Metalldeckung am Dach: Falzen, falten, löten

Das Formen und Verbinden von Dünnblechprofilen am Dach ist wesentlicher Bestandteil in der Klempnertechnik. Dabei muss der Dachdecker drei Punkte berücksichtigen: die Neigung der zu deckenden Fläche, die geografische Lage und die Gestaltungsvorgabe.

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Für die Herstellung einer wasserdichten, stoffschlüssigen und dauerhaften Verbindungen eignet sich das Wecihlötverfahren mit Lötzinn und Lötwasser. Foto: Rheinzink

Verbindungstechniken bei Metallarbeiten an Dach und Fassade haben zum Einen technische Funktionen, sie dienen aufgrund der vielfältigen Ausführungsvarianten, deren Anordnung und nahezu frei gestaltbaren Deckmaßen ebenso als architektonisches Gestaltungsmittel. Titanzink ist dabei ein traditionsreiches Metall. Bei fachgerechter Ausführung nehmen Falze sowohl in Längs- als auch in Querrichtung problemlos temperaturbedingte Dehnungsbewegungen auf, sodass Dächer aus Titanzink viele Jahrzehnte den heutigen Wetterkapriolen standhalten. Welche Falz- und Verbindungstechnik für die Gebäudehülle geeignet ist, hängt von mehreren Faktoren ab: 1. von der Neigung des zu bekleidenden Bauteils, 2. von der geografischen Lage des Bauwerks, bezogen auf die örtlichen Windlasten und Niederschlagsmengen (Binnenland, Küste, Höhenlagen) und 3. von den Gestaltungsvorgaben des Architekten. Dabei ist zu bewerten, ob die Deckungen, Bauteile oder Verwahrungen nur regensicher oder gar wasserdicht ausgeführt werden müssen.

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Der Name „Doppelstehfalz“ kennzeichnet eine der klassischen Längsverbindungsarten von nebeneinander liegenden Scharen außerhalb der Wasserebene. Die Doppelstehfalz hat eine Höhe von 25 mm und eine Miondestdachneigung von 3°. Fotos/Grafiken: Rheinzink

Doppelstehfalz ab 3°

Die typische handwerkliche Verbindungstechnik bei Metalldächern st das Doppelstehfalzsystem. Im Hinblick auf den Werkstoff Titanzink gilt der Doppelstehfalz als Weiterentwicklung des ursprünglichen Hohlfalzes bzw. des einfachen Stehfalzes. Seit 1899 in der Literatur bekannt, wird er bei Dachneigungen unter 25° gegenüber anderen Systemen bevorzugt. Die Mindestneigung beträgt 3° (ca. 5,2%). Der Name „Doppelstehfalz“ kennzeichnet eine der klassischen Längsverbindungsarten von nebeneinander liegenden Scharen außerhalb der Wasserebene. International hat sich der mit vorprofilierten Scharen hergestellte Doppelstehfalz mit einer Höhe von 25 mm durchgesetzt. Kantung und Schließung des Profils werden handwerklich oder maschinell mit Hilfe von Profiliermaschinen vorgenommen, wobei für Dachdeckungen eine Maschinenfalzung aufgrund einer höheren Dichtigkeit bevorzugt werden sollte. Bei Dachneigungen im Bereich von 3° bis 7° sowie bei Eisschanzengefahr im Traufbereich sollte ein Dichtungsband in den Falz eingelegt werden. In Gebieten mit extremer Witterung und hohem Schneeaufkommen ist grundsätzlich der Einsatz von Dichtungsband über mindestens zwei Meter ab Traufenabschluss der Schare erforderlich. In der Stehfalztechnik lassen sich auch Sonderformen wie konvexe und konkave Rundungen oder konische Schare problemlos herstellen.

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Windlasten im Griff

Die Standsicherheit des Doppelstehfalzes ist durch die indirekte Befestigung mit Fest- und Schiebehaften gegeben. Diese werden je nach Untergrund mit geeigneten Befestigungsmitteln fixiert. Meistens ist dies eine mindestens 24 mm dicke Holzschalung mit oder ohne Trennlage. Beim Zusammenfalzen der Schare zwerden die Hafte Teil des Systems und die gesamte Fläche ist mit diesem Arbeitsschritt bis zu ihren Randanschlüssen in einem Verbund zusammengefügt.

Winkelstehfalzsystem bei steileren Flächen

Ist die Dachneigung steiler, ist das Winkelstehfalzsystem eine weitere Möglichkeit zur Verbindung. Bei Dachneigungen ab 25° bzw. ab 35° in schneereichen Gebieten stellt es den Regelfall dar. Das einfache Schließen der Falze zum Winkelstehfalz führt im Vergleich zum Doppelstehfalz zur besseren Aufnahme von temperaturbedingten Längenänderungen, Dehnungszwänge treten nicht auf. Als Resultat erhält man eine Oberfläche mit reduzierter Wellenbildung.

Thomas Finke

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 13.2019 .

Letzte Aktualisierung: 09.07.2019