Moderne Gewänder in klassischer Umgebung

„Wenn gute Reden sie begleiten, dann fließt die Arbeit munter fort …“ – Schiller hätte den zweiten Dach Schneider Fassadentag in Weimar sicher gern besucht. Rund 100 Architekten und Bauträger waren der Einladung in die Stadt Goethes und Schillers gefolgt und informierten sich, was der Dachdecker an der Fassade alles kann.

Statik, Befestigungen, Gestaltungsmöglichkeiten: Beim zweiten Fassadentag in Weimar kamen viele Aspekte zur Sprache. Fotos: DDH

Zur Einstimmung wurde die Firmenhistorie in einem kurzen Film vorgestellt. Walter Schneider gründete die Firma 1925, ihm folgte sein Sohn Wolfgang. Obwohl als Privatbetrieb nur geduldet, stellte Enkel Karl-Heinz Schneider schon zu DDR-Zeiten die Weichen auf Erfolgskurs. Selbst Lkw und PC konnten zu Zeiten der Deutschen Teilung angeschafft werden. Heute führt er mit Bruder Michael sowie den Söhnen Udo und Holger über 50 Mitarbeiter.
Die Vortragsreihe über Möglichkeiten der Fassadengestaltung begann Michael Junker von Rockpanel. Er stellte die Fassadenelemente aus dem Grundstoff Steinwolle vor. Sie sind nicht brennbar, biegsam und recycelbar. Dass Kalzip auch Fassadenelemente herstellt, verwunderte etliche Besucher. Fachberater Heiko Zadow erklärte das Alu-Paneel-System in breiter Farbpalette, ebenfalls recyclingfähig und nicht brennbar. Spreizdübel als Befestigung für Schiefer? – Uwe Ammel von der Firma Rathscheck zeigte großformatige Schiefer-Fassadenplatten, spaltrau oder poliert, und erläuterte mithilfe einer Animation, wie die unsichtbaren Befestiger mittels eines speziellen Bohrwerkzeuges eingesetzt werden können. Schwere Kost in Form von Bauphysik gab es noch vor der Mittagspause. Dr. Hanfried Heller referierte über wärmebrückenoptimierte Unterkonstruktionen. Zusammen mit der Firma Dach Schneider entwickelte das Ingenieurbüro schon mehrere Halterungen. Die Standardprofile aus Aluminium seien zwar preiswert, aber nicht mehr zeitgemäß, so Heller. Dipl.-Ing. Jörg Wossilat sprach nach der Mittagspause über die rahmenlose Glaspaneelfassade an einem Bauvorhaben in Dresden. Die schweren Glaselemente wurden nicht sichtbar mit Agraffen befestigt. In ihrem Vortrag „Kontur, Textur, Signatur“ zeigte Tanya Henze von der Eternit AG die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten von Faserzementbekleidungen.

Ab 2016 muss ein Nachweis detaillierter U-Werte erfolgen, dann könnte die Unterkonstruktion zum Beispiel so aussehen.

Alu-Verbundplatten stellte Alucobond Fachberater U. Rothemund vor: „Die Platte ist extrem biegbar und kann ums Eck befestigt werden.“ Dass die Klebetechnik an der Fassade immer mehr an Bedeutung gewinnt, legte Walter Hallschmidt dar. Klebstoff ist berechenbar, so sein Tenor. Dietmar Müller, Moeding, sagte: „Keramische Fassadenbekleidungen waren stark eingeschränkt, sind aber heute durch neue Produktionsmethoden innovativ und preiswert.“

Brigitte Latsch-Weber

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe DDH 9.2014.

Letzte Aktualisierung: 22.04.2014