Das höchste Bewerbungsgespräch der Hauptstadt

Jetzt ist es so weit: Die Berliner Landesinnung startete die größte Nachwuchswerbekampagne, die es bislang im Berliner Handwerk gegeben hat.

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Beispielhafte Kampagne: Großplakate in der Berliner Innenstadt werben für den Dachdecker Beruf. Fotos: Dachdecker Innung Berlin

Seit dem 12. Januar sind auf über 60 Berliner U-Bahnhöfen Großflächenplakaten zu sehen,
die junge Leute sowie deren Eltern in einprägsamer Weise auf die Dachdeckerausbildung hinweisen. Diese Plakate werden bis Mitte Februar in den U-Bahnstationen hängen und damit hunderttausende Berliner erreichen. Doch damit nicht genug: Gleichzeitig werden die Türen von über 50 U-Bahnwaggons mit Aufklebern versehen, die ebenfalls zu einem Praktikum in einem Dachdeckerbetrieb einladen.

Unter der Adresse werdeDachdecker.de wird die Aktion durch eine Landing-Page im Internet sowie eine entsprechende Facebook-Seite begleitet. Diese sind selbstverständlich auch am Mobiltelefon aufrufbar. Interessierten Jugendlichen und Eltern wird damit der Weg zum Dachdecker leicht gemacht: Ein Anruf oder eine Kurznachricht an eine zentrale Hotline der Innung genügt, um sein Interesse an einem Praktikumsplatz zu bekunden. Die Innung wird dann interessierte Ausbildungsbetriebe in Wohnortnähe kontaktieren, um den Interessenten mit dem Betrieb in Verbindung zu bringen. Auf diese Art und Weise wird es den Jugendlichen extrem erleichtert, den Kontakt zu einem Dachdeckerbetrieb zu finden. Sämtliche mögliche Hemmschwellen, wie Bewerbungsschreiben, entfallen.

Unterstützt wird diese Aktion von der Berliner Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Sandra Scheeres, die sich auch bereiterklärt hat, Schirmherrin der Aktion zu sein.

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Um darüber hinaus auch die Berliner Presse und Medien auf die Kampagne aufmerksam zu machen, werden am 27. Januar auf dem Alexanderplatz und am 18. Februar vor der Messe Kranfahrzeuge stehen, die interessierte Berliner Schülerinnen und Schüler zu einer sogenannten Steigertour in 30 Meter Höhe einladen. Unter dem Motto „Das höchste Bewerbungsgespräch der Hauptstadt“ sollen dort öffentlichkeitswirksame Interviews mit Schülerinnen und Schülern stattfinden.

Landesinnungsmeister Jörg-Dieter Mann und Geschäftsführer Ruediger Thaler hoffen, mit dieser außergewöhnlichen Kampagne die Lehrlingszahlen im Berliner Dachdeckerhandwerk deutlich zu erhöhen.

Interview

"Per SMS zur Bewerbung"

Ruediger Thaler
Ruediger Thaler, Geschäftsführer des Dachdeckerhandwerks Berlin.
Foto: Dachdecker Innung Berlin

Ruediger F. Thaler, Geschäftsführer der Landesinnung des Dachdeckerhandwerks Berlin, spricht über die große Nachwuchskampagne der Hauptstadt.

Was war der Auslöser der Kampagne?

„Obwohl die Lehrlingszahlen in den letzten Jahren bei uns in Berlin stabil sind, haben wir Nachwuchsprobleme im Dachdeckerhandwerk. Rund ein Drittel der Mitarbeiter werden altersbedingt ausscheiden und diese können wir mit den aktuellen Lehrlingszahlen nicht ersetzen. Und deshalb müssen wir unsere Bemühungen verstärken. In den sozialen Netzwerken sind wir seit Jahren gut vertreten, aber das ist noch zu wenig. Denn wir müssen auch die Eltern potenzieller Dachdecker erreichen, die spielen eine große Rolle bei der Berufswahl. Deshalb sind wir den ungewöhnlichen Weg gegangen über die klassische Werbung mit Plakatwänden in den U-Bahn Schächten, wo wir über eine Million Menschen in der Hauptstadt erreichen, Das ist natürlich eine riesige Investition, die sich aber hoffentlich lohnen wird“

Wie lange werden die Plakate in Berlin für Aufmerksamkeit sorgen?

Die Kampagne läuft vom 12. Januar bis zum 15. Februar 2016.

Wie kam es zu der Idee mit der Steiger Tour?

„Berlin hat keine Berge, aber wir wollen gemeinsam hoch hinaus. Gemeinsam mit unserer Agentur entwickelten wir die Idee, eine Steiger Tour zu veranstalten. Dieses Event wird bestimmt für Aufmerksamkeit sorgen, wenn Arbeitsbühnen am Alexanderplatz auf rund 35 Meter hoch fahren können sich die Jugendlichen gleich beweisen“.

Was ist das kurzfristige und was das langfristige Ziel der Aktion?

„Wir wollen mit den Plakaten auf die neue Website und auf die Facebook-Seite locken. Die Plakate sorgen zuerst für eine große Aufmerksamkeit, für mehr Bekanntheit. Im zweiten Schritt recherchieren wir die Adressen und die Kandidaten, die bei unseren Betrieben ein Praktikum machen wollen. Das geht denkbar einfach. Der Schüler braucht uns nur eine SMS zu senden – um den Rest kümmern wir uns: Nachfassen beim Schüler, Vermitteln der Betriebe, so lange bis ein Praktikumsplatz gefunden wird. Wir verzichten hierbei ganz bewusst auf aufwendige Bewerbungsschreiben“.

Letzte Aktualisierung: 13.01.2016

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