftigt das Dachdeckerhandwerk auch bezüglich der zunehmenden Wetterextreme. Hans-Peter Kistenberger: „Nach einer Hagel- oder Sturmwetterlage wird es immer schwieriger, Betroffenen die nötige Soforthilfe umgehend zukommen zu lassen“. Eine Tatsache, die immer häufiger von z. T. unqualifizierten Handwerkerkolonnen ausgenutzt wird. „Die reisen praktisch Unwettern hinterher, um bei Hausbesitzer und Versicherungen schnelles Geld mit fragwürdiger Leistung zu machen“.

Insgesamt sind im Dachdeckerhandwerk Baden-Württemberg 4.670 gewerbliche MitarbeiterInnen beschäftigt. Zum Jahreswechsel 2017/2018 standen in allen drei Lehrjahren 331 Auszubildende in den Startlöchern für die Zukunft „ganz oben“. Positiv auch die Umsatzentwicklung: Im dritten Quartal 2017 konnten die 344 Dachdecker-Innungsbetriebe in den landesweit zehn regionalen Innungen erneut eine Erfolgsmeldung geben: Fast exakt 90 % der Betriebe verzeichneten einen konstanten oder höheren Umsatz als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Nach insgesamt 18 Jahren kandidierte Hans-Peter Kistenberger bei den Vorstandswahlen nicht mehr für das Amt des Landesinnungsmeisters. Als seinen Nachfolger wählten die Dachdecker seinen bisherigen Stellvertreter, den Freiburger Dachdeckermeisters Karl-Heinz Krawczyk..

Ehrenamt ist für Krawczyk Ehrensache: Von 1990 – 2016 war er Umwelt- und Pressereferent seiner Innung Freiburg, von 1996 – 2016 Vorstandsmitglied. Auch über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus setzte sich der Gebäudeenergieberater HWK und Fachkraft für Solartechnik HWK für sein Handwerk ein. 12 Jahre lang war er bis 2014 Mitglied im Fachausschuss für Öffentlichkeitsarbeit des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks ZVDH in Köln.

Sich für andere ehrenamtlich einzusetzen ist für Karl-Heinz Krawczyk auch im Privatleben eine Selbstverständlichkeit. Seit 2014 ist er in seiner Heimatstadt Freiburg Stadtrat von „Freiburg Lebenswert“.

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Der Ulmer Christoph Schendel wurde zum stv. Landesinnungsmeister des Dachdeckerhandwerks Baden-Württemberg gewählt

Der Ulmer Christoph Schendel wurde zum stv. Landesinnungsmeister des Dachdeckerhandwerks Baden-Württemberg gewählt. Bereits seit 2006 war er stv. Obermeister bzw. Obermeister seiner Dachdecker-Innung Ulm. Mit Jahresbeginn 2018 wurde er zudem in den Fachausschuss Öffentlichkeitsarbeit des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks ZVDH in Köln berufen. Besonders der Nachwuchs in seinem Handwerk liegt dem 35-Jährigen am Herzen. So ist er seit 2011 Mitglied im Gesellenprüfungsausschuss der HWK Karlsruhe und Vorstandsmitglied der Handwerksjunioren Alb-Donau.

Letzte Aktualisierung: 12.06.2018