Monumentum für Altdeutsch

Monumentum für Altdeutsch: Mit einem neuen Schieferprodukt möchte Rathscheck Schiefer die Dachdecker überzeugen. Rund 100 Gäste diskutierten über die Grundlagen und die Zukunft der Altdeutschen Deckung.

Monumentum Ratscheck Schiefer
Neugierige Blicke, tastende Hände und gezielte Fragen bei der Fachtagung Altdeutsche Deckung Anfang März in Mayen. Fotos: DDH

Einleitend berichteten die beiden Geschäftsleiter Frank Rummel und Andreas Jäger über die Herausforderung die sich beim Abbau von Moselschiefer in Mayen in den letzten Jahren zeigten. Der Abbau musste in immer tieferen Ebenen stattfinden, welches mit stetig steigenden Förderkosten und einem erhöhten Bergbaurisiko einherging. 2016 war dann eine Tiefe von rund 360 m auf Sohle 10 erreicht und das Unternehmen entschied sich dennoch, die Sohle 11 (400 m) zu eröffnen obwohl bereits bei Sohle 10 die Bedingungen nicht optimal waren. Sohle 11 zeigte dann, dass die von Rathscheck gewohnte Schieferqualität nicht mehr garantiert werden konnte und der Abbau-Aufwand viel zu hoch war. Schlussendlich fiel dann die schwere Entscheidung seitens der Geschäftsführung, den Abbau von Moselschiefer einzustellen. Dies hat zur Konsequenz, dass 51 Mitarbeiter zum Ende des Jahres 2019 entlassen werden müssen .

Welche fachtechnischen Anforderungen die Altdeutsche Deckung mit sich bringt, skizzierten einführend Lothar Henzler, Vorsitzender des Ausschuss Schiefer des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) und Wolfgang Vierling, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Dachdeckerhandwerk, auf. Henzlers Appell an die Zuhörer: „Halten Sie sich bei der Planung und Verarbeitung an die Fachregel. Klappt dies nicht, aus welchen Gründen auch immer, dann schreiben Sie!“ Damit meinte der Experte die Sondervertragliche Vereinbarung die am Ende stehen muss, sollte eine Arbeit nicht regelkonform ausgeführt werden können.

Was nutzt Schiefer, wenn es keiner mehr verarbeiten kann?

Wichtig sei es darüber hinaus, den Nachwuchs nachhaltig für die Königsdisziplin des Schieferns zu begeistern, so Referent Artur Wierschem, Geschäftsführer des Bundesbildungszentrums des Deutschen Dachdeckerhandwerks sowie stellvertretender Hauptgeschäftsführer des ZVDH, im nachfolgenden Vortrag zur Ausbildung in der Altdeutschen Deckung.

„Rathscheck und andere Schieferhersteller können so viel Schiefer produzieren wie sie möchten. Wir brauchen Fachkräfte die diese auch verarbeiten.“ Gemeinsam mit den Tagungsteilnehmer schaute er auf die Ausbildungslehrpläne der angehenden Dachdeckergesellinnen- und Gesellen und hielt fest, dass das übergreifende Wort „Schiefer“ allgemein, lediglich an zwei Stellen innerhalb der drei Lehrjahre erwähnt wird. Dies ist erschreckend, aber nicht zu ändern, so Wierschem. Vielmehr sind die Betriebe gefordert, die Auszubildenden an die hohe Kunst des Schieferns zu bringen. Darüber hinaus können natürlich die Meisterausbildung und Fort- und Weiterbildungen helfen, Schiefertechniken und insbesondere die Altdeutsche Deckung, zu verinnerlichen.

Schiefertradition lebt fort

Abschließend stellte sich die Teilnehmer zurecht die Frage, nach der Zukunft der Altdeutschen Deckung. Monumentum heißt das neue Produkt für die Altdeutsche Deckung von Rathscheck. Die Gesteinscharakteristik und Formatvielfalt der in Galicien gewonnenen Steine, soll den Geist der 200-jährigen Moselschiefer-Tradition fortleben lassen. In den Pausen hatten die Schieferexperten Zeit, das neue Schiefergestein an einem Modell „erleben“ zu dürfen. Mit kritisch, professionellem Blick begutachteten die Schieferdecker das Modell und tauschten sich in persönlichem Gespräch dazu aus.

Michael Zenk

Letzte Aktualisierung: 20.03.2019