„Mit Rhythmus geht alles leichter“

Um seinen Schülern die Sparreneinteilung zu vermitteln, textete der Blankenseer Fachlehrer Michael Heinze den „Sparreneinteil-Rap“. Aus dem Spaßprojekt entstand mit Unterstützung der Lübecker Musikhochschule ein Video, das Prüfungsergebnisse und Image junger Dachdecker verbessern soll.

Wie kam die Idee zum „Sparreneinteil-Rap“ zustande?

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Die Protagonisten des Sparreneinteil-Raps (von links): Marius Korten, Fachlehrer Michael Heinze, Nico Engel, Florian Lepthien und Sebastian Beth. Foto: DDH

Michael Heinze: Es gibt in unserem Gewerk ja bestimmte Berechnungsformeln. Die Sparreneinteilung gehört auch dazu – eigentlich relativ einfach – dennoch haben viele Azubis Schwierigkeiten sie sich zu merken und brauchen eine Eselsbrücke. Im August 2013 kam ich gemeinsam mit meinen Azubis auf die Idee, einen Rap als Eselsbrücke zu machen. Den muss man zwar auch lernen, aber mit Rhythmus geht ja alles leichter. Zunächst waren in der Klasse ganz viele begeistert und wollten mitmachen, als es konkreter wurde, waren dann noch 4 übrig. Mit denen haben wir es dann gemacht.

Marius, wie hat euch euer Lehrer dazu bekommen, zu rappen?

Marius Korten: Er stand eines Tages in der Klasse und trug den Sparreneinteil-Rap vor, zunächst vorgelesen, dann auch etwas mit Rhythmus. Als er fragte, wer mal Lust hätte mitzumachen, hat sich fast die ganze Klasse gemeldet, ich war erst einmal skeptisch. Schmunzeln mussten wir aber alle, das Lied war ja auch ziemlich skurril. Als sich die Gruppe gefunden hatte, haben wir uns alle zusammengesetzt und haben vor allem geübt. Um ehrlich zu sein, war das auch nötig, denn wir sind musikalisch nicht gerade begabt.

Wie lief die Aufnahme ab?

Marius Korten: Es fühlte sich schon komisch an, das Studio ist in der Hochschule, ein riesiges Gebäude, überall liefen Studenten mit Musikinstrumenten rum, da fühlte man sich schon etwas fehl am Platz. Die Aufnahmesituation war natürlich ungewohnt: Man steht in einer Kabine, hört sich selbst über die Kopfhörer, muss einzelne Teile wiederholen. Es hat dann aber schon Spaß gemacht.

Michael Heinze: Es war schon faszinierend zu erleben, wie das Ganze im Studio entstand, die Tonspuren übereinandergelegt wurden. Das war schon sehr professionell, eine tolle Erfahrung.

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Viel Aufwand: Für den Videodreh errichteten die Dachdecker ein eigenes Modell und filmten von einer Plattform. Foto: DDH

Michael Heinze: Die Pläne gab es nach der Tonaufnahme auf jeden Fall. Für mich ging es in der Folge auch darum, Unterstützung von außen dazuzuholen. Ich habe deshalb auf der DACH+HOLZ 2014 einigen Marktpartnern das Konzept vorgestellt. Die Firma Creaton hat sich entschlossen, uns zu unterstützen und hat das Dach-Material für den Dreh zur Verfügung gestellt. Es geht ja nicht nur um eine Eselsbrücke – das Video soll auch zum positiven Image der Dachdecker beitragen und neugierig auf den Beruf machen.

Zum Youtube-Video.

Malte von Lüttichau

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in Ausgabe DDH 01-02.2015.


Letzte Aktualisierung: 12.01.2015

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