Neue „Klebenorm“ in Sicht

In der im Jahr 2011 erschienenen Luftdichtheitsnorm DIN 4108-7 werden bei verschiedenen Details auch Klebemittel zur Herstellung der Luftdichtheit benannt.

Klebeverbindungen DIN 4108-11 einseitig klebenden Band
Ein Anwendungsfall nach DIN 4108-11 ist die luftdichte Verklebung der Überlappung von flexiblen Luftdichtheitsschichten, hier am Beispiel mit einseitig klebendem Band.

Obwohl Klebebänder und Klebemassen seit vielen Jahren im Einsatz sind und sich im Prinzip auch bewährt haben, gab es bisher jedoch noch keine Norm, nach der diese Klebe­mittel im Hinblick auf die Anforderungen zur Herstellung der Luftdichtheit geprüft werden konnten. Mit dem im April 2016 als Gelbdruck erschienenen Normenteil „DIN 4108-11 Wärmeschutz und Energieeinsparung von Gebäuden - Luftdichtheitsschichten im Bauwesen - Prüfrandbedin­gun­gen und Prüfmethoden für Material­verbindungen“ soll diese Lücke geschlossen werden.

Klebemittel: Auf Daumenprüfung verzichten

Der Verarbeiter erhält hier wichtige Hilfestellungen, um aus der Vielzahl der am Markt angebotenen Klebemittel diejenigen heraus zu filtern, die für den jeweiligen An­wen­dungsfall ein Optimum an Sicherheit bieten. Auf die be­rühm­te „Daumenprüfung“ kann man also künftig ver­zichten, verleitet sie doch ohnehin nur dazu, ein Klebe­mittel auszuwählen, das auf einen hohen „Anfangstack“ hin optimiert wurde. Die Dauerhaftigkeit der Klebe­ver­bin­dung bleibt dabei jedoch häufig auf der Strecke.

Es wird auch in Zukunft kein Zwang bestehen, nur noch Klebemittel zu verwenden, die nach DIN 4108-11 geprüft sind. Man kann jedoch davon ausgehen, dass das Quali­tätsbewusstsein der Anwender und Endverbraucher und ihr Anspruch auf ein gewisses Maß an Rechts­sicher­heit die Hersteller dazu veranlassen wird, die Eignung ihrer Kle­bemittel für den Anwendungsbereich „Luftdicht­heits­schicht“ eindeutig auszuweisen. Der Einsatz ungeeig­neter Materialien wird sich dadurch deutlich verringern. Planer und Anwender sind also gut beraten, wenn sie künftig Klebe­mittel ausschreiben oder auswählen, die die Min­dest­­anforderungen der DIN 4108-11 erfüllen.

Unbenommen von dem neuen Normenteil bleiben natür­lich die nach wie vor hohen handwerklichen Anforde­run­gen des Gewerkes und die Sorgfaltspflicht des Ver­ar­bei­ters. Denn auch die hochwertigen Klebemittel, die den Forderungen der DIN 4108-11 entsprechen, können die Fehler nicht kompen­sieren, die aus nachlässiger Unter­grundbehandlung und unsachgemäßer Arbeit entstehen.

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